Mordanschlag in Gronau und Schüsse auf Sportstudio hängen zusammen

mlzNeue Erkenntnisse

Die niederländische Polizei hat neue Erkenntnisse in Sachen Mordanschlag auf einen niederländischen Anwalt in Gronau vor einem Jahr. Die Suche nach den Tätern läuft immer noch auf Hochtouren.

von Martin Borck

Gronau

, 04.11.2020, 16:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwischen dem Mordanschlag in Gronau auf den Anwalt Philippe Schol vor einem Jahr und den Schüssen auf ein Sportstudio in Losser einige Wochen zuvor gibt es einen Zusammenhang. Davon ist die niederländische Polizei nun überzeugt. Sie beruft sich auf die Ergebnisse ihrer forensischen Untersuchungen, die den Zusammenhang 100-prozentig belegten. Am Dienstagabend wurden die neuen Erkenntnisse veröffentlicht.

Der niederländische Rechtsanwalt Schol, der in Gronau wohnte, war am 6. November vergangenen Jahres auf der Losserstraße aus einem fahrenden Auto beschossen worden. Schol ließ am Morgen dieses Tages seinen Hund aus, als die Täter aus einem grauen Polo heraus das Feuer eröffneten. Der Anwalt wurde schwer verletzt, überlebte das Attentat. Mittlerweile kann er wieder arbeiten.

Polizei ging von Verbindung zu Sportstudio aus

Schon von Anfang an war die Polizei von einer Verbindung mit dem Sportstudio ausgegangen. Schol hatte als Insolvenzverwalter beruflich mit dem Konkurs des „Olympic Gym“ zu tun und war dort offenbar auf Ungereimtheiten gestoßen. Er sprach von Geldwäsche von Drogengeldern. Daraufhin wurde Schol bedroht.

Ermittlungen der Polizei haben ergeben, dass es eine Verbindung zwischen dem Mordanschlag und einem Vorfall am 2. Oktober 2019 gegen 22.30 Uhr gibt. Damals wurden auf das Sportstudio Schüsse abgefeuert. Auf Videos und Bildern, die die Ermittlungsbehörden jetzt freigegeben haben, ist zu sehen, wie ein Unbekannter, der einen schwarzen BMW der 1er-Serie fährt, seinen Wagen parkt und zum Sportstudio am Spitsbreeweg läuft. Die Bildern einer Bewachungskamera zeigen, dass der Mann wartet, bis niemand mehr in der Nähe ist, dann eine Waffe zieht und fünf Schüsse auf das Gebäude abfeuert. Danach flüchtet der Mann, der sein Gesicht bedeckt hat, zu dem BMW und fährt weg.

Autos könnten noch in Betrieb sein

Die Polizei sieht einen Zusammenhang zwischen dem BMW und dem Polo, der beim Anschlag auf Schol benutzt wurde. Auffällig sei, dass weder das eine noch das andere Fahrzeug in Brand gesteckt wurden, wie es sonst oft der Fall ist, wenn Spuren verwischt werden müssen. Die Autos könnten also noch immer in Betrieb sein.

Bereits im Mai waren Fotos von zwei Männern veröffentlicht worden, die ebenfalls im Zusammenhang mit den Vorfällen stehen könnten. Sie hatten im Januar dieses Jahres das Sportstudio – das zu dem Zeitpunkt einen anderen Eigentümer und einen anderen Namen hat – besucht. Die beiden sprachen gebrochen Deutsch. Einer hatte rote Schuhe und trug Ringe in beiden Ohren. Er hatte ein schlechtes Gebiss und ein Tattoo im Nacken. Die beiden sollen einen Mitarbeiter des Studios eingeschüchtert haben. Ob sie an den Taten beteiligt waren, steht nicht fest. Bis heute ist unbekannt, wer diese Männer waren.

Die niederländische Staatsanwaltschaft hat eine Belohnung von 17.500 Euro für Hinweise ausgelobt die zur Ergreifung der Täter führen. Wer Tipps hat, kann sich an die niederländische Polizei unter +3179 3459876 wenden.

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