Nach einem brutalen „Totschläger-Überfall“ auf einen Drogendealer in Herten mussten zwei Männer vor Gericht. © Werner von Braunschweig
Landgericht Bochum

Brutaler Totschläger-Überfall auf Drogendealer: Angreifer folgen Opfer ins Gefängnis

Ein untergetauchter Reichsbürger wird am Rande eines Marihuana-Geschäfts mit einem Totschläger brutal zusammengeschlagen. Erst wird der 33-Jährige selbst verurteilt - jetzt seine Peiniger.

Nach einem brutalen „Totschläger-Überfall“ auf einen Drogendealer in Herten sind zwei 20 und 31 Jahre alte Männer am Bochumer Landgericht zu drei Jahren Jugendhaft beziehungsweise sechseinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Ein dritter Angeklagter (24) kam mit zwei Jahren Haft auf Bewährung davon.

Das Opfer, ein untergetauchter Reichsbürger, war in der vergangenen Woche von einer anderen Strafkammer am Bochumer Landgericht in einem separaten Prozess zu mehr als sechs Jahren Haft verurteilt worden. Der Dealer hatte sich am 19. November 2020 mit den Angeklagten zur Abwicklung eines Marihuana-Geschäfts (170 Gramm) verabredet.

Kurz nachdem der 33-Jährige am Treffpunkt unweit vom einem Sportplatz erschienen war, war er unter anderem mit einem Totschläger brutal zusammengeschlagen und ausgeraubt worden. Beute: 1000 Euro Bargeld, ein Smartphone und die mitgeführten 170 Gramm Marihuana.

Drogendealer war aus Frust Verschwörungstheorien verfallen

Für den dealenden Reichsbürger bedeutete der Überfall das Ende eines Versteckspiels – denn auch er wurde damals festgenommen. Der 33-Jährige hatte nach einer Razzia im März 2020 in seiner Hertener Wohnung, in der neben einer professionellen Cannabisplantage auch martialische Schlagwaffen, Nazi-Utensilien und ein Reichsbürgerausweis gefunden worden war, monatelang in einem Waldversteck gehaust. Wie es hieß, war der 33-Jährige zuvor aus Frust Verschwörungstheorien verfallen.

Das Urteil gegen den 24-jährigen Angeklagten fiel am Ende deswegen am mildesten aus, weil in seinem Fall nur eine Beihilfe nachzuweisen war. Der 31-jährige Angeklagte kassierte mit sechseinhalb Jahren Haft nicht zuletzt deswegen die mit Abstand höchste Strafe, weil er (anders als der 20-jährige Mittäter) als Erwachsener einzustufen war und auch bereits mehrmals vorbestraft ist.

Die Urteile lauten auf schweren Raub und gefährliche Köperverletzung.

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