Sowohl bei der Einreise in die Niederlande, als auch nach einer Rückkehr, gibt es für Urlauber aktuell einige Regeln zu beachten. © picture alliance / Friso Gentsch/dpa
Coronavirus

Corona in den Niederlanden: Bundesregierung stuft Nachbarland als Hochinzidenzgebiet ein

Die deutsche Bundesregierung hat die Niederlande wieder als Corona-Hochinzidenzgebiet eingestuft. Das hat Auswirkungen auf Reisende in das Nachbarland. Die Regeln in den Niederlanden im Überblick.

Die Bundesregierung stuft die Niederlande von Dienstag (27. Juli) an als Corona-Hochinzidenzgebiete ein. Die Entscheidung folgt auf einen deutlichen Anstieg der Infektionszahlen in den vergangenen Wochen. Wer aus einem Hochinzidenzgebiet nach Deutschland zurückkehrt und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne, kann diese aber durch einen negativen Test nach fünf Tagen verkürzen.

Die Niederlande waren am vergangenen Sonntag als erstes der neun Nachbarländer Deutschlands wieder ganz als Risikogebiet eingestuft worden. Seit Anfang Juli waren dort die Infektionszahlen um 500 Prozent innerhalb einer Woche gestiegen. Höhepunkt war eine Sieben-Tage-Inzidenz von etwa 415 am Dienstag. Zuvor hatte die Regierung fast alle Corona-Maßnahmen aufgehoben.

Vor allem in Diskotheken, bei Festivals und Partys hatte sich die Delta-Variante des Virus rasant verbreitet. Gerade junge Menschen bis 29 Jahre infizierten sich. Auch die Patientenzahlen in den Krankenhäusern nehmen seither deutlich zu.

Die Regierung der Niederlande zog vor zwei Wochen die Notbremse. So bleiben Diskotheken und Nachtclubs nun geschlossen, Festivals sind untersagt. Seit einigen Tagen sinken die Infektionszahlen wieder. Zuletzt waren am Donnerstag etwa 6300 neue Fälle registriert worden. Die Inzidenz liegt nun bei etwa 361. Mehr als 50 Prozent der etwa 17 Millionen Einwohner sind bereits vollständig geimpft. Rund 70 Prozent haben mindestens eine Dosis erhalten.

Ist die Einreise in die Niederlande von Deutschland aus beschränkt?

Nein, zwischen den Niederlanden und Deutschland finden keine Grenzkontrollen statt. Die Einreise für Reisende aus Deutschland ist uneingeschränkt möglich. Generell gilt, dass Reisende aus Ländern, deren Gesundheitsrisiko gleich oder niedriger als das der Niederlande eingestuft ist, einreisen können. Deutschland ist momentan gleich eingestuft. Reisende, die mit dem Flugzeug in die Niederlande einreisen wollen, brauchen ein Gesundheitsformular der niederländischen Regierung.

Was gilt für Einreisende aus Deutschland in den Niederlanden?

Die Niederlande haben Deutschland zum einfachen Corona-Risikogebiet erklärt. Damit werden die Regeln zur Einreise in die Niederlande deutlich gelockert: Die Test-Pflicht bei Einreise in die Niederlande gilt seit dem 10. Juni nicht mehr – das Vorzeigen eines PCR-Tests ist also nicht mehr nötig. Auch die Quarantänepflicht besteht für Deutsche nicht mehr.

Sind Tagesausflüge in die Niederlande aktuell möglich?

Ja.

Was gilt bei der Rückkehr aus den Niederlanden?

Personen, die sich in den letzten 10 Tagen vor ihrer Einreise nach Deutschland in den Niederlanden aufgehalten haben, müssen bestimmte Regeln beachten. Dazu gehört die Verpflichtung, die digitale Einreiseanmeldung unter https://www.einreiseanmeldung.de auszufüllen.

Außerdem gilt nach der Rückkehr aus den Niederlanden erneut eine zehntägige Quarantänepflicht. Die häusliche Quarantäne kann frühestens fünf Tage nach Einreise vorzeitig beendet werden, wenn dann ein aktueller negativer Testnachweis über das Einreiseportal übermittelt wird.

Was ist der Coronavirus-Eintrittspass und wann braucht man den?

In einigen Geschäften und öffentlichen Einrichtungen in den Niederlanden wird ein sogenanntes Coronavirus-Eintrittskartensystem angewandt. Es ähnelt den Regelungen zum Vorzeigen eines negativen Tests oder einer vollständigen Impfung in Deutschland. Bei vielen Veranstaltungen oder in öffentlichen Einrichtungen oder Geschäften sind diese Eintrittspässe die einzige Möglichkeit, Zutritt zu erlangen.

Wer plant, an einer kulturellen, gesellschaftlichen oder sportlichen Veranstaltung teilzunehmen, für die eine Coronavirus-Eintrittskarte erforderlich ist, muss die folgenden Schritte beachten:

  • Schritt 1: Testtermin vereinbaren. Über Testenvoortoegang.nl kann ein Termin für einen Corona-Test an einem der teilnehmenden Teststandorte vereinbart werden. Der Test darf nicht älter als 40 Stunden sein. Kinder unter 13 Jahren müssen nicht getestet werden.
  • Schritt 2: Testen. Nach dem Test erhält man das Ergebnis innerhalb einer Stunde. Ein negatives Ergebnis ist notwendig, um eine Eintrittskarte erstellen zu können.
  • Schritt 3: Pass in Corona-App erstellen. Für den Corona-Eintrittspass benötigt man die CoronaCheck-App. Die App kann man im Apple App Store oder im Google Play Store herunterladen. Den Code, den man bei einem negativen Testergebnis erhalten hat, kann man dort eingeben und erhält einen QR-Code. Der gilt dann als Eintrittskarte. Über Coronacheck.nl und „Corona-Eintrittskarte auf Papier erstellen“ kann man ebenfalls den Code vom Test eingeben und sich so einen QR-Code zum Ausdrucken erstellen.

Seit dem 23. Juni können auch Impfnachweise und Genesungsnachweise in der CoronaCheck-App angegeben werden.

Was passiert, wenn während des Aufenthalts Corona-Symptome auftreten?

Wenn während des Aufenthalts Symptome auftreten, muss man sich mit den örtlichen Gesundheitsbehörden in Verbindung setzen und einen Test mit dem städtischen Gesundheitsdienst (GGD) vereinbaren. Wenn der Test positiv ausfällt, muss man in Quarantäne und darf nicht reisen. Familienmitglieder oder Reisebegleiter müssen ebenfalls unter Quarantäne gestellt werden. Die Kosten für die Selbstquarantäne müssen selbst getragen werden. Wenn eine Unterkunft nicht für die Isolation/Quarantäne geeignet ist, hilft die GGD bei der Suche nach einer geeigneten Bleibe.

Welche Corona-Regeln gelten in den Niederlanden?

Seit dem 19. Mai gelten nicht mehr alle Regeln aus dem strengen Lockdown. Vor allem die oft kritisierte Ausgangssperre wurde wieder abgeschafft. Auch sonst gibt es an vielen Stellen Lockerungen – manche Regeln gelten aber weiterhin. Die nächsten Lockerungen erfolgen dann am 26. Juni.

  • Nicht essentielle Geschäfte sind mit limitierter Kundenzahl wieder geöffnet. Seit dem 26. Juni sind alle Geschäfte geöffnet mit einer Personenbeschränkung von einer Person pro 5 Quadratmetern.
  • Restaurants und Cafés müssen seit dem 10. Juli um 24 Uhr schließen.
  • Discotheken und Nachtclubs sind seit dem 10. Juli wieder geschlossen.
  • Vergnügungs-, Natur- und Tierparks, sowie Fitnessstudios und Schwimmbäder sind geöffnet.
  • Das Verkaufsverbot für Alkohol nach 22 Uhr ist am 26. Juni aufgehoben worden, ebenso wie das Verbot nach 22 Uhr Alkohol zu trinken oder mit sich zu führen.
  • In Clubs, Bars und bei Events müssen Gäste einen festen Sitzplatz bekommen und einen Abstand von 1,5 Metern einhalten.
  • Bei Events, die nur GGG Personen zulassen, kann auf den 1,5 m Abstand verzichtet werden, jedoch müssen alle einen festen Sitzplatz haben.
  • Live-Bands und Public Viewing in der Gastronomie sind nicht mehr erlaubt.
  • Strandöffnungen sind abhängig von der Entscheidung der jeweiligen Gemeinden. Campingplätze dürfen öffnen.
  • Außerdem ist das Tragen einer Maske in öffentlichen Innenräumen und in öffentlichen Verkehrsmitteln verpflichtend. Auch überdachte Parkplätze sowie Tankstellen gehören dazu. Die Maskenpflicht gilt für alle Personen ab 13 Jahren. Bei Missachtung droht eine Geldstrafe von 95 Euro.
  • Museen, Theater und Kinos dürfen zumindest eine begrenzte Zahl von Besuchern empfangen.

Können Touristen gebuchte Reisen in die Provinzen stornieren?

In der Regel schon. Ob und wie viel Geld man zurückbekommt, hängt von der Art der Reisebuchung ab. Bei Pauschalreisen in Regionen, die als Risikogebiet eingestuft worden sind, ist eine kostenfreie Stornierung möglich. Es besteht ein Anspruch auf eine Erstattung des Reisepreises.

Anders sieht es aus, wenn die Unterkünfte und Verbindungen selbst zusammengestellt und gebucht worden sind. Dann muss man auf Kulanz der Anbieter hoffen. Da auf viele Niederlande-Touristen die zweite Variante zutrifft, gestalten sich die Stornierungen generell als schwierig.

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Studium der Germanistik und Geschichtswissenschaften in Düsseldorf. Nach freier Mitarbeit bei verschiedenen Medien im Rheinland nun seit 2018 für die Ruhr Nachrichten im Ruhrgebiet unterwegs. Ist als Volontär für verschiedene Redaktionen tätig, immer auf der Suche nach spannenden Themen.
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