Coronavirus

Ansturm vor scharfem Lockdown auf Friseure – „Wir arbeiten durch“

Vor Beginn des scharfen Lockdowns bedienen Friseure noch so viele Kunden wie möglich. Trotzdem wird ein Großteil der üblichen Vorweihnachtseinnahmen wegfallen.
Vor dem scharfen Lockdown arbeiten die Friseure durch. © picture alliance/dpa/APA

Der Friseur- und Kosmetikverband NRW geht davon aus, dass die meisten Friseurbetriebe am Dienstag noch bis kurz vor Mitternacht Kunden bedienen werden. „Um 23.59 Uhr ist Deadline. Bis dahin werden die meisten die Zeit noch nutzen“, sagte der stellvertretende Verbandsvorsitzende Ingo Lanowski aus Hamm.

Er sprach von einem „Ansturm“ auf die Salons vor dem scharfen Lockdown. „Seit Montag morgen 7.45 Uhr stehen die Telefone nicht mehr still.“ Er schätzt, dass die Betriebe in diesem Jahr nur rund 20 Prozent des sonst üblichen Vorweihnachtsgeschäfts erwirtschaften können.

Lanowski betreibt in Hamm zwei Friseursalons mit insgesamt 15 Mitarbeitern. Der 56-Jährige ist auch Obermeister der Friseurinnung Hamm. In seinen Betrieben seien am Dienstag alle Mitarbeiter im Einsatz, sagte Lanowski weiter. „Wir arbeiten durch, bis der letzte Kunde raus ist.“ Freie Termine gebe es keine mehr.

Friseure bis vor kurzem systemrelevant

Lanowski äußerte Unverständnis über die Entscheidung, auch Friseurgeschäfte schließen zu müssen. Noch vor wenigen Wochen habe der Bundesgesundheitsminister die Friseure als systemrelevant eingestuft. „Da fragt man sich schon, ob man sich noch auf die Aussagen der Politik verlassen kann.“ Er betonte, dass in den Salons der „höchste Grad an Hygiene“ eingehalten worden sei.

Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks hatte am Montag seine Unterstützung für die Entscheidungen von Bund und Ländern zugesagt. Das Friseurhandwerk werde weiter alles tun, um einen Beitrag zur Senkung der Infektionszahlen zu leisten, hieß es in einer Mitteilung. Der Verband forderte allerdings Hilfsprogramme.

Lockdown trifft Friseurhandwerk hart

Der erneute Lockdown mitten in der umsatzstärksten Zeit des Jahres treffe das Friseurhandwerk hart. Staatliche Hilfen müssten daher schnell und effektiv geleistet werden. „Es geht um die Existenz vieler Unternehmen. Mit diesem nun zweiten Lockdown rechnen wir auf das Jahr bezogen mit Umsatzverlusten von bis zu 30 Prozent“, erklärte Hauptgeschäftsführer Jörg Müller.

In Deutschland gibt es laut Zentralverband rund 80 000 Friseursalons. In Nordrhein-Westfalen sind rund 3700 Betriebe in der Landesinnung organisiert.

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