„Wohnmobil-Dinner“: Das Restaurant-Gefühl gibt es in Bocholt im Wohnmobil

Corona-Pandemie

Der Lockdown wurde verlängert, die Restaurants müssen weiterhin geschlossen bleiben. Gastronomen aus Bocholt sind deswegen kreativ geworden. Hier kann jeder im eigenen Wohnmobil speisen.

Bocholt

von Ann-Theres Langert

, 01.12.2020, 11:37 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auch Dr. Carlos Ocampo und Anabela Rodriguez de Ocampo haben das Angebot genutzt.

Auch Dr. Carlos Ocampo und Anabela Rodriguez de Ocampo haben das Angebot genutzt. © Ann-Theres Langert

Weil der normale Restaurantbetrieb zurzeit geschlossen bleiben muss, hat sich das Restaurant Siebelts im Bocholter Hotel Residenz einer bundesweiten Idee angeschlossen, den Betrieb zu beleben. Seit Samstagabend ist es möglich, das „Restaurant-Feeling ins Wohnmobil“ zu bringen.

Mit ihrem eigenen Wohnmobil können Gäste vor das Restaurant fahren und dort bestellen und essen. Die Idee dazu hätten sie aus der Facebookgruppe „WohnmobilDinner“, berichtete Küchenchef Mario Thissen. Dort und in anderen Sozialen Medien habe er auch Werbung für die eigene Aktion gemacht. Gleichzeitig bietet das Restaurant einen Abhol- und Lieferservice an.

Endlich mal nicht zu Hause essen

Die Gäste am Samstagabend zeigten sich begeistert von der Aktion. Das Besondere sei, nicht zu Hause zu sein und sich trotzdem heimisch zu fühlen, fanden Martin und Svenja Zanke. Im eigenen Wohnwagen fühlten sie sich sicher und könnten trotzdem ein wenig rauskommen, berichteten die beiden Bocholter. Dass sie dabei gleichzeitig die lokalen Betriebe unterstützen könnten, gefalle ihnen besonders gut.

Koch Mario Thissen (von links) mit den Gästen Ingrid und Rolf Seiler, Wolfgang und Petra Strahl und Inhaberin Elena Siebelt.

Koch Mario Thissen (von links) mit den Gästen Ingrid und Rolf Seiler, Wolfgang und Petra Strahl und Inhaberin Elena Siebelt. © Ann-Theres Langert

Bei Facebook hätten sie das Angebot gesehen und daraufhin reserviert. Es sei eine „willkommene Abwechslung“, betonten die beiden. Zu Hause könne man zwar auch gut essen, aber „nicht so gut wie hier“. Auch die Bocholter Anabela Rodriguez de Ocampo und Dr. Carlos Ocampo zeigten sich begeistert von der Möglichkeit, wieder rausgehen zu können, dabei aber sicher zu sein und gleichzeitig die hiesige Gastwirtschaft zu unterstützen. Sie hätten von der Aktion unter anderem durch Freunde gehört, die das Wohnmobil-Dinner an einem anderen Ort mitgemacht hätten.

Angestellte dekorieren sogar den Tisch im Wohnmobil

Ingrid und Rolf Seiler und Petra und Wolfgang Strahl sind extra eine Stunde gefahren, um beim Restaurant Siebelts zu essen. Die zwei Ehepaare aus Neuss hatten die Aktion bei Facebook gesehen und aufgrund ihrer zwei großen Wohnmobile nach einem Restaurant mit ausreichend großem Stellplatz gesucht. So haben sie das Abendessen noch mit einem kleinen Stadtbummel verbunden. Ein Wohnmobil-Dinner sei eine „Win-win-Situation“ für die Gastronomie und für die Gäste, betonten sie. Es sei eine „tolle Idee“ und werde von dem Hotel Residenz „klasse umgesetzt“.

Natürlich sei das Restaurant ein wenig teurer als andere, dennoch würde das Preis-Leistungs-Verhältnis absolut stimmen, betonten sie. Es sei nicht nur eine gute Küche mit toller Qualität, auch der Aufwand, den das Hotel für das Wohnmobil-Dinner machen würde, sei „das Geld wert“. So schmückte das Hotel die Tische in den Wohnmobilen unter anderem mit Tischdecken und eigener weihnachtlicher Dekoration.

Reservierungen sind unbedingt notwendig

Da auf dem Parkplatz vor dem Hotel nur Platz für sechs oder sieben Wohnmobile ist, sei es nötig, sich vorher anzumelden, sagt Inhaberin Elena Siebelt. Die Speisekarte kann sowohl vorher im Internet abgerufen als auch am Abend eingesehen werden. Danach laufe es ab wie bei einem normalen Restaurantbesuch auch. Es könne ganz normal von der Karte gewählt und Getränke bestellt werden. Die Möglichkeit des Wohnmobil-Dinners besteht täglich zwischen 18 und 21.30 Uhr. Donnerstags ist Ruhetag.

Sie planen die Aktion erst einmal bis zum 20. Dezember, berichtete Siebelt. Danach würden die Betriebsferien beginnen. Sie könnten es sich aber durchaus vorstellen, die Aktion im Januar fortzuführen.

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