PETA protestiert - Hegering jagt trotzdem Füchse

mlzFuchsjagd-Tradition

Eine Woche lang nahmen die Mitglieder des Hegerings Velen-Ramsdorf den Fuchs ins Visier ihrer Flinten. Die Tierrechtsorganisation „PETA“ hat dagegen protestiert. Die Strecke war mager.

von Lars Johann-Krone

Velen

, 12.02.2020, 16:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Hegering Velen-Ramsdorf hat seine Fuchswoche abgeschlossen. Eine Woche, die aus Sicht der Jäger wenig Erfolg brachte. Lediglich ein erlegter Fuchs und ein Steinmarder lagen am Samstag auf der Strecke in Nordvelen, wo die Jägerschaft den Abschluss der Woche feierte.

Gejagte Füchse

  • Die Kreisjägerschaft Borken veröffentlicht auf ihrer Internetseite die Jahresberichte, in denen auch die Jagdstrecken verzeichnet werden.
  • Im Jahr 2018 sind im Altkreis Borken 1448 Füchse erjagt worden. 55 Tiere wurden Opfer bei Verkehrsunfällen.
  • Füchse machen daher die größte Zahl des erlegten Haarwilds aus. Dazu zählen neben dem Fuchs auch Dachse, Steinmarder, Iltisse und Hermeline.

Das Resultat für die Jäger dürfte an anderer Stelle für Freude gesorgt haben. Die Tierrechtsorganisation „PETA“ hatte in einer Pressemitteilung zuvor gegen die Fuchwoche in Velen sowie die Fuchsjagd im Allgemeinen protestiert.

Wenig Verständnis für diese Forderung hat Karl-Heinz Mußenbrock. Der Vorsitzende des Hegerings Velen-Ramsdorf war aus privaten Gründen in diesem Jahr zwar nicht beim Abschluss der Fuchswoche. „Ich halte die Fuchsjagd aber für sinnvoll. Und sie ist ja auch rechtens“, sagte Mußenbrock.

Eine Verkleinerung der Fuchs-Population würde der Gefahr einer Übertragung von Krankheiten vorbeugen, ergänzt Mußenbrock. Er nennt zum Beispiel den Fuchsbandwurm, der auch auf den Menschen übertragbar sei. „Daher ist es sinnvoll, den Fuchs kurz zu halten“, sagt Mußenbrock.

Lebendige Zielscheibe

Füchse dienten den Hobbyjägern hauptsächlich als lebendige Zielscheibe, denn weder aus wildbiologischer noch aus gesundheitlicher Sicht bestehe ein Grund für die massenhafte Bejagung der Beutegreifer, heißt es auf der anderen Seite in der Mitteilung der Tierrechtsorganisation „PETA“. Dort steht zudem, dass die Gefahr einer Krankheitsübertragung nahezu auszuschließen sei.

Jetzt lesen

In gewisser Weise bestätigt Kreisveterinär Dr. Manfred Ulrich diese Behauptung. Er verweist auf das sogenannte Fuchs-Monitoring, das in den vergangenen Jahren in ganz Deutschland gemacht worden sei. „Alle erlegten Füchse sind dabei auf Tollwut untersucht worden. Es ist nichts gefunden worden“, sagt Ulrich.

„Keine angespannte Situation“

Das Monitoring sei aus diesem Grund eingestellt worden. Auch in Sachen Fuchsbandwurm habe er in den vergangenen Jahren nicht gehört, dass es schlimmer geworden sei. „Wir haben also keine angespannte Situation“, so Ulrich. Der Fuchs sei als potenzieller Überträger zwar weiter im Spiel, sagt er. Allerdings seien die potenziellen Erreger derzeit nicht vorhanden.

Der Hegering in Velen und Ramsdorf werde an der Tradition der Fuchjagd festhalten. Das bestätigt Karl-Heinz Mußenbrock. „Wir machen hier ja nichts, was nicht erlaubt ist“, sagt er.

Jetzt lesen

Der Fuchs werde im Hegering auch nicht nur während der Fuchswoche bejagt, berichtet Mußenbrock. Zur Fuchswoche werde meist im Januar oder Februar eingeladen, während der sogenannten Fuchsranz, also der Paarungszeit der Tiere. Zudem werde eine Woche ausgesucht, in der der Mond hell scheine. Dann könne man die Tiere am besten sehen, sagt Mußenbrock. „Wie gejagt wird, entscheidet aber jedes Revier für sich.“ Abschuss, Fang- und Baujagd gehören dazu.

Wildernde Füchse

Der Fuchs als Einzelgänger ernährt sich in erster Linie von Mäusen und anderen kleinen Nagetieren sowie Würmern und Insekten. Der Hegering bekomme zudem regelmäßig Rückmeldungen von Landwirten und Hühnerhaltern, die berichten, dass ein Fuchs bei ihnen gewildert habe, berichtet Martin Holtkamp, stellvertretender Vorsitzender des Hegerings.

Aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet Rolf Souilljee, Vertreter des Nabu im Kreis Borken, die Sache. „Auf der einen Seite ist Raubwild Teil des natürlichen Inventars. Andererseits bangen wir aktuell um jedes Rebhuhn, das brütet. Die werden unter anderem von Füchsen gefressen.“ Souilljee deutet damit an, dass das Verhältnis zwischen Räubern und Beutetieren in den vergangenen Jahren in Schieflage geraten sein könnte.

Souilljee spricht sich dennoch nicht eindeutig für eine stärkere Bejagung des Fuchses aus. „Es sollten Fuchskontrollen organisiert werden. Wir sollten feststellen, wie groß überhaupt der Bestand an Füchsen ist“, sagt er. Aktuell berufe man sich nur auf die Vermutungen aus der Jägerschaft, dass die Fuchs-Population zu groß sei. „Es fehlen aber die Belege.“

Lesen Sie jetzt