Coronavirus

Aufregung im Landtag: SPD-Reiseservice wirbt mit Kreuzfahrten an Weihnachten

Für eine lautstarke Auseinandersetzung im NRW-Landtag hat ein Reiseservice der SPD gesorgt. Auf der entsprechenden Webseite wurden Weihnachts- und Silvesterreisen angeboten.
Bodo Löttgen, CDU-Fraktionsvorsitzender, spricht im Landtag. © picture alliance/dpa

Ein Reiseservice der SPD, der mitten in der Pandemie auf einer Webseite mit Weihnachts- und Silvesterreisen sowie Kreuzfahrten wirbt, hat für eine lautstarke Auseinandersetzung im Landtag gesorgt. CDU-Fraktionschef Bodo Löttgen warf der SPD am Dienstag in einer Sondersitzung des Plenums Verlogenheit vor.

Die FFR Ferien-, Freizeit und ReiseService GmbH werbe mit Festtagsreisen sogar „zum Knüllerpreis“, sagte Löttgen. „Dieses Angebot der SPD lässt mich fassungslos zurück. Geht’s noch? SPD-Kreuzfahrten mit mindestens 100 Teilnehmern als Super-Spreader-Event der Extraklasse“, sagte er.

„Das ist eine Unverschämtheit“

Während die SPD die schwarz-gelbe Regierung wegen ihrer Corona-Strategie angreife, „schippern SPD-Genossen an den Krankenhäusern vorbei, in denen Menschen um ihr Leben ringen“. SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty wies die Vorwürfe unter lautstarken Zwischenrufen der CDU zurück. Die Angebote auf der Webseite seien veraltet und würden überarbeitet. Löttgens Auftritt sei „schäbig und völlig daneben gewesen“.

„Wie können Sie in einer solchen Phase der Pandemie unterstellen, die SPD würde Spaßkreuzfahrten auf dem Rhein machen? Das ist eine Unverschämtheit.“ Sämtliche Veranstaltungen seien abgesagt worden. Löttgen legte dennoch nach und zitierte weiter aus den Reise-Angeboten. Die SPD müsse die Website aus dem Netz verschwinden lassen, forderte er.

Reisen sollen längst storniert worden sein

Schließlich rief Grünen-Fraktionschefin Josefine Paul die Abgeordneten dazu auf, sich auf die wichtigen Themen der Corona-Pandemie in der Debatte zu konzentrieren. Die Corona-Lage sei „weitaus dramatischer als diese komische Scharade“, die Löttgen aufführe.

Nach Angaben der SPD-Landtagsfraktion sollten die Reisen nach Rücksprache mit dem zuständigen Unternehmen längst storniert und rückabgewickelt sein. Sie könnten demnach auch nicht mehr gebucht werden, auch nicht über die Webseite – Anfragen dazu führten ins Leere.

Bei Aufruf der Seite erscheine ein Banner, das deutlich mache, dass man sich bei Anfragen direkt an den Reiseservice wenden solle. Das Unternehmen FFR ist eine hundertprozentige Tochter der Deutschen Druck- und Verlagsgesellschaft (ddvg), die zum Eigentum der SPD Deutschlands zählt.

dpa

Ahaus, Heek und Legden am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt