Vor Zug gestoßen: Mordverdächtigem droht Einweisung in Psychiatrie

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Der 28-Jährige, der im Juli eine Frau vor einen Zug in Voerde gestoßen haben soll, steht in Duisburg vor Gericht. Er ist wegen Mordes angeklagt. Ihm droht die Einweisung in die Psychiatrie.

von Stefan Pingel

Hamminkeln

, 10.12.2019, 07:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Staatsanwaltschaft Duisburg geht von einem heimtückischen Mord aus Mordlust aus, allerdings sei der Beschuldigte mindestens eingeschränkt schuldfähig.

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Wegen einer psychischen Erkrankung sei es hinreichend wahrscheinlich, dass der Beschuldigte nicht ins Gefängnis kommt, sondern in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen wird, sagte die Sprecherin des Landgerichts Duisburg, Sarah Bader, laut dpa am Montag.

Der mutmaßliche Täter, ein in Deutschland geborener Serbe, der zum Tatzeitpunkt in Brünen wohnte, ist jetzt schon in einer Psychiatrie untergebracht, teilte das Gericht mit. Die Staatsanwaltschaft gehe nicht nur von einer eingeschränkten Schuldfähigkeit aus, auch eine gänzliche Schuldunfähigkeit sei nicht ausgeschlossen, sagte Bader: „Wenn man eine Schuldunfähigkeit nicht ausschließen kann, kann man ihn ja wegen der Straftat nicht verurteilen.“

Deswegen habe die Staatsanwaltschaft keine Anklage gestellt, sondern eine sogenannte Antragsschrift im Sicherungsverfahren. Darüber müsse das Gericht noch entscheiden.

Frau starb noch am Tatort

Der Beschuldigte soll im Juli eine ihm unbekannte 34-jährige Frau auf dem Bahnsteig in Voerde vor einen einfahrenden Zug gestoßen haben. Sie wurde von dem Regionalzug überrollt und starb noch am Tatort. Die Frau war Mutter einer Tochter.

Für die Polizei war der Mann schon vor der Tat kein Unbekannter. Er war unter anderem wegen Diebstahls, Körperverletzung und kleinerer Vergehen zu Geldstrafen verurteilt worden. Auch in Brünen war er drei Wochen zuvor wegen Randalierens aufgefallen. Damals waren bei dem Einsatz zwei Polizisten verletzt worden.

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