Das Coronavirus scheint gerade viel von seinem Schrecken zu verlieren, aber nach wie vor bereitet vor allem ein Wert allen Verantwortlichen große Sorgen. © Foto: Arek Socha auf Pixabay
Coronavirus

Corona-Entwicklung ist gut, aber ein zentraler Wert mit den schlechtesten Zahlen seit Januar

Die Entwicklung der Corona-Daten im Wochenvergleich ist im Prinzip weiter erfreulich. Allerdings gibt es in einem entscheidenden Punkt einen neuen Negativ-Rekord, der bedenklich stimmt.

Anfang September scheint die vierte Corona-Welle ihren Höhepunkt überschritten zu haben. Seither gehen gleich mehrere, wenn auch nicht alle Daten, an denen die Pandemielage eingeschätzt wird, zurück. Das trifft allerdings in einem Punkt ganz und gar nicht zu, den Expertinnen und Experten für entscheidend halten, um das Virus endgültig zu stoppen.

Die Rede ist von der Zahl der Impfungen gegen das Coronavirus. Ihre Zahl sinkt seit vielen Wochen. Wurden beispielsweise in der ersten Augustwoche noch 2.595.149 Impfungen in Deutschland gezählt, waren es in der aktuell zurückliegenden Woche kaum noch die Hälfte.

Zuletzt waren die Zahlen im Januar schlechter

Am Sonntag (26. September) erreichte dann die Impfbereitschaft einen neuen Tiefstwert. Gerade einmal 53.752 Corona-Schutzimpfungen wurden an diesem Sonntag vorgenommen. Weniger Impfungen an einem Tag hatte es zuletzt am 24. Januar 2021 gegeben. Seinerzeit lag der Wert bei 47.667 Impfungen, darunter 25.680 Erstimpfungen.

Im Januar lag die geringe Zahl von Impfungen allerdings nicht an einer zu geringen Impfbereitschaft, sondern am fehlenden Impfstoff. Seinerzeit waren Vordrängler das große Problem. Menschen, die sich einen Pieks erschlichen hatten, obwohl sie noch gar nicht an der Reihe waren. Unvorstellbar heute.

Der stärkste Impftag war der 9. Juni

51.549 Impfungen an einem Tag. Das sind 96,4 Prozent Impfungen weniger als am bisher stärksten Impftag. Das war der 9. Juni, als 1.427.928 Menschen ihren Corona-Schutz erhalten haben. Darunter gab es 548.473 Erstimpfungen.

Die bisher erreichte Impfquote von 64,0 Prozent vollständig Geimpften und 67,7 Prozent zumindest einmal Geimpften reicht nicht aus, um ganz beruhigt einem sicheren Herbst und Winter ohne neue Corona-Wellen entgegen zu gehen. Das zeigt auch ein Blick auf die Lage im Vorjahr. Anfang September lag die Zahl der neuen Corona-Fälle pro Woche deutlich unter 10.000, um dann durchgehend bis Weihnachten nach oben zu schießen bis hin zu mehr als 170.000 neuen Fällen pro Woche.

Noch deutet nichts darauf hin, dass wir uns in diesem Jahr auf eine ähnliche Entwicklung einstellen müssten, aber grenzenlose Sorglosigkeit ist sicherlich auch kein guter Ratgeber.

In der Woche vom 20. bis 27. September registrierte das Robert-Koch-Institut 53.548 neue Infektionsfälle, mehr als 10.000 weniger als in der Woche zuvor. Das sind zudem deutlich weniger als auf dem bisherigen Höhepunkt der vierten Welle Anfang September, als innerhalb einer Woche 73.284 neue Fälle gezählt wurden.

Auch in den Kliniken hat sich die Lage deutlich stabilisiert. Gegenüber der Vorwoche ist die Zahl der intensivpflichtigen Covid-19-Patientinnen und -Patienten um 100 gesunken, auch die Zahl der Beatmungspatienten ging leicht zurück.

Noch keine durchgreifende Trendwende ist dagegen bei der Zahl der Menschen, die an oder mit einer Coronainfektion gestorben sind, zu erkennen. In der Woche zwischen dem 20. und 27.September gab es 432 Corona-Tote, 79 mehr als eine Woche zuvor. Diese Zahlen sind sehr weit von den Höchstständen während der zweiten Welle entfernt.

Zudem lehrt die Erfahrung, dass die Zahl der Corona-Toten mit einer zeitlichen Verzögerung von zwei, drei Wochen zu sinkenden Fallzahlen ebenfalls zurückgeht. Das gibt Hoffnung auf eine Besserung auch in diesem Punkt in der nahen Zukunft

Über den Autor
Redakteur
Ulrich Breulmann, Jahrgang 1962, ist Diplom-Theologe. Nach seinem Volontariat arbeitete er zunächst sechseinhalb Jahre in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten, bevor er als Redaktionsleiter in verschiedenen Städten des Münsterlandes und in Dortmund eingesetzt war. Seit Dezember 2019 ist er als Investigativ-Reporter im Einsatz.
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