A42/A43 im Kreuz Herne: Meilenstein für Großprojekt - Tunneldurchstich ist erfolgt

Der Durchstich des neuen Tunnels unter dem Kreuz Herne wurde mit Spannung erwartet.
Der Durchstich des neuen Tunnels unter dem Kreuz Herne wurde mit Spannung erwartet. © Autobahn Westfalen
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Es ist eines der größten Bauprojekte zurzeit in NRW – der Bau des Tunnels Baukau und der Ausbau des Autobahnkreuzes Herne. Autofahrer müssen hier viel Geduld mitbringen, denn die verschiedenen Bauphasen erfordern immer wieder Sperrungen und Umleitungen.

Das Kreuz Herne, das die A42 mit der A43 verbindet, erhält im Verlauf des sechsstreifigen Ausbaus der A43 einen neuen Tunnel – den Tunnel Baukau. Dieser verbindet zukünftig die A43 in Fahrtrichtung Münster mit der A42 in Fahrtrichtung Oberhausen.

Nun vermeldete die Autobahn Westfalen einen wichtigen Etappensieg bei den Bauarbeiten: Mit dem gerade erfolgten Tunneldurchstich haben die Tunnelbauer nun quasi das „Licht am anderen Ende des Tunnels“ gesehen. Nach knapp einem Jahr, in dem der neue Tunnel Baukau von der A43 zur A42 Stück für Stück unter den Bahngleisen vorangetrieben wurde, ist jetzt das andere Ende erreicht.

Das Autobahnkreuz Herne ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt

„Das ist ein Meilenstein für unser Großprojekt“, freut sich Elfriede Sauerwein-Braksiek, die Leiterin der Autobahn-Niederlassung Westfalen. Die Arbeiten unter den Bahngleisen sind der kniffligste Teil beim Bau der neuen unterirdischen Verbindung, die mit 550 Metern Länge zukünftig von der A43 Fahrtrichtung Münster auf die A42 in Fahrtrichtung Oberhausen führt. „Diese Verbindung ist eine der meistbefahrenen im östlichen Ruhrgebiet“, unterstreicht Sauerwein-Braksiek die Bedeutung des neuen Tunnels.

Ein Schutzschirm aus Rohren wurde eingeschoben und mit Beton gefüllt. Damit soll die Stabilität der Bahngleise gesichert werden.
Ein Schutzschirm aus Rohren wurde eingeschoben und mit Beton gefüllt. Damit soll die Stabilität der Bahngleise gesichert werden. © Autobahn Westfalen

Da die Bahnstrecke sich trotz der Bohrungen nicht einmal im Millimeterbereich bewegen durfte, wurde 2020 eine Art Schutzschirm aus Rohren eingeschoben und mit Beton gefüllt. Dies wird von Sensoren rund um die Uhr überwacht.

Zudem wurde die Erde unter dem Rohrschirm vor den eigentlichen Arbeiten mit Spritzbeton fester gemacht, um ein Absacken während der Arbeiten zu verhindern. Unter diesem Schirm haben dann im September 2021 die eigentlich Bohrungsarbeiten begonnen. Dabei wurden 7000 Kubikmeter Erde zunächst mit Betoneinspritzungen verfestigt und dann nach und nach herausgeholt.

Ende 2023 soll der Tunnel Baukau im Rohbau stehen

Die restliche Erde wird nun entfernt, dann wird die Ausfahrt zur A42 gebaut, das sogenannte Tunnelportal. Ende 2023 soll der Rohbau des gesamten Tunnels stehen, dann folgt die Elektronik. In Betrieb wird der Tunnel aber erst Ende 2025 gehen, da zuvor noch die Brücke Cranger Straße abgerissen und neugebaut werden muss, die sich direkt vor der Tunneleinfahrt befindet. Dann wird der Verkehr zunächst einstreifig, nach dem Ausbau der A42 dann auch zweistreifig durch den neuen Tunnel fließen.