Thomas Waters mäht mit seinem Boot Unterwasserpflanzen

mlzSpezialboot

Mit seinem Mähboot steht Thomas Waters im näheren Umkreis allein auf weiter Flur: Damit kann der Anholter Unterwasserpflanzen kappen. Gerade ist er wieder in Borken aktiv gewesen.

von Hans Georg Knapp

Borken/Isselburg

, 28.09.2020, 16:12 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als Thomas Waters zum ersten Mal den Pröbstinger Badesee in Borken-Hoxfeld gemäht hat, dauerte das 50 Stunden – „circa eine Woche“, blickt der gebürtige Isselburger zurück. In der vergangenen Woche, als er noch einmal „drüber hergefahren“ ist, verging gerade mal ein halber Tag. „Im Moment steht da nicht viel drin“, erklärt der 58-Jährige. „Das lohnt sich im Moment nicht“, ergänzt er mit Blick auf das derzeitige Wachstum der dortigen Unterwasserpflanzen, unter anderem Seegras und Hornkraut. Liegt es vielleicht auch an der vorangegangenen gründlichen Mäharbeit? Waters lacht und sagt: „Wenn Sie so wollen, haben wir sehr gründlich gearbeitet.“

2,50 Meter breites Mähwerk

Der Anholter ist Lohnunternehmer und betreibt unter anderem Gewässerunterhaltung. In Gräben zweiter Ordnung, die von Verbänden unterhalten werden, mähen er und seine Mitarbeiter Sohle und Böschung. Das geschehe hier im Umland praktisch überall, berichtet Waters.

Sein Spezialwerkzeug: ein Mähboot mit einem 2,50 Meter breiten Schneidwerk, das Pflanzen bis zu einer Tiefe von 1,50 Metern kappen kann und das dem Bootsführer auf einem Monitor mittels GPS anzeigt, wo er bereits gemäht hat. Die Voraussetzung: „Wasser muss drinstehen“, sagt Waters über die Einsatzorte des Mähbootes – „mindestens 40 Zentimeter.“

Mähboot in der Region einzigartig

Auf den benachbarten Seen in Pröbsting – Badesee und Freizeitsee – ist Wassertiefe kein Problem. Den Kampf gegen Unterwasserpflanzen, die sich stark ausbreiten können, führen Waters und seine Mitarbeiter dort jetzt schon im dritten Jahr nacheinander. Ist eine solche Unterwassermahd in der Region eher selten im Angebot? „Hier im Umkreis“ kenne er niemanden, der ein solches Mähboot habe, sagt Waters – abgesehen von dem Inhaber eines kettengetriebenen Amphibienfahrzeugs, das sich aber für Seen weniger eigne.

Mähboote kennt Waters sonst nur von den Deichverbänden Bislich-Landesgrenze und Xanten-Kleve oder vom Isselverband, aber „das sind alles Verbandsboote“. Andererseits kostet ein solches Mähboot je nach Ausstattung zwischen 120.000 und 150.000 Euro. Der Unternehmer stellt fest: Die meisten Mähboote führen im Norden, Süden und Osten der Republik, denn dort gebe es größere Gewässer. Waters arbeitet seit knapp 25 Jahren damit. Wie häufig das geschehe, hänge davon ab, „wie viel drinsteht“, deutet er wieder auf die Wasserpflanzen – „wann wir fahren können, wie oft wir fahren müssen“. Das liege stets an Bewuchs und Witterung.

Unterwassermahd in zwei Arbeitgängen

Die Unterwassermahd umfasst zwei Arbeitsgänge: Zuerst schlägt das Schneidwerk sozusagen 2,50 Meter breite Breschen ins Unterwasserdickicht; dann schiebt das Boot mit einem vorgespannten großen Gitter die Pflanzen ans Ufer, die nach Kappung an der Wasseroberfläche treiben. „Wir brauchen auch noch einen, der den Bagger fährt, um das Räumgut rauszuholen“, erläutert Waters. Die Entsorgung übernimmt im Falle der Pröbstinger Seen Borkens Bauhof.

„Wir mähen nicht nur in Borken“, unterstreicht der Anholter im BBV-Gespräch. Das Mähboot sei etwa auch schon am Dingdener Campingplatz im Einsatz gewesen und am Rheder Schloss. „Dort haben wir Seerosen aus der Außengräfte herausgeholt“, erzählt Waters. Gemäht habe sein Unternehmen auch schon auf dem Halterner Stausee: Dort sei es darum gegangen, den Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich freizuschneiden.

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Vermutlich könne das Mähboot bald „einwintern“, blickt Waters voraus; sicher sei er sich da aber noch nicht. Am Freitag sollte das Boot auch noch über den Pröbstinger Freizeitsee kreuzen. Denn tags darauf fand dort der 13. „Dragonboat-Cup“ statt. Doch am Ende sei das Mähboot nicht mehr gefahren, berichtet Waters; vom Ufer aus habe man entschieden, dass sich das derzeit nicht lohne. Im Kampf gegen das Unterwasserwachstum bleiben die Anholter also vorerst Sieger.

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