Corona-Herbstwelle nimmt Fahrt auf – Sonderrolle für NRW

Redakteur
Die Corona-Herbstwelle hat Fahrt aufgenommen und überrollt auch Deutschland.
Die Corona-Herbstwelle hat Fahrt aufgenommen und überrollt auch Deutschland. Allerdings sind nicht alle Bundesländer im gleichen Maß davon betroffen. © Pixabay
Lesezeit

Seit Monaten war sie erwartet worden, jetzt rollt die Corona-Herbstwelle kraftvoll durchs Land. Die neuesten Zahlen deuten überall nach oben, allerdings ist der Anstieg längst nicht überall gleich stark.

Während in den süddeutschen Bundesländern die Zahl der Neuinfektionen – gemessen an der 7-Tage-Inzidenz – innerhalb von zwei Wochen um 50 Prozent, teilweise sogar um 91,4 Prozent wie im Saarland nach oben geschossen sind, verläuft die Entwicklung nördlich der Mainlinie noch moderat.

Den aktuell noch besten Wert mit einem Inzidenz-Anstieg von 7,8 Prozent innerhalb von zwei Wochen weist dabei Nordrhein-Westfalen auf. NRW ist das einzige Bundesland, in dem dieser Wert noch unter zehn Prozent liegt.

Die Corona-Lage insgesamt ist derzeit von einem deutlichen Neuanstieg der Infektionszahlen selbst gekennzeichnet, während andere Werte noch keinen Grund liefern, um Alarm zu schlagen.

Innerhalb einer Woche gab es zwischen dem 19. und 26. September 271.694 Neuinfektionen. Damit beschleunigt sich der seit rund zwei Wochen zu beobachtende Anstieg der Fallzahlen weiter.

Allerdings sind wir noch weit von Infektionszahlen wie auf dem Höhepunkt der Sommerwelle Mitte Juli entfernt, als es innerhalb einer Woche 667.000 neue Fälle gab. Und erst recht von den in der bisherigen Pandemie absoluten Rekordzahlen von mehr als 1,5 Millionen Neuinfektionen innerhalb einer Woche, die Ende März 2022 gemessen wurden.

Das Tempo der Ansteckungen überschreitet kritische Marke

Dennoch müssen wir uns auf weiter wachsende Fallzahlen einstellen, denn auch die Reproduktionszahl R liegt seit Anfang September nach Monaten wieder über der kritischen Marke von 1. Die Zahl R gibt an, wie viele andere Menschen ein Infizierter mit dem Coronavirus ansteckt.

Noch haben die steigenden Fallzahlen keine schwerwiegenden Auswirkungen auf unsere Gesundheitssystem. Zwar ist die Zahl der Krankenhaus-Einweisungen von Menschen mit einer Corona-Infektion wieder leicht gestiegen und auch auf den Intensivstationen ist ein leichter Anstieg der Menschen mit einer Covid-19-Erkrankung zu beobachten. Noch aber ist auch nicht im Ansatz eine drohende Überlastung des Gesundheitssystems zu erkennen.

Noch immer sterben jede Woche mehrere hundert Menschen an oder mit einer Corona-Infektion. In der Woche vom 19. bis 26. September waren es 525, eine Woche zuvor waren es 634.

Jeder einzelne Tod eines Menschen ist tragisch, allerdings zeigt ein Blick auf den Gesamtverlauf der Pandemie, dass zwar auch die Entwicklung bei der Zahl der Corona-Toten wie die Infektionszahlen in Wellen verläuft. Aber die Zahl der Corona-Toten ist dank Impfungen und Therapie-Erfolgen von Welle zu Welle deutlich gesunken. So zählte das Robert-Koch-Institut in der bisher schlimmsten Pandemie-Woche um den Jahreswechsel 2020/ 2021 innerhalb einer Woche mehr als 6.100 Corona-Tote.

Ein banger Blick auf die neue Omikron-Variante BA.2.75.2

Was der nächste Corona-Winter bringen wird, ist noch immer nicht absehbar. Klar ist allerdings, dass das Coronavirus weiter mutiert und mit jeder neuen Mutation die Gefahr wächst, dass das Virus Wege findet, um den Schutzmechanismus einer Impfung oder einer durchgemachten Corona-Infektion auszuhebeln.

Daher beobachten Experten weltweit sehr genau, wo sich welche Mutationen momentan besonders stark ausbreiten. In diesen Tagen haben schwedische Forscher vom Karolinska-Institut in Stockholm in einer Studie auf die Omikron-Variante BA.2.75.2 hingewiesen.

Die berge ein höheres Infektionsrisiko in sich als die bisherigen Omikron-Varianten. Von BA.2.75.2 wurden bisher in Deutschland offenbar erst einzelne Fälle festgestellt. In den USA und Indien ist diese Variante bereits auf dem Vormarsch.