Wildpark Frankenhof bekämpft Eichenprozessionsspinner aus der Luft

mlzWildpark Frankenhof

Helikopter drehten ihre Runden über dem Wildpark Frankenhof in Reken. Der Pilot versprühte ein Biozid über den Bäumen – im Kampf gegen die Raupen des Eichenprozessionsspinners.

von Tim Schulze

Reken

, 29.04.2020, 12:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der ein oder andere neugierige Passant hält an und zückt sein Smartphone für ein Video oder Foto, als am Montagabend ein Hubschrauber auf dem Parkplatz des Wildparks Frankenhof steht. Den Hubschrauber hat die Baumschule Keller aus Issum gechartert. Im Auftrag des Inhabers des Wildparks versprüht der Pilot des Hubschraubers ein Biozid über den Bäumen – im Kampf gegen die Raupen des Eichenprozessionsspinners.

Eichenprozessionsspinner besser aus der Luft bekämpfen

„Wir probieren diese Methode mit einem Hubschrauber jetzt zum ersten Mal aus“, berichtet Kathrin Pohlmann von der Geschäftsleitung des Wildparks. Im vergangenen Jahr sei man den Raupen vom Boden aus nicht mehr Herr geworden. Bei der Höhe der Bäume sei mit Steigern und Sprühkanonen nicht viel auszurichten.

„Nach ausführlichen Beratungen mit Behörden und Schädlingsbekämpfungseinrichtungen sowie Gesprächen mit Kommunen, die unter sehr starkem Befall leiden, sind wir zu dem Schluss gekommen, dass eine Ausbringung des Biozids mit dem Hubschrauber die beste Lösung ist. Wir hoffen, dass es funktioniert“, sagt Pohlmann. „Für Menschen und unsere Tiere ist das Mittel nicht gefährlich.“

Biologisches Insektizid soll anderen Tieren und Menschen nicht schaden

Für den Angriff auf die Larven verwendet die Baumschule Keller das biologische Insektizid Foray ES. Es handele sich um ein in der Natur vorkommendes Bakterium, das für die Behandlung der Bäume aufbereitet und in einer wässrigen Lösung aufgebracht werde, erklärt Ralf Keller, der Chef der Baumschule. Damit würden „freifressende Schmetterlingsraupen“ bekämpft.

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Andere Insekten blieben verschont. „Die Raupen müssen das Biozid fressen“, ergänzt der Fachmann. Es zerstöre ihr Verdauungssystem, so dass sie das Fressen einstellen und in der Folge absterben würden. Wichtig für den Einsatz des Biozids seien stabile Witterungsbedingungen, so Keller. Es dürfe nicht regnen oder zu windig sein. „Das Mittel muss antrocknen.“ 40 Liter Flüssigkeit pro Hektar würden mit dem Helikopter ausgebracht.

Mehrere Helikopterflüge sind nötig, um die Bäume auf dem kompletten Areal zu besprühen. Immer wieder muss der Hubschrauber zum Parkplatz zurückkehren, um dort mit der Lösung neu betankt zu werden. Nach etwas mehr als einer Stunde ist der Einsatz der Baumschule Keller beendet.

  • Der Wildpark Frankenhof ist aufgrund der Corona-Pandemie bereits seit mehreren Wochen geschlossen.

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