Rettung für die Rheder Pralinen-Manufactur ist in Sicht

mlzPralinen-Manufactur Rhede

Vor zwei Monaten musste die Pralinen-Manufactur aus Rhede Insolvenz anmelden. Nun wurde eine „tragfähige Investorenlösung“ gefunden, wie Lukas Große-Bölting mitteilte.

von Sabine Hecker

Rhede

, 13.06.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Erleichterung ist Lukas Große-Bölting anzumerken. Knapp zwei Monate, nachdem er wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenz anmelden musste, zeichnet sich eine Perspektive für die Pralinen-Manufactur ab: Frank Große-Vehne vom Pralinenboten und sein Großonkel, der Spediteur Klemens Große-Vehne aus Stuttgart, wollen in das Unternehmen einsteigen. Das Insolvenzverfahren soll zum 1. Juli eröffnet werden.

Anschließend soll der Gläubigerversammlung die Investorenlösung vorgelegt werden, teilt Rechtsanwalt Markus Küthe von der Sozietät Stellmach & Bröckers aus Bocholt mit. „Innerhalb von gut zwei Monaten haben wir sehr konzentriert eine tragfähige Investorenlösung gefunden“, so Küthe, der den Sanierungsprozess seit Anfang April begleitet.

Die Corona-Pandemie hatte die Pralinen-Manufactur mitten im wichtigen Ostergeschäft hart getroffen. Cafés und Konditoreien stornierten ihre Aufträge, einige Großabnehmer zahlten nicht oder baten um Zahlungsaufschub. Zudem konnte die verderbliche Ware im Lager nicht mehr verarbeiten werden.

Die Idee zu der Dreier-Lösung kam von Frank Große-Vehne, dem geschäftsführenden Gesellschafter des Rheder Pralinenboten. Die Pralinen-Manufactur sei einer seiner Hauptlieferanten, sagte Große-Vehne im BBV-Gespräch. Um dem zu helfen, fragte er bei seinem Großonkel Klemens Große-Vehne an. Der gebürtige Krommerter betreibt in Stuttgart ein Speditions- und Logistikunternehmen mit 2300 Mitarbeitern und 240 Millionen Euro Umsatz.

„Erfahrene Unternehmerpersönlichkeit“

„Als erfahrene Unternehmerpersönlichkeit hat mein Großonkel uns von den ersten Gesprächen an tatkräftig mit Vorschlägen für den künftigen Absatz unterstützt“, sagt Frank Große-Vehne, der seinen Großonkel in den vergangenen Jahren auch für sein Unternehmen immer mal wieder um Rat gefragt, hat, wie er im Gespräch mit der Redaktion berichtet. Es sei ein „Glücksfall“, dass er ihn zusammen mit Lukas Große-Bölting für die Idee habe begeistern können, sich bei der Pralinen-Manufactur zu engagieren.

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Lukas Große-Bölting spricht von einer „Lösung, von der ich überzeugt bin.“ Er sehe persönlich und wirtschaftlich eine gute Basis für den Neuanfang. Nach Ansicht Frank Große-Vehnes sind „Pralinenbote und Pralinen-Manufactur eine unternehmerisch überaus sinnvolle Kombination“. Während „wir im Bereich des E-Commerce mit unserem etablierten Pralinenclub gut aufgestellt sind, ist die Pralinen-Manufactur bislang im stationären Einzelhandel verankert“.

Name Pralinen-Manufactur soll erhalten bleiben

Der Name Pralinen-Manufactur soll erhalten bleiben, das Unternehmen zur GmbH werden. „Wir müssen uns jetzt neu aufstellen und auch sehen, mit welchen Kunden wir künftig zusammenarbeiten“, sagt Große-Bölting, der in den vergangenen schwierigen Wochen „viel Wertschätzung und aufmunternde Worte“ bekommen hat, wie er sagt. „Gemeinsam bereiten wir uns jetzt Schritt für Schritt auf die Pralinensaison im Herbst und das Weihnachtsgeschäft vor.“

„Klare Mannschaftsleistung“

Stellmach & Bröckers werde diese Vorbereitungen begleiten, teilt die Sozietät mit. „Es ist eine klare Mannschaftsleistung, dass wir sehr zügig eine erfolgreiche Sanierungsperspektive identifiziert haben und uns wirtschaftlich darüber einig sind, wie die Interessen der Gläubiger bestmöglich befriedigt werden können“, ergänzt der vorläufige Sachwalter, Mike Westkamp von der Sozietät Görg.“

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