Proteste in Gronau gegen Uranexport nach Russland

mlzUrananreicherungsanlage Gronau

Umwelt- und Anti-Atom-Initiativen befürchten, dass am Montag (9. Dezember) erneut ein Sonderzug mit Uranmüll von der UAA in Gronau nach Russland starten soll. Es gab und gibt Proteste.

von Rupert Joemann

Gronau

, 09.12.2019, 12:49 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau und das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen sowie weitere Organisationen befürchteten, dass am Montag (9. Dezember) erneut ein Sonderzug mit Uranmüll von der Urananreicherungsanlage in Gronau Richtung Russland starten soll – mit Zwischenstopp im Hafen von Amsterdam.

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Dagegen protestierten die Initiativen. Bisher sind in NRW und in den Niederlanden rund ein Dutzend Protestaktionen geplant. In Gronau hat am Montag um 8 Uhr eine Mahnwache auf der Brücke vor der Urananreicherungsanlage an der Max-Planck-Straße begonnen. In Ochtrup beginnt bereits um 7 Uhr am Bahnhof eine Protestaktion. Und in Hengelo wird ab 17 Uhr protestiert.

53.000 Menschen haben in Russland eine Online-Petition unterschrieben

Beim letzten Transport Mitte November stoppten Atomkraftgegner den Zug bei Burgsteinfurt mit einer Abseilaktion für mehr als sieben Stunden. Für die Ankunft des Schiffes in St. Petersburg sind auch in Russland neue Proteste geplant. Rund 53.000 Menschen haben dort eine Online-Petition von Greenpeace Russland unterschrieben.

Sofortigen Stopp gefordert

Anti-Atomkraft-Initiativen und Umweltverbände in Deutschland und Russland fordern vom Betreiber der Gronauer Urananreicherungsanlage, dem Urenco-Konzern, sowie von den deutschen Urenco-Anteilseignern RWE und EON sowie der Bundesregierung einen sofortigen Stopp der Exporte.

Am Donnerstag hatte Bundesumweltministerin Svenja Schulze angekündigt, den Export von Brennelementen einschränken zu wollen. Dieses geplante Verbot müsse auf Uranexporte jeglicher Art ausgeweitet werden, so die Initiatoren.

Umweltaktivisten: Es gibt immer mehr Ablehnung

„Die Ausweitung der Proteste zeigt, dass das Abschieben des eigenen Atommülls nach Russland auf immer mehr Ablehnung stößt. Es ist klar, dass Urenco , RWE und EON vor allem die hohen Kosten für eine sichere Entsorgung einsparen wollen – aber Russland ist nicht die Atommüllkippe für NRW. Konsequent sind ein Exportstopp und die Stilllegung der Urananreicherungsanlage Gronau im Rahmen des deutschen Atomausstiegs“, fordert Udo Buchholz vom Arbeitskreis Umwelt Gronau und Vorstandsmitglied im Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU).

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