Brand mit Todesopfer im Saunaklub: 43-Jähriger wegen Brandstiftung angeklagt

mlzLandgerichtsprozess

Im Juli 2019 kam beim Brand in einem Saunaklub in Hamminkeln ein 64-jähriger Niederländer ums Leben. Es war Brandstiftung, der Prozess gegen den Tatverdächtiger wurde am Mittwoch vertagt.

von Stefan Pingel

Hamminkeln

, 15.01.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein schnelles Ende fand am Mittwoch der erste Prozesstag in der Verhandlung um den tödlichen Brand im Saunaklub Gallardo im Juli 2019. Auf Antrag der Verteidigung wurde das Verfahren am Landgericht Duisburg verschoben. Es soll jetzt am 27. Januar fortgesetzt werden.

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Grund für die Verschiebung: Erst am Dienstagnachmittag hatten die beiden Verteidiger das Brandschutzgutachten bekommen. Es sei zu wenig Zeit gewesen, das Gutachten durchzuarbeiten, um es gestern ordentlich verhandeln zu können, stellten sie fest.

Großes Medienaufgebot zum Prozessauftakt

Der Morgen im Gerichtssaal 201 des Landgerichts begann mit einem großen Aufgebot an Medien. Und auf dem Gang warteten zahlreiche Zeugen. Mehr als die Personalien des 43-jährigen Angeklagten aus Voerde stellte das Gericht am Mittwoch aber nicht fest. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm heimtückischen Mord sowie Brandstiftung mit Todesfolge vor. Ihm droht bei einer Verurteilung eine lebenslange Haftstrafe.

Vor den Kameras der Medien im Gerichtssaal machte er gestern einen ruhigen und gefassten Eindruck. Er soll laut Anklage das Feuer gelegt haben, weil er mit den Dienstleistungen der Frauen in dem FKK-Klub nicht zufrieden war.

Tatsächlich sollte gestern das Brandgeschehen behandelt werden. Dazu waren auch der Hamminkelner Stadtbrandmeister Michael Wolbring und zwei Feuerwehrmänner geladen worden. Dabei soll es wohl auch um die Situation gehen, wie die Einsatzkräfte den 64-jährigen Niederländer, der bei dem Brand ums Leben kam, aus dem Saunaklub holten und dem Rettungsdienst übergaben.

Wann sie jetzt aussagen müssen, ist unklar. Das Gericht will noch die weitere Reihenfolge der Zeugenvernehmungen noch festlegen, denn eigentlich ist auch schon der 27. Januar mit vollgepackt mit Aussagen. Und der medizinische Gutachter, der am Mittwoch hätte aussagen müssen, sagte für diesen Tag direkt ab.

Vorläufiges Ende des Verfahrens soll am 2. April sein

Außerdem bemängelten die Anwälte, dass eine Beisitzende Richterin wegen Krankheit kurzfristig ausgewechselt wurde. Mit der Verschiebung des Prozessbeginns könnte auch wieder die ursprüngliche Besetzung der Kammer hergestellt werden, argumentierten sie. Dabei ist jetzt schon klar, dass die Kammer noch öfter zusammentreten wird.

Der Vorsitzende Richter nannte zwei weitere Termine für den Mordprozess. Vorläufiges Ende soll jetzt am 2. April sein.

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