Schuss auf Randalierer: Verfahren gegen fünf Polizisten eingestellt

mlzPolizisten bedroht

Ein Strafverfahren gegen fünf Polizeibeamte, die im Oktober 2019 im Einsatz auf einen damals 37-jährigen Mann in Bocholt geschossen haben, wurde jetzt „wegen erwiesener Unschuld“ eingestellt.

von Nikolaus Kellermann

Bocholt

, 19.02.2020, 15:46 Uhr / Lesedauer: 1 min

Das bestätigt auf Nachfrage des Bocholter Borkener Volksblatts Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt. Die Beamten waren am 11. Oktober zu einer Wohnung an der Herzogstraße gerufen worden.

Dort hatte der Beschuldigte einen Familienangehörigen angegriffen und sei dabei „völlig ausgerastet“, wie die Polizei damals mitteilte. Die hinzugerufenen Beamten hätten schließlich die Schusswaffe eingesetzt, nachdem der Mann mit einem Zimmermannshammer auf sie losgegangen sei.

Polizisten mit Hammer bedroht

Inzwischen seien die Ermittlungen in dem Fall abgeschlossen, sagt Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt. Darin sei die Unschuld der Beamten erwiesen worden. „Die Schusswaffe ist nach dem Polizeigesetz das allerletzte Mittel“, sagt er. Daher müsse ein solcher Einsatz dahin gehend geprüft werden, ob der Einsatz der Schusswaffe verhältnismäßig sei.

In diesem Fall bestünde daran jedoch kein Zweifel. Die Beamten hätten den Mann zunächst angesprochen und angewiesen, stehen zu bleiben und den Hammer niederzulegen. Anschließend hätten alle fünf Polizisten Tränengas eingesetzt.

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Als das alles nichts genützt habe und auch ein Warnschuss ignoriert worden sei, habe man auf den 37-Jährigen geschossen. Dies sei „als letztes Mittel“ erfolgt, sagt Botzenhardt.

Der Mann war durch den Schuss zwar verletzt worden, machte den Beamten jedoch „nicht einmal einen Vorwurf“, so der Oberstaatsanwalt. Das Verfahren sei schließlich „wegen erwiesener Unschuld“ eingestellt worden.

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