Westfleisch will sich um Wohnraum für Mitarbeiter kümmern

Nach Corona-Ausbruch

Westfleisch zieht offenbar aus dem Corona-Ausbruch in seinem Coesfelder Schlachthof Lehren. Das Unternehmen will sich um Wohnraum für seine Mitarbeiter kümmern.

Coesfeld

von Leon Seyock

, 12.06.2020, 17:07 Uhr / Lesedauer: 1 min
Johannes Bayer ist der Leiter des Fleischcenters von Westfleisch am Standort Coesfeld und informierte jetzt über die aktuelle Situation im Unternehmen einige Wochen nach dem Corona-Ausbruch. Im Mittelpunkt stand die Wohnsituation der Mitarbeiter.

Johannes Bayer ist der Leiter des Fleischcenters von Westfleisch am Standort Coesfeld und informierte jetzt über die aktuelle Situation im Unternehmen einige Wochen nach dem Corona-Ausbruch. Im Mittelpunkt stand die Wohnsituation der Mitarbeiter. © Leon Seyock

Auch wenn er erkannt habe, dass sich Westfleisch bereits auf einem guten Weg befinden würde: „Wir müssen die Situation in Zukunft weiter sauber angehen. Es bleibt noch einiges zu tun.“ Das sagt Johannes Bayer, Leiter des Westfleisch-Centers am Standort in Coesfeld.

Gemeinsam mit Jurist Andreas Lüpkes und Wolfram Baßmann von der Wenova Personal-Service GmbH war er zu Gast im Coesfelder Ausschuss für Jugend, Familie, Senioren und Soziales, um die aktuelle Situation einige Wochen nach dem Corona-Ausbruch in dem fleischverarbeitenden Unternehmen zu schildern. Der Standortleiter kündigte an, dass Westfleisch in Zukunft verstärkt „sukzessive Wohnraum“ schaffen werde, heißt es in der Allgemeinen Zeitung Coesfeld.

404 von 1.200 Westfleisch-Mitarbeitern leben in Coesfeld

Im Mittelpunkt der Ausführungen stand die Wohnsituation der Arbeiter. Ordnungsamtsleiter Theo Witte schilderte, dass in Coesfeld 404 der insgesamt 1.200 Mitarbeiter in 120 Wohnungen leben würden. Rund 30 Unterkünfte habe er sich mit Vertretern weiterer Behörden näher angeschaut – „wir haben diese in überwiegend gutem Zustand erlebt. Es gab keine menschenunwürdigen Bedingungen“, betonte er.

Augenmerk habe man auf eine Wohnung gelegt, unter deren Adresse 30 Personen gemeldet waren. Da es sich dort um eine Wohnfläche von insgesamt 300 Quadratmetern handelt, sei „baurechtlich keine Nachbesserung“ erforderlich.

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Denn, so stellte Beigeordneter Dr. Thomas Robers die gesetzliche Lage klar, müsse laut Wohnungsaufsichtsgesetz mindestens neun Quadratmeter Wohnfläche pro Person zur Verfügung stehen – was in diesem Fall gegeben sei.

„Nur bei Missachtung des Gesetzes können die Behörden Maßnahmen treffen“, informierte Robers. Weitere Unterkünfte sollen nun überprüft werden. Andreas Lüpkes, Jurist im Hause Westfleisch, erläuterte ohne Nennung konkreter Orte, dass es bei der allgemeinen Unterbringung der Mitarbeiter durch Westfleisch „auch schlechte Wohnungen“ geben würde. „Das sind aber die Ausnahmen. Wir räumen ein, dass wir uns in diesen Fällen zu wenig gekümmert haben.“

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