Wegen Corona: Karnevalisten sagen Rosenmontagszug 2021 in Bocholt ab

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Die Coronakrise ist noch nicht überwunden und wirft zugleich schon ihren Schatten auf 2021. Und das trifft die Karnevalisten in Bocholt hart. Einen Rosenmontagszug wird es nicht geben.

von Mark Pillmann

Bocholt

, 28.08.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Rosenmontagszug in Bocholt wird im kommenden Jahr nicht stattfinden. Das haben die Karnevalisten bei einem gemeinsamen Treffen kürzlich beschlossen. Bei dem Entschluss seien sich alle einig gewesen, sagt Thomas Ribbes vom Bürgerausschuss zur Förderung des Bocholter Karnevals. Die Coronakrise ließ den Verantwortlichen schlicht keine Wahl.

Das Treffen in der Gaststätte Roddemann habe dazu gedient, herauszufinden, „wo jeder steht“, so Ribbes weiter. Rund 50 Abgesandte von 30 verschiedenen Gruppen, Karnevalisten wie Wagenbauer, hatten an dem Treffen teilgenommen. Sie hatten sich bereits im Vorfeld in ihren Gruppen abgesprochen und die Meinungen der anderen Gruppenmitglieder eingeholt.

Schnell herrschte Einigkeit

Schnell sei man sich einig gewesen, dass die Gesundheit im Vordergrund stehe. Das Risiko für Besucher und Teilnehmer sei einfach zu groß, sagt Ribbes. Man wolle nicht das Risiko eingehen, einen neuen Hotspot zu schaffen – „Karneval steht vielleicht gerade nicht an erster Stelle“. Gegenstimmen habe es an diesem Abend keine gegeben, so Ribbes weiter.

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Neben den Gesundheitsrisiken spielten auch die Unsicherheiten eine große Rolle bei dem Entschluss. „Es ist uns alles zu vage“, erklärt Thomas Ribbes. Weder sei derzeit abzusehen, ob man Wurfmaterial benutzen dürfe, noch, ob Großveranstaltungen im nächsten Jahr in der Zeit überhaupt stattfinden dürfen

Letztlich blieb den Karnevalisten keine Wahl

„Bevor uns jemand drei oder vier Wochen vorher sagt, so eine Großveranstaltung werden wir nicht genehmigen, können wir lieber selber in die Verantwortung gehen und den Rosenmontagszug absagen“, so Ribbes. „Wir waren uns alle einig.“

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Trotzdem hatten die Karnevalisten an dem Abend auch andere Optionen durchgesprochen – beispielsweise mit einem Entschluss bis Januar zu warten. „Da kam ganz schnell raus, dass wir das nicht hinkriegen – die Vorbereitungszeit ist dafür zu kurz. Wir hätten dann einen Karnevalszug gehabt, der nur ein Viertel oder halb so groß ist, mit vielen Fußgruppen, ohne Wagen, vielleicht ohne Wurfmaterial.“

Karnevalisten haben aber bereits andere Ideen

Das sei ebenfalls in die Entscheidung mit eingeflossen, nicht mehr so lange mit einem Entschluss warten zu wollen. Dadurch habe man Planungssicherheit gewonnen und könne sich so jetzt auf die nächste Veranstaltung zum Stadtjubiläum 2022 konzentrieren.

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Und selbst, wenn konkrete Pläne dafür derzeit noch nicht vorliegen, haben die Karnevalisten bereits die ein oder andere Idee im Kopf. „Wir vom Bürgerverein wollen noch einmal eine Gala für Bocholt machen, die wir vor fünf oder sechs Jahren eingestampft hatten.“

Außerdem hätten die Karnevalsvereine den Wunsch, den ein oder anderen hochkarätigen Künstler zu engagieren – das entsprechende Sponsoring vorausgesetzt. „Das sind jetzt die ersten Gedanken, doch es ist noch zu früh, um etwas Konkretes sagen zu können.“ Denn derzeit gebe es noch genug Aktuelles, das die Karnevalisten beschäftigt.

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