Velener startet Klima-Projekt per Crowdfunding-Aktion

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Michael Goßling aus Velen und Kim Nowack aus Borken liegt das Klima der Erde am Herzen. Beide möchten sich dafür einsetzen.

von von Lars Johann-Krone

Velen

, 03.06.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

VELEN. Über eine Crowdfunding-Aktion im Internet sammeln Michael Goßling und Kim Nowack Geld. Ihr Ansatz: Sie möchten Waldflächen pachten und sie aufforsten. Über die Internet-Plattfom „Startnext“ haben sie als Spendenziel 80.000 Euro angegeben, um das Projekt angehen zu können.

Die Idee, über das Pflanzen von Bäumen etwas für das Klima zu tun, liegt bei beiden nahe. Goßling arbeitet in zweiter Generation im familiären Forstbetrieb. Der 34-Jährige bewirtschaftet in der Umgebung von Velen einige Flächen. Kim Nowack ist im Bereich der Produktion beim Borkener Familienunternehmen Nowack tätig. Schnittgrün und Ziergehölze produziert dieses. Beide betonen aber, dass ihre Sammlung nichts mit ihren Unternehmen zu tun hat.

Die Männer wissen um die aktuellen Nöte vieler Waldbauern. Die ächzen unter der Last der hohen Kosten für das Bewirtschaften des Waldes und leiden unter niedrigen Erträgen sowie Problemen, verursacht durch Schädlinge und Trockenheit. Goßling und Nowack greifen mit ihrem Projekt in gewisser Weise auch Waldbauern unter die Arme, indem sie ihre Flächen bewirtschaften.

„Wir wollen den Bauern das Doppelte der Pacht bieten, die sie auf dem freien Markt erhalten würden“, berichtet Nowack. „Das ist für viele Bauern ein Anreiz, uns die Flächen zu überlassen“, hofft er.

500 Euro pro Hektar

Rund 500 Euro jährlich pro Hektar wollen Goßling und Nowack also bieten. Hinzu kommen für sie Kosten für die Pflanzen, die gekauft oder gezüchtet werden müssen und die Kosten für Subunternehmer, die bei der Arbeit im Wald helfen. Je nachdem, wie viele Flächen sie letztlich pachten dürfen, kommen schnell Kosten von 80.000 Euro zusammen.

„Unser Projekt ist auch nichts Amateurhaftes. Wir versuchen hier nicht, mit zwei Spaten die Welt zu retten“, sagt Goßling. „Wir machen das mit vernüftigen Partnern, mit Fachleuten.“

Zusagen gibt es bereits

In diesem Herbst soll es schon losgehen. „Für einige Hektar haben wir auch schon Zusagen“, berichtet Nowack. Weitere Flächen sollen hinzukommen. Bevorzugt geht es um Flächen, die bereits gerodet wurden. „Wichtig zu verstehen ist aber, dass es uns nicht darum geht, Kahlschlag zu machen und einen neuen Wald aufzuforsten“, so Goßling.

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Dennoch versuchen die beiden, neue Wege zu gehen. „Dort, wo Waldbesitzer, um Kosten zu sparen, nur so viele Bäume pflanzen wie gerade notwendig und vorgeschrieben sind, wollen wir deutlich mehr Pflanzen pflanzen“, erklärt Goßling. Mehrere Tausend pro Hektar sollen es sein. Die beiden möchten zudem auf Bäume setzen, die zukunftsfähig sind. Die Tannen-Arten Cryptomeria und Douglasie sowie die Zypressen-Art Arizonica sind dabei nur drei der bevorzugten Arten.

80.000 Stecklingen der Sorte Sibirischer Hartriegel

Mit dem Pflanzen von 80.000 Stecklingen der Sorte Sibirischer Hartriegel sind Goßling und Nowck sogar schon in Vorleistung gegangen. „Die Pflanze bietet zum Beispiel für Bodenbrüter ideale Verstecke“, berichtet Goßling. Die Cryptomeria ist resistent gegen Schädlinge, braucht nur wenig Wasser und ist schnellwüchsig, so Goßling. „So können diese Pflanzen schnell CO2 binden.“

Ziel des Projekts ist zum einen, etwas für das Klima zu tun. Zum anderen greift es Waldbauern unter die Arme. „Denn die Erträge durch das mögliche spätere Verkaufen des Holzes bleibt den Waldbauern“, so Goßling. „Ziel ist aber erstmal gar nicht der Verkauf. Die Bäume sollen stehen bleiben. Zudem denke ich, dass Holz auch in zehn, 20 Jahren nicht viel wert sein wird.“

Die Sammlung im Internet läuft bereits und noch bis zum 28. Juli. Weitere Infos und die Möglichkeit, das Projekt zu unterstützen, gibt es im Internet.

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