Neue Radwegführung: Erste „Fahrradtasche“ von Borken besteht Test

mlzViele Vorteile

Die neue Radwegführung an einer Borkener Ampel soll den Radfahrern das Leben leichter machen. So können sie sich zum Beispiel in einer „Fahrradtasche“ vor den Autos aufstellen.

von Markus Schönherr

Borken

, 07.08.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stadt Borken hat ihre erste „Fahrradtasche“. Gemeint ist nicht etwa eine Verpackung für ein Zweirad, sondern eine rote Fläche auf dem Asphalt, die das Abbiegen erleichert soll. An der Ausfahrt vom Kuhmcenter-Parkplatz auf die Wilbecke wurde die „Fahrradtasche“ aufgemalt.

Wenn die Autos bei Rot an der Ampel stehen, können Radfahrer sich vor die Autos auf die rote Fläche stellen und bei Grün zuerst losfahren. Walter Corsten vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) hat die neue Regelung für die BZ getestet. Sein Fazit: „Die ,Fahrradtasche‘ ist eine sehr positive Einrichtung.“ Ein paar Knackpunkte gibt es aber doch.

Von der Kuhmcenter-Ausfahrt als Radfahrer links auf die Wilbecke abbiegen:

Am besten funktioniert die „Fahrradtasche“, wenn die Ampeln auf Rot sind. Die Radfahrer können auf dem rot markierten Radweg an den stehenden Autos vorbeifahren. „Dann kann ich mich gefahrlos vor den Autos aufstellen“, sagt Corsten. Zum Schulterblick rät er trotzdem. Bei Grün fahren die Radfahrer vor den Autos auf die Wilbecke.

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Anspruchsvoller wird es, wenn die Ampeln auf Grün sind und die Radfahrer sich in den fließenden Verkehr einfädeln müssen. „Dann muss ich die Autofahrer vorlassen“, sagt der pensionierte Polizist, der jahrelang in der Verkehrserziehung gearbeitet hat. Bei dichtem Verkehr ist es besser, die Autos vorbeizulassen und sich bei der nächsten Rotphase auf die „Fahrradtasche“ zu stellen.

Von der Kuhmcenter-Ausfahrt rechts auf die Wilbecke abbiegen:

Nach mehreren Testfahrten urteilt Corsten: „Das Rechtsabbiegen macht überhaupt keine Probleme.“

Auf dem Radweg an der Wilbecke vom Kreisel Heidener Straße stadteinwärts fahren:

Auf Höhe des Drogeriemarktes haben die Radfahrer noch einen eigenen Weg, der von der Straße getrennt ist. Auf Höhe der Kuhmcenter-Ausfahrt führt die rote Radfahrerspur auf die Fahrbahn. Rad- und Autofahrer müssen sich ab da die Fahrbahn teilen. Radfahrer dürfen aber nicht glauben, dass sie beim Einschwenken auf die Fahrbahn Vorrang haben, nur weil sie auf einer roten Spur fahren, warnt Corsten. „Ich habe die Vorfahrt zu achten“, sagt er. „Notfalls muss ich stehenbleiben.“

Alles in allem sei die Situation für Radfahrer bestmöglich gelöst worden, findet Corsten. Dass die Radfahrer an der Wilbecke auf die Fahrbahn geführt werden, ließe sich aus Platzgründen nicht ändern. Die Breite der Fahrbahn ist begrenzt, weil die Wilbecke über eine Brücke führt.

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Über zwei Dinge hat sich Walter Corsten bei dem Test gewundert. Auf dem Radweg, der die Nutzer auf die Wilbecke führt, gibt es einen kleinen Rechtsabbieger-Pfeil (siehe Foto). „Der Pfeil erschließt sich mir nicht“, sagt Corsten. Die Stadtverwaltung erklärt dazu, dass Radfahrer dort rechts auf den Geh-/Radweg neben der Kuhmcenter-Ausfahrt (Mißgunst) abbiegen können. Genau da liegt aus Sicht von Walter Corsten aber das zweite Problem. Der Weg sei bis zum Kuhmcenter nicht als Radweg beschildert und gelte daher nur als Fußweg. Die Stadtverwaltung will nun prüfen, ob Schilder aufgestellt werden.

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