Sascha H. (r.) im Landgericht Bochum. © Werner von Braunschweig
Landgericht Bochum

Auch TV-Ärztin betrogen: Promi-Vermittler aus Bochum muss ins Gefängnis

Einst ehrte er Prominenzgrößen aus Sport, Politik und Kultur – dann folgte der tiefe Fall: Der vorbestrafte Promi-Vermittler Sascha H. aus Bochum muss ins Gefängnis.

Jetzt ist es passiert: Der bekannte ehemalige Bochumer Promi-Vermittler Sascha H. muss ins Gefängnis. Der 43-Jährige ist am Donnerstag (14.10.) am Bochumer Landgericht zu zwei Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt worden. Rund zwei Jahre nach seiner letzten Verurteilung hatte der 43-Jährige zugeben, auch eine einst mit ihm befreundete TV-Ärztin betrogen zu haben. Schaden: mehr als eine halbe Million Euro.

Auch die Medizinerin hatte Sascha H. zur Abfederung von dessen enormen finanziellen Schwierigkeiten ein Darlehen von insgesamt 540.000 Euro zur Verfügung gestellt, das nicht zurückgezahlt worden ist. In einem ersten Betrugs-Prozess mit weiteren geprellten Promi-Opfern war Sascha H. bereits im Juli 2019 zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Seinerzeit ging es um Darlehen in Höhe von insgesamt rund 860.000 Euro. Zu den Betrugsopfern gehörten unter anderem ein bekannter Bochumer Professor und ein TV-Urgestein. Beide hatten H. aus freundschaftlicher Verbundenheit Geld zur Verfügung gestellt. Auch in diesen Fällen war so gut wie keine Rückzahlung der Darlehenssummen erfolgt.

Die erste Verurteilung ist nun in die neue Gesamtstrafe mit eingeflossen. Zu dem zweiten Betrugsprozess war es nur gekommen, weil die Darlehens-Angelegenheit mit der bekannten TV-Ärztin zum Zeitpunkt des ersten Prozesses noch nicht restlos ausermittelt gewesen ist.

Sascha H. machte sich über das Ruhrgebiet hinaus einen Namen

Dadurch dass das erste Strafmaß von zwei Jahren aus rechtlichen Gründen miteinbezogen werden musste, war eine Bewährungsstrafe (nur möglich bis zur Verhängung von maximal zwei Jahren Haft) jetzt von vorneherein praktisch ausgeschlossen.

Die 12. Strafkammer hatte H. beim Prozessauftakt eine Strafe zwischen zweieinhalb und drei Jahren Haft in Aussicht gestellt – mit dem Urteil blieben die Richter genau dazwischen. Sascha H., der sich vor Jahren vor allem als Veranstalter des „Steiger Awards“ auch über das Ruhrgebiet hinaus einen Namen gemacht hatte, hatte den Verständigungsvorschlag der Richter sofort akzeptiert und über seine Verteidigerin ein Geständnis abgelegt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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