Winter im Sauerland

Chaos in Winterberg geht auch am Montag weiter – Polizei und Stadt appellieren an Besucher

Nach dem Ausflugs-Chaos am Sonntag in Winterberg hat sich auch am Montag die Lage nicht wirklich entschärft. Obwohl die Skigebiete und die Gastronomie geschlossen sind.
Das kleine Örtchen Winterberg ist ein beliebtes Ausflugsziel - nicht nur zur Corona-Zeit. © picture alliance / dpa

Nach dem Besucherandrang im sauerländischen Winterberg am Wochenende haben Touristiker darauf hingewiesen, dass die Skigebiete mit allen Liften weiterhin geschlossen sind. Auch die Gastronomie mitsamt Toiletten habe nicht geöffnet, sagte Susanne Schulten von der Wintersport-Arena Sauerland/Siegerland-Wittgenstein auf dpa-Anfrage.

Offenbar wollten auch am Montag wieder viele Ausflügler in die Region Winterberg. Der WDR-Verkehrsfunk meldete am Mittag auf der Bundesstraße 480 zwischen Olsberg und Winterberg drei Kilometer Stau.

Polizei und Stadt Winterberg appellieren an Vernunft

Die Polizei appellierte: „Die Straßen rund um Winterberg sind überfüllt. Es kommt zu erheblichen Staus und sehr langen Wartezeiten“, twitterte der Sprecher des Kreispolizei des Hochsauerlandkreises, Sebastian Held, am Montag. „Rechtlich dürfen Sie die Skigebiete besuchen. Ob es richtig und sinnvoll ist in der jetzigen Zeit, müssen Sie selber entscheiden“, schrieb er weiter.

Auch die Stadt Winterberg hat an Tagesausflügler appelliert, am Dienstag nicht in die Stadt zu fahren. „Die Verkehrssituation spitzt sich derzeit bereits wieder extrem zu“, schrieb die Stadt auf ihrer Internetseite. „Auch heute bleibt uns nur die Bitte an alle, die sich gerade auf den Weg machen oder schon auf dem Weg zu uns sind, von der Anreise abzusehen.“ Alle Parkkapazitäten seien erschöpft, die Straßen seien verstopft. Die Rodellifte und Skilifte seien geschlossen.

Rodeln an den Liften ist nicht erlaubt

„Das Rodeln an den Liften ist nicht erlaubt, auch wenn es viele tun.“ Hütten und Toiletten seien geschlossen. „Es gibt keine Einkehr- oder Aufwärmmöglichkeiten.“ Der Infotext schloss mit den Worten: „Tu Dir den Stress nicht an!“

Die Stadt hatte am Sonntag einen Besucheransturm mit Staus und einer Reihe von Verkehrsunfällen erlebt. „Viele Leute und wenig Erfahrung im Umgang mit der weißen Pracht auf der Fahrbahn“, hatte ein Sprecher der Polizeibehörde im Hochsauerlandkreis gesagt. Insgesamt zählte die Behörde zwischen 10 und 22 Uhr am Sonntag zwölf witterungsbedingte Verkehrsunfälle mit zwei Verletzten.

Die Stadt Winterberg hatte am Sonntagnachmittag auf ihrer Facebook-Seite alle zu dem Zeitpunkt noch anreisenden Besucher gebeten, umzukehren. „Es ist derzeit sehr voll in Winterberg, die Parkplätze sind alle belegt und Stau soweit das Auge reicht“, hieß es in dem Beitrag. Die Stadt berät am Montag, wie sie mit der Situation weiter umgeht.

Corona-Regeln werden eingehalten

Bei den meisten Besuchern am Sonntag handelte es sich laut Schulten um Wanderer und Spaziergänger. Manche hätten auch einen Schlitten mitgebracht. „Man kann den Leuten nicht verbieten, in der Landschaft zu laufen und sich auch mal ein Stück zu suchen, wo man mit einem Rodel runterrutschen kann.“ An die Coronaregeln hätten sich die meisten Besucher gehalten.

Rückblickend könne man von einem Verkehrschaos, „aber nicht von einem Skigebiet-Chaos, oder Corona-Chaos sprechen“. Schulten rechnete damit, dass sich die Situation erst beruhigen wird, „wenn die Ferien zu Ende sind und die konstant winterliche Lage“.

dpa/kar

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