Das hintere Zimmer des Restaurants Livingroom in Bochum. © Daniel Sadrowski
Über den Tellerrand

Auf dem Weg zum Klassiker: der Livingroom in Bochum

Kürzlich feierte das „Wohnzimmer“ der Ruhrgebietsgastronomie seinen zwanzigsten Geburtstag. Der Livingroom in der Bochumer Innenstadt scheint einfach nicht zu altern. Ein Klassiker in der Mache.

Der nur selten zufrieden zu stellende Kritiker-Papst Jürgen Dollase fühlte sich in Bochum ganz wie in der weiten Welt: „Durch das Zusammenspiel von Raum und unprätentiösem Habitus entsteht eine Stimmung wie in großen neuen Restaurants internationalen Zuschnitts, etwa dem Le Belga Queen in Brüssel.“ Die Rede ist vom Livingroom, der inhabergeführten Ganztagesgastronomie, die als Bar, als Café, als Restaurant und als Lounge funktioniert.

Serie

Über den Tellerrand

In unserer Serie „Über den Tellerrand stellen wir Restaurants vor, für die es sich lohnt ein paar Kilometer zurückzulegen.

Vor zwei Jahrzehnten waren es Lukas Rüger und Seran Bahtijari, die das Restaurantkonzept eröffneten, das sich an Vorbildern in New York orientierte und ein neues, weltläufiges Bild der Popkultur- und Universitätsstadt im Ruhrgebiet widerspiegeln sollte. Das gelang, doch komischerweise blieb der Livingroom relativ solitär, ganz so als gehöre er gar nicht ins Ruhrgebiet. Was allerdings nichts an der Beliebtheit des Hauses änderte, der von vielen Bochumern offenbar tatsächlich als eine Art Wohnzimmer verstanden wird. Mit zur Familie gehören mittlerweile auch die Restaurants „Five“, der nahe gelegene Fine-Dining-Gourmet-Ablger, das „Franz Ferdinand“, mit Wiener- und Alpenländischer Küche und „Zum Grünen Gaul“, die Kiez-Kneipe mit Weinfokus im Stadtteil Ehrenfeld.

Die Theke des Livingrooms in Bochum. © Marc Lorenz © Marc Lorenz

Vorne und hinten sind Freisitze

Vorne ist an der Luisenstraße ein großer Gastraum mit langer Theke und gemütlichen, eher bistroartigen Sitzgruppen, wie man sie vornehmlich in frankobelgischen oder amerikanischen Zusammenhängen findet. Hinten gibt es einen großen, eleganteren Raum, eher für Dinner und größere Gruppen gedacht. Sowohl an der Straße als auch hinten im Hof gibt es einige Freiluftplätze.

Küchenchef ist seit knapp einem Jahr Sebastian Kwiatkowski, ein weit durch die Sterneküche gereister geborener Oberhausener. Auf den Tisch kommen exzellente Produkte in klassischer Zubereitung, keine Spielereien.

Vom Lavastein gibt es vor allem prämiertes ‚Oino Gustus‘ Black Angus aus Australien in allerhand Cuts. Ein „ewiger“ Klassiker ist das „Panierte Kalb-Schnitzel mit Pommes Frites, Salatbouquet und Preiselbeeren, etwas wilder geht es dagegen auf dem Teller beim „Filet vom ‚Nutaaq‘ Kabeljau (Grönland) mit Schwerter Senfsauce, Boudin Noir, Mangalitza-Speck und Endivien-Kartoffel-Stampf“ (22,80 Euro) zu, bei dem der Akkord von Fisch und Blutwurst sehr schön regional verstärkt wird.

Eine wirklich schöne Einrichtung ist das „Essbrett“ – jeweils drei Kleinigkeiten als eine Art Brotzeit für den kleinen Hunger. Das passt eigentlich immer gut zu einem Weinchen von der wirklich fabelhaften Karte, die der aus Dortmund stammende Top-Sommelier Tibor Werzl zu verantworten hat.

Übersichtsseite

Alles Rund um Genuss in Dortmund und Umgebung

Auf unserer Übersichtsseite „Genussecke“ sammeln wir Alles zu kulinarischen Geheimtipps und Neueröffnungen in Dortmund und Umgebung. Hier geht es zu allen Artikeln.

Über den Autor

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.