Der Angeklagte (r.) am Duisburger Landgericht. © Werner von Braunschweig
Duisburger Landgericht

89-Jähriger wollte demenzkranker Ehefrau die Kehle durchtrennen – mildes Urteil gefallen

Sie war seine große Liebe. Doch als die Frau im hohen Alter an Demenz erkrankte, wollte der Mann nur noch eines: ihren Tod. Jetzt ist das Urteil für den 89-jährigen Duisburger gefallen.

Geplant hatte er die Tat offenbar schon lange. Ende Dezember 2020 setzte er sie schließlich in die Wirklichkeit um. Der Senior wartete, bis seine Frau schlief, nahm ein Küchenmesser und versuchte, ihren Hals zu durchtrennen. Mehrere tiefe Schnittwunden fügte er der 84-Jährigen zu. Dann versagten seine Kräfte.

„Ich wollte sie töten, aber es hat nicht geklappt“, sagte er später der Polizei. Und: „Anschließend wollte ich mich selbst umbringen.“

Das Duisburger Schwurgericht gestand dem Rentner im Urteil zwar eine absolute Überforderung mit der Situation zu. Doch er hätte anders, besonnener handeln müssen. Vor allem aber hätte sich der 89-Jährige nicht zum Entscheider über das Leben seiner Frau aufschwingen dürfen.

Mildes Urteil für den 89-Jährigen

„Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass die Frau wegen ihrer schweren Demenzerkrankung nicht mehr leben wollte“, sagte der Vorsitzende Richter Joachim Schwarz. Der Angeklagte hätte sich Hilfe suchen und die angebotene Unterstützung seiner Töchter annehmen müssen.

Das Gericht verhängte schließlich zwei Jahre und zehn Monate Haft wegen versuchten Totschlags. Noch mehr Milde, gar eine Bewährungsstrafe war aus Sicht der Richter allerdings nicht drin.

Wenigstens durfte der 89-Jährige jedoch vorerst die Untersuchungshaft verlassen. Wann er die Haftstrafe antreten muss, entscheidet sich später.

Über den Autor

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.