Düsseldorf führt auch in seinem städtischen Theater die 2-G-Regel ein. © picture alliance/dpa
Coronavirus

Coronavirus: NRW-Großstadt führt 2-G-Regel für Kultureinrichtungen ein – Liveblog

Die Landeshauptstadt Düsseldorf führt ab. 1. November die 2-G-Regel für ihre Museen, Theater und die Oper ein. Einige Einrichtungen bleiben aber davon unberührt. Die Lage in NRW im Überblick.

Über die Entwicklungen der Corona-Krise in NRW berichten wir hier aktuell im Liveblog.

  • Fallzahlen in NRW: 975.243 bestätigte Fälle – 22.300 aktuell Infizierte – 17.974 Todesfälle – Wocheninzidenz: 48,5 – Hospitalisierungsinzidenz: 1,7 (Stand: 15.10.2021).
  • In der Düsseldorf gilt ab dem 1. November die 2G-Regel für städtische Kultureinrichtungen wie Museen, Theater oder Oper. Ausnahmen gelten etwa für VHS und Büchereien.
  • Hessen hat ein 2G-Modell im Einzelhandel eingeführt: Supermärkte haben dort nun die Wahl, nur noch Geimpfte und Genesene einzulassen. Der Handelsverband fordert diese Option für ganz Deutschland.
  • Für die Impfzentren nehmen die Bundesländer viel Geld in die Hand: Mindestens 1,5 Milliarden Euro sollen es sein. Allein in NRW sollen die veranschlagten Kosten bei 482,5 Millionen Euro liegen.
  • In den Niederlanden sind die Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen stark angestiegen. Auch die Krankenhäuser füllen sich. Im ganzen Land wurde die Alarmstufe nun auf „Besorgniserregend“ erhöht.
  • Alle Regeln, die vom 1. bis 29. Oktober gelten, haben wir hier in 10 Punkten einfach erklärt.

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Freitag, 15. Oktober, 21.57 Uhr
In Düsseldorf gilt ab 1. November die 2-G-Regel für alle Kultureinrichtungen

In der Landeshauptstadt Düsseldorf gilt ab dem 1. November die 2G-Regel für städtische Kultureinrichtungen wie Museen, Theater oder Oper. Das teilte die Verwaltung am Freitag mit. Ausnahmen gelten für Kinder und Jugendliche.

Seit dem 1. Oktober durften bereits nur noch Geimpfte und Genesene zu Veranstaltungen, die von der Stadt organisiert wurden. Nun wird die 2G-Regel auf alle städtischen Kultureinrichtungen außer VHS, Musikschule und Büchereien ausgeweitet.

Jüngere Kinder dürfen weiter in Museen oder Theater. Schüler gelten wegen der regelmäßigen Corona-Tests in ihren Einrichtungen als getestet und dürfen die Einrichtungen auch ungeimpft besuchen. Wer als Erwachsener attestiert bekommt, dass er nicht geimpft werden kann, darf ebenfalls einen Test vorlegen.

Freitag, 15. Oktober, 19.55 Uhr
Tunesien, Sri Lanka und Marokko für Deutsche ab heute einfacher zu bereisen

Die Urlaubsländer Tunesien, Sri Lanka und Marokko sind für deutsche Urlauberinnen und Urlauber bald wieder einfacher zu bereisen. Denn die Bundesregierung stuft die Regionen am Sonntag, 10. Oktober 2021, nicht mehr als Hochrisikogebiete ein. Somit besteht keine Quarantänepflicht mehr nach einem Urlaub in diesen Ländern. Für geimpfte Reisende besteht in Tunesien keine Quarantänepflicht und ab dem 16. Oktober benötigen diese für die Einreise auch keinen negativen PCR-Test mehr.

In Norwegen müssen nicht geimpfte oder genesene Reisende für zehn Tage in Quarantäne. Diese kann nach drei Tagen mit einem negativen PCR-Test verkürzt werden. Ab Sonntag gelten die afrikanischen Länder Gabun sowie São Tomé und Príncipe als Hochrisikogebiete.

Freitag, 15. Oktober, 17.31 Uhr

Corona wirft Kampf gegen Tuberkulose um Jahre zurück

Die Coronavirus-Pandemie hat den Kampf gegen Tuberkulose nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) um Jahre zurückgeworfen. Von knapp zehn Millionen Menschen, die nach Schätzungen im vergangenen Jahr an Tuberkulose (TB) erkrankten, wurden nur 5,8 Millionen diagnostiziert, berichtete die WHO am Donnerstag in Genf.

Im Jahr davor waren es noch 7,1 Millionen. Der Rückgang ist unter anderem auf Lockdowns und Ausgangsbeschränkungen zurückzuführen sowie auf die Überlastung von Gesundheitsdiensten. TB war 2020 nach Covid-19 die zweithäufigste Todesursache durch einen einzelnen Infektionserreger. Es starben gut 1,5 Millionen Menschen daran, nach 1,4 Millionen im Jahr davor.

Der über Jahre geschaffte Trend eines Rückgangs von Neuansteckungen wurde fast gestoppt. Wenn Kranke nichts von ihrer Infektion wissen, können sie nicht behandelt werden. Die Zahlen für 2021 und 2022 dürften deshalb noch schlechter sein, so die WHO. Ausgaben für Diagnose, Behandlung und Prävention gingen 2020 von 5,8 auf 5,3 Milliarden Dollar (4,6 Mrd Euro) zurück. Das ist weniger als halb so viel, wie nach WHO-Angaben nötig wäre.



Freitag, 15. Oktober, 16.21 Uhr

Biontech beantragt Impfstoff-Zulassung für Kinder von fünf bis elf Jahren

Biontech und sein US-Partner Pfizer haben jetzt auch in Europa eine Zulassung ihres Corona-Impfstoffs für Kinder von fünf bis elf Jahren beantragt. Beide teilten am Freitag in Mainz und New York mit, dass sie der EU-Arzneimittelbehörde EMA die entsprechenden Daten zu den klinischen Untersuchungen übermittelt hätten.

Die klinischen Studien zeigen nach Angaben von Biontech und Pfizer, dass der Impfstoff von Kindern in dieser Altersgruppe gut vertragen wird und eine stabile Immunantwort hervorruft. Anders als bei Jugendlichen wurde den Kindern dieser Altersgruppe nur ein Drittel der Dosis verabreicht.

Die Pharma-Unternehmen Biontech und Pfizer haben die Zulassung ihres Corona-Impfstoffs für Fünf- bis Elfjährige in der EU beantragt. © picture alliance/dpa © picture alliance/dpa

An der Studie nehmen nach Angaben der Unternehmen insgesamt 4500 Kinder im Alter von einem halben Jahr bis elf Jahren teil, die Daten zu den Fünf- bis Elfjährigen beruhen auf 2268 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Beteiligt waren mehr als 90 Kliniken in den USA, Finnland, Polen und Spanien.


Freitag, 15. Oktober, 14.22 Uhr
Arbeitnehmer in Italien müssen 3G-Nachweis vor Dienstantritt nachweisen

Die Impfzentren in ganz Italien erleben derzeit einen beträchtlichen Andrang: Zahlreiche Ungeimpfte beschaffen sich einen Last-Minute-Termin, um nach dem Gang zum Büro oder zur Fabrik nicht gleich wieder nach Hause geschickt zu werden. Denn in Italien gilt seit diesem Freitag die sogenannte „Greenpass-Pflicht“: Arbeitnehmer müssen vor Dienstantritt nachweisen, dass sie geimpft, genesen oder getestet sind. Tests gelten für zwei Tage.

Ein Italiener zeigt seinen Impfnachweis bei einer Video-Einlasskontrolle. Von diesem Freitag an müssen alle Beschäftigten nachweisen, dass sie geimpft, genesen oder negativ getestet sind, um ihrer Arbeit nachgehen zu können. © picture alliance/dpa/LaPresse via ZUMA Press © picture alliance/dpa/LaPresse via ZUMA Press

Dass zum Arbeiten statt einer Impfung auch Tests ausreichen, hilft vielen Ungeimpften nicht weiter: Monatlich müsse er sonst über 150 Euro für Tests ausgeben, das könne er sich nicht leisten, erklärt der Speditions­angestellte Vincenzo Marini in Rom. Er fühle sich „erpresst“. Denn wer wegen mangelndem Greenpass nicht zur Arbeit erscheinen kann, erhält auch keine Lohnfortzahlung.

Die Impfbereitschaft in Italien ist überdurchschnittlich und inzwischen haben bereits mehr als 80 Prozent der Bevölkerung über zwölf Jahre die zweite Impfdosis erhalten. Aber am vergangenen Samstag haben in Rom mehr als 10.000 Impfgegner gegen die Regierung demonstriert, wobei es, geschürt durch rechts­extreme Gruppierungen, zu schweren Krawallen gekommen ist.


Freitag, 15. Oktober, 11.59 Uhr

Handelsverband will 2G-Option für Einzelhandel in ganz Deutschland

Der Handelsverband spricht sich für ein deutschlandweites 2G-Optionsmodell im Einzelhandel nach hessischem Vorbild aus. „Es ist gut, wenn die Händler die Wahlmöglichkeit haben, wie sie mit dem Thema 2G oder 3G als Zutrittsvoraussetzung zu ihren Geschäften umgehen möchten“, sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Zuvor hatte Hessen bereits ein 2G-Optionsmodell im Einzelhandel eingeführt, das auch Supermärkte in Anspruch nehmen können.

Genth betonte jedoch, dass kein Händler gezwungen werden darf, nur noch Geimpfte und Genesene in sein Geschäft zu lassen: „Wichtig ist, dass das freiwillig bleibt, denn eine 2G- oder 3G-Pflicht beim Einkauf wäre in der Praxis gerade für Geschäfte mit hoher Kundenfrequenz wie bei Lebensmitteln oder Bekleidung nicht umsetzbar.“

Wird die 2G-Option bald auch in Nordrhein-Westfalen eine Möglichkeit? „Eine Einführung einer 2G-Option ist derzeit weder für den Einzelhandel noch für andere Bereiche vorgesehen. Allerdings können zum Beispiel Gastronomen im Rahmen ihrer Privatautonomie entscheiden, nur Geimpfte oder Genesene einzulassen“, erklärte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums der „Rheinischen Post“.

Freitag, 15. Oktober, 11.08 Uhr

Erneut gefälschte Impfausweise im Münsterland aufgetaucht

Wie der WDR berichtet, sind im Münsterland erneut gefälschte Impfausweise aufgetaucht. Seit Juni seien es 15 im Kreis Warendorf; zudem beschlagnahmte die Polizei gefälschte Ausweise in Münster sowie in den Kreisen Borken, Coesfeld und Steinfurt.

Die gefälschten gelben Impfausweise sind vergleichsweise leicht zu bekommen. Über Messengerdienste und anonyme Bezahlung sind sie einfach nach Hause bestellbar. Die Fälschungen seien optisch oftmals täuschend echt, so die Polizei.

Freitag, 15. Oktober, 9.50 Uhr

Corona-Infizierter bei Partynacht mit 400 Gästen in Wuppertal

Nach einer Partynacht in einem Wuppertaler Club mit rund 400 Menschen ist ein Gast positiv auf Corona getestet worden. Er sei bereits bei der Feier am vergangenen Freitag infektiös gewesen, wie die Stadt am Donnerstag berichtete. Ob es seitdem weitere Coronafälle unter den Gästen gab, war laut Angaben einer Stadtsprecherin unklar.

Das Gesundheitsamt habe bereits 285 Teilnehmer erreichen können, die bei der 3G-Veranstaltung zwischen 23 und 5 Uhr im Club waren. Nach einem Bericht der WAZ bat das Gesundheitsamt die anderen Besucher am Donnerstag, sich telefonisch zu melden, um Infektionsketten zu verhindern.


Freitag, 15. Oktober, 7.52 Uhr
Corona-Inzidenz in NRW sinkt auf 48,5
In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter rückläufig. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Freitagmorgen eine Sieben-Tage-Inzidenz von 48,5. Am Vortag hatte die Zahl der neuen Infektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche noch bei 49,6 gelegen. Damit liegt der im bevölkerungsreichsten Bundesland notierte Wert weiter klar unter dem bundesweiten Schnitt von 68,7.

In NRW wurden innerhalb von 24 Stunden 1647 neue Corona-Fälle registriert. Elf Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Mit Blick auf die höchste Inzidenz löste Hagen (132,0) den Kreis Minden-Lübbecke (127,6) als Spitzenreiter ab. Die größte NRW-Stadt Köln und die Landeshauptstadt Düsseldorf meldeten jeweils einen Wert von 57,9. Die Ruhrmetropolen Dortmund und Essen lagen bei 53,3 beziehungsweise 39,8. Am niedrigsten fiel die Kennziffer im Kreis Coesfeld mit 13,6 aus.

Für die im Krankenhaus behandelten Covid-19-Patienten lagen am Freitagmorgen noch keine neuen Daten vor. Mit Stand Donnerstag wurden 871 Patienten in NRW-Kliniken behandelt. Davon lagen 303 auf den Intensivstationen, 189 Personen mussten beatmet werden. Die Hospitalisierungsinzidenz, die die Zahl der neu hinzu gekommenen Covid-Patienten in den Krankenhäuser pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche beschreibt, lag am Donnerstag in NRW bei 1,56.

Freitag, 15. Oktober, 7.18 Uhr
Wieler über Morddrohungen – Pandemie-Erklärer als Zielscheibe für Hass
Ärzte und Virologen vor der Kamera und Epidemiologen, die auf Twitter Studien kommentieren: In der Pandemie ist das alltäglich geworden. Fachleute beziehen Stellung zu Fragen rund um Corona. Eine Umfrage der Fachzeitschrift „Nature“ unter mehr als 300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus mehreren Ländern wirft nun ein Schlaglicht auf die oft negativen Reaktionen, die ein Teil von ihnen wegen der Präsenz in der Öffentlichkeit erfahren hat.

Es geht nicht nur um Hassbotschaften, sondern auch um Morddrohungen und seltener sogar körperliche Angriffe. RKI-Präsident Wieler berichtet nun der Funke Mediengruppe: „Ich wünschte, die Lage wäre angenehmer, aber ich bekomme immer noch Drohungen.“

Wenn etwa öffentlich behauptet werde, er sei dafür verantwortlich, dass Schulen geschlossen würden, oder wenn irgendwo behauptet werde, er wolle Lockdown statt Freiheit, „dann nehmen die Drohungen, auch die Morddrohungen, massiv zu“. Dies halte ihn „aber nicht ab von meiner Pflicht. Solange ich Beamter dieses Staates bin, werde ich ihm verantwortungsvoll dienen“, sagt Wieler.

Freitag, 15. Oktober, 6.41 Uhr
Lauterbach hält Freedom Day ab bestimmter Impfquote für denkbar
SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält ab einer Impfquote von mindestens 90 Prozent bei den über 65-Jährigen einen Freedom Day in Deutschland für denkbar.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach spricht in der ZDF-Sendung «Maybrit Illner» (Archivbild). © picture alliance/dpa/ZDF © picture alliance/dpa/ZDF

„Da es keine Herdenimmunität gibt, müssen wir darauf achten, dass wir bei den über 65-Jährigen auf jeden Fall über 90 Prozent – idealerweise 95 Prozent – kommen“, sagte er an diesem Donnerstagabend bei Maybrit Illner im ZDF auf die Frage, welche Impfquote für ein Ende der Corona-Maßnahmen seiner Meinung nach nötig wäre. Einen Freedom Day für Kinder, wie ihn etwa der Virologe Klaus Stöhr forderte, lehnt er hingegen strikt ab. Das liefe auf eine Durchseuchung hinaus, sagte er.

Freitag, 15. Oktober, 5.25 Uhr
RKI registriert bundesweit 11.518 Corona-Neuinfektionen
Bei der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland gibt es wenig Dynamik. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Freitagmorgen mit 68,7 an.

Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 67,0 gelegen, vor einer Woche bei 63,8 (Vormonat: 77,9). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 11.518 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 10.429 Ansteckungen gelegen.

Donnerstag, 14. Oktober, 20.58 Uhr

RKI: Teils sehr hohe Inzidenzen bei Kindern und Jugendlichen

Das Robert Koch-Institut (RKI) registriert in einzelnen Regionen Deutschlands besonders viele Corona-Ansteckungen bei Kindern und Jugendlichen.

In acht Landkreisen liege die Sieben-Tage-Inzidenz derzeit bei den 10- bis 19-Jährigen bei mehr als 500, twitterte das RKI am Donnerstagabend zu einer Auswertung im neuen Corona-Wochenbericht. Nähere Angaben zu den Landkreisen und deren jeweiligen Zahlen wurden nicht gemacht, auf einer Karte waren Kreise aber entsprechend eingefärbt.


Donnerstag, 14. Oktober, 17.34 Uhr

Cranger Weihnachtszauber findet unter Corona-Auflagen statt

Im letzten Jahr musste der Cranger Weihnachtszauber wegen der Corona-Pandemie ausfallen, in diesem Jahr findet er wieder statt. Vom 18. November bis 30. Dezember können Besucher die dritte Auflage der Weihnachtskirmes im Ruhrgebiet besuchen.

Erstmals wird das Gelände auf dem Cranger Kirmesplatz dafür eingezäunt. Zutritt erhält nur, wer einen 3G-Nachweis erbringen kann. Der Status von Geimpften, Genesenen und Getesteten wird am Einlass kontrolliert; hier wird auch eine „Hygienegebühr“ von einem Euro fällig.



Donnerstag, 14. Oktober, 15.50 Uhr

Arzneimittelbehörde prüft neues Corona-Medikament von Astrazeneca

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat das Prüfverfahren für ein neues Corona-Medikament gestartet. Der schwedisch-britische Hersteller Astrazeneca habe das Kombinationspräparat Evusheld entwickelt, dass eine Erkrankung mit Covid-19 bei Erwachsenen verhindern soll, wie die EMA am Donnerstag in Amsterdam mitteilte.

Erste Testergebnisse wiesen darauf hin, dass das Mittel wirksam sei als Schutz vor der Krankheit. Die Experten bewerten nun fortlaufend Daten aus Tests und wägen Vorzüge und Nachteile des Präparates gegeneinander ab. Wann ein endgültiges Ergebnis vorliegen wird, ist nicht bekannt. Bisher ist in der EU nur das Arzneimittel Remdesivir als spezielles Corona-Medikament zugelassen. Zurzeit laufen Zulassungsverfahren für fünf Präparate.


Donnerstag, 14. Oktober, 13.45 Uhr

Bundesländer geben mindestens 1,5 Milliarden Euro für Impfzentren aus

Zwölf Bundesländer haben für die Finanzierung der inzwischen zumeist geschlossenen Impfzentren insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro eingeplant oder teilweise bereits ausgegeben. Das geht aus einer Umfrage des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) in allen 16 Ländern hervor. Dabei handelt es sich um absolute Zahlen und Kostenveranschlagungen der Bundesländer, die das RND hochgerechnet hat.

Bund und Länder wollten sich die Finanzierung der Impfzentren jeweils zur Hälfte teilen. Laut Bundesamt für Soziale Sicherung zahlte der Bund bis Ende September bereits 1,6 Milliarden an alle Bundesländer aus. Bevölkerungsreiche Bundesländer haben die höchsten Kosten für ihre Impfzentren und die dazugehörigen mobilen Impfteams einkalkuliert, Nordrhein-Westfalen etwa 482,5 Millionen Euro und Bayern knapp 212 Millionen Euro.


Donnerstag, 14. Oktober, 12.38 Uhr

Besucher der Essener Spielemesse müssen Corona-Regeln beachten

An diesem Donnerstag hat in Essen die „Spiel ´21“ begonnen. Die Spielemesse, die im letzten Jahr aufgrund der Corona-Pandemie ausgefallen war, findet unter strengen Auflagen statt, wie die WAZ berichtet.

Bei der Essener Spielemesse gelten in diesem Jahr strenge Corona-Regeln – die noch über die Vorgaben des Landes NRW hinausgehen. © picture alliance/dpa © picture alliance/dpa



So müssen alle Besucher die 3G-Regel erfüllen und geimpft, genesen oder getestet sein. Das gilt auch für Kinder ab sechs Jahren – ebenso wie die Pflicht zum Tragen von medizinischen Masken, die in allen Hallen und auch an den Spieltischen erfüllt werden muss. Atteste zur Befreiung von der Maskenpflicht akzeptieren die Veranstalter nicht. Zudem dürfen sich maximal zehn Personen an einem Spieltisch aufhalten.


Donnerstag, 14. Oktober, 11.32 Uhr

Corona-Pandemie und Lieferengpässe bremsen Wirtschaft

Führende Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Konjunkturprognose für dieses Jahr heruntergeschraubt. Die Institute rechnen mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland um 2,4 Prozent, wie sie am Donnerstag mitteilten. Im Frühjahr hatten die Wirtschaftsinstitute noch erwartet, dass nach dem coronabedingten Einbruch der Wirtschaft 2020 das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 3,7 Prozent zulegt.

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland sei nach wie vor von der Corona-Pandemie gekennzeichnet, hieß es. Eine vollständige Normalisierung „kontaktintensiver Aktivitäten“ sei kurzfristig nicht zu erwarten. Es sei davon auszugehen, dass im Winter die Aktivität im Dienstleistungsbereich auch bei geringem Infektionsgeschehen unter dem sonst üblichen Niveau bleiben werde. Außerdem behinderten Lieferengpässe die Industrie. Im Verlauf des Jahres 2022 dürfte die deutsche Wirtschaft wieder die Normalauslastung erreichen.



Donnerstag, 14. Oktober, 9.54 Uhr

Bali öffnet für Touristen aus 19 Ländern – aber keine Deutschen

Die beliebte indonesische Urlaubsinsel Bali empfängt ab sofort wieder vollständig geimpfte Touristen aus ausgewählten Ländern – jedoch nicht aus Deutschland. „Nach der Anweisung des Präsidenten erlauben wir Besuchern aus 19 Ländern, wieder nach Bali und auf die Riau-Inseln zu reisen“, hieß es in einer Mitteilung des Pandemie-Beauftragten der Regierung, Luhut Pandjaitan, am Donnerstag.

Zu den Staaten auf der Liste zählen unter anderem Indien, Japan, Neuseeland, Italien, Frankreich und Spanien. Diese Staaten hätten nach Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Coronavirus unter Kontrolle, so Pandjaitan. Der internationale Flughafen Ngurah Rai auf Bali wollte noch am Donnerstag wieder für internationale Flüge öffnen. Interessierte Urlauber müssen über Bali oder die beiden Flughäfen auf den Riau-Inseln in Batam und Bintan nach Indonesien einreisen.

Neben einem Impfpass brauchen sie einen negativen PCR-Test und eine Hotelreservierung. Zunächst müssen alle Feriengäste zudem fünf Tage in Quarantäne in dem gebuchten Hotel. Wegen der Ausbreitung der Delta-Variante hatte der südostasiatische Inselstaat Indonesien mit 270 Millionen Einwohnern im Juni und Juli eine schwere Virus-Welle erlebt. Teilweise wurden mehr als 50 000 Neuinfektionen am Tag gemeldet. Jedoch gehen die Zahlen seit Wochen zurück. Mittlerweile liegen sie bei weniger als 1500 am Tag. Indonesien war lange eines der am schwersten betroffenen Länder der Region.

Donnerstag, 14. Oktober, 8.57 Uhr
Corona-Inzidenz in NRW knapp unter 50
In Nordrhein-Westfalen ist die Kennziffer für Corona-Neuinfektionen am Donnerstag unter dem Wert von 50 geblieben. Das Robert Koch-Institut meldete eine Sieben-Tage-Inzidenz von 49,6 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche.

Damit lag die Inzidenz klar unter dem bundesweitem Schnitt von 67,0. Im bevölkerungsreichsten Bundesland wurden innerhalb von 24 Stunden 1872 Neuinfektionen gemeldet, 21 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Die höchste Inzidenz verzeichnete weiterhin der Kreis Minden-Lübbecke mit 141,2, gefolgt von Hagen (139,9) und dem Kreis Lippe (98,6).

Die größte NRW-Stadt Köln kam auf 57,3 und die Landeshauptstadt Düsseldorf auf 58,7. Am niedrigsten fiel die Kennziffer im Kreis Coesfeld mit 15,9 aus. Nach Angaben der Landesregierung vom Donnerstag werden derzeit 871 Covid-19-Patienten in Kliniken in NRW behandelt. Davon werden 303 intensivmedizinisch versorgt. Unter ihnen benötigen 189 Personen eine künstliche Beatmung.


Donnerstag, 14. Oktober, 7.20 Uhr
WHO schlägt Drosten für neues Pandemie-Gremium vor
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ein Team von Wissenschaftlern für ein neues Pandemie-Gremium vorgeschlagen, darunter den deutschen Virologen Christian Drosten.

Die 26-köpfige Expertengruppe soll einen globalen Rahmen für die Erforschung neu auftretender Krankheitserreger schaffen, wie die WHO am Mittwoch mitteilte. Zudem sollen die Wissenschaftler die ins Stocken geratene Untersuchung zum Ursprung des Coronavirus vorantreiben.

Donnerstag, 14. Oktober, 6.19 Uhr
Youtube sperrt erneut zwei #allesaufdentisch-Videos
Die Videoplattform Youtube hat zwei weitere Videos der umstrittenen Aktion #allesaufdentisch gelöscht. Das bestätigte ein Youtube-Sprecher am Mittwochabend der Deutschen Presse-Agentur.

Als Grund wurde ein Verstoß gegen eine Richtlinie des Unternehmens, in der es um Missinformation zur Corona-Pandemie geht, angeführt. Damit sind derzeit insgesamt vier Videos der Aktion gelöscht.

Youtube hatte vor kurzem bereits drei Clips gelöscht, eines davon aber nach einer erneuten Prüfung wieder hochgeladen.

An der Internetvideoaktion #allesaufdentisch beteiligt: Schauspieler Wotan Wilke Möhring. © picture alliance/dpa © picture alliance/dpa

Die Internetvideoaktion #allesaufdentisch, an der sich unter anderen auch die Schauspieler Volker Bruch und Wotan Wilke Möhring beteiligt haben, wurde Ende September gestartet. In vielen Videos, die im Netz hochgeladen wurden, werden unter anderem die Corona-Maßnahmen und die mediale Berichterstattung darüber kritisiert. Kritiker werfen den Machern vor, verschwörungsideologische Erzählungen zu bedienen.

Donnerstag, 14. Oktober, 5.01 Uhr
RKI registriert 12 382 Corona-Neuinfektionen – bundesweite Inzidenz bei 67,0
Bei der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland gibt es wenig Dynamik. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Donnerstagmorgen mit 67,0 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 65,4 gelegen, vor einer Woche bei 62,6 (Vormonat: 81,1). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 12 382 Corona-Neuinfektionen.

Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.14 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 11 644 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 72 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 68 Todesfälle gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4 342 640 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen – den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter – gab das RKI am Mittwoch mit 1,90 (Dienstag: 1,70) an.


Mittwoch, 13. Oktober, 22.08 Uhr
Starkes globales Wachstum für Industrieländer

Die Verfügbarkeit von Corona-Impfstoffen bestimmt die Entwicklung der Weltwirtschaft: Industrieländer können in diesem Jahr nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) weiter mit starkem Wachstum rechnen, ärmere Staaten hingegen stecken in der Corona-Krise fest.

„Der Ausblick für die ärmeren Entwicklungsländer hat sich deutlich verdunkelt“, sagte IWF-Chefvolkswirtin Gita Gopinath. „Der Zugang zu Impfstoffen bleibt der wichtigste Antrieb der Verwerfungen bei der globalen Erholung.“ Den ärmeren Staaten fehle zudem der finanzielle Spielraum, die Konjunktur zu stützen.



Mittwoch, 13. Oktober, 20.00 Uhr
Krankenkassen brauchen Extra-Milliarden vom Bund

Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland benötigen im kommenden Jahr einen Rekordzuschuss vom Bund. Hintergrund sind stark gestiegene Ausgaben. Nach Kassenangaben auch wegen Corona, aber vor allem wegen „ausgabenintensiver“ Gesetzgebung der vergangenen Jahre.

Das Gremium rechnet laut eigener Mitteilung mit Ausgaben für die Krankenkassen von rund 284 Milliarden Euro, nach voraussichtlich 272 Milliarden Euro in diesem Jahr. Da gesetzlich festgeschrieben wurde, dass die Zusatzbeiträge zur Krankenversicherung im nächsten Jahr bei durchschnittlich 1,3 Prozent stabil gehalten werden sollen, muss die Lücke durch weiteres Geld vom Bund geschlossen werden.

Mittwoch, 13. Oktober, 18.18 Uhr

Niederlande vor neuer Corona-Welle: Lage „Besorgniserregend“

Die Niederlande befürchten eine neue Coronawelle. Die Zahl der Neuinfektionen stieg in den vergangenen sieben Tagen stark und liegt nun um 62 Prozent höher als in der Vorwoche. Das ist der größte Anstieg seit Mitte Juli, wie das Institut für Gesundheit und Umwelt RIVM am Mittwoch mitteilte.

Landesweit wurden 3746 neue Infektionen gemeldet, fast doppelt soviel wie am Mittwoch der Vorwoche. Auch die Zahl der Patienten in den Krankenhäusern steigt den Angaben zufolge deutlich. In den Krankenhäusern werden zur Zeit 524 Covid-19-Patienten behandelt, davon 137 auf den Intensivstationen. Im ganzen Land wurde die Alarmstufe nun auf „Besorgniserregend“ erhöht.

Die meisten Infektionen wurden den Behörden zufolge in Großstädten registriert, aber auch sehr viele in Regionen mit streng gläubigen Protestanten, dem sogenannten „Biblebelt“ (Bibelgürtel). Viele orthodoxe Calvinisten lehnen eine Impfung ab. Etwa 68 Prozent der rund 17 Millionen Einwohner sind vollständig geimpft, dabei 83 Prozent der Erwachsenen.

Mittwoch, 13. Oktober, 18.03 Uhr
Kaum Geimpfte auf Corona-Intensivstationen

Auf den Corona-Intensivstationen in Deutschland gibt laut Medizinern fast keine gegen Covid-19 geimpften Patienten ohne Vorerkrankung. Die meisten seien nicht oder nicht vollständig geimpft, so Gernot Marx, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi).

Mittwoch, 13. Oktober, 16.01 Uhr

RKI sieht keine eigenen Fehler bei unvollständigen Impfdaten

Das Robert Koch-Institut (RKI) weist die Verantwortung für offenbar zu niedrige Werte in der offiziellen Corona-Impfstatistik von sich. „Das RKI kann nur die Impfdaten veröffentlichen, die ihm entsprechend übermittelt worden sind“, erklärte Präsident Lothar Wieler. Eine zu niedrige Erfassung stelle „keinen Fehler und kein Versäumnis des RKI dar“, sondern gehe auf unterbliebene Meldungen einiger impfender Stellen zurück, hieß es.

Man sei bei der Ermittlung der Impfquote auf das sogenannte Digitale Impfquotenmonitoring angewiesen, schreibt das RKI. Die Anwendung und Zuverlässigkeit dieses Meldesystems liege „ausschließlich in der Hand der impfenden Stellen (Impfzentren, Impfteams, Krankenhäuser, Arztpraxen, Betriebsärzte)“. Das RKI hatte vor einer Woche in einem Bericht unter anderem geschrieben, dass unter Erwachsenen vermutlich mehr Menschen geimpft seien, als die offiziellen Daten nahelegen.



Mittwoch, 13. Oktober, 15.11 Uhr

Minijobber erhalten kein Geld bei Corona-Schließungen

Geschäftsschließungen per Corona-Verordnung zur Eindämmung der Pandemie gehören nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts nicht zum allgemeinen Betriebsrisiko für Unternehmer. Diese würden damit auch nicht das Risiko für den Arbeitsausfall von Minijobbern tragen und seien nicht verpflichtet, ihnen in dieser Zeit eine Vergütung zu zahlen. Das entschied das Bundesarbeitsgericht am Mittwoch in Erfurt (5 AZR 211/21). Es handelte sich um den ersten Corona-Streitfall, der beim Bundesarbeitsgericht verhandelt wurde.

Es sei Sache des Staates, für einen Ausgleich der finanziellen Nachteile durch den hoheitlichen Eingriff zur Bekämpfung der Pandemie zu sorgen, erklärten die höchsten deutschen Arbeitsrichter. Das sei zum Teil mit dem erleichterten Zugang zum Kurzarbeitergeld erfolgt. Das treffe auf die Klägerin aus Niedersachsen als geringfügig Beschäftigte aber nicht zu – insofern gebe es „Lücken in dem sozialversicherungspflichtigen Regelungssystem“. Bei der Klage ging es um den Anspruch einer als Verkäuferin eingesetzten Minijobberin aus Bremen auf Bezahlung während einer von den Behörden angeordneten Filialschließung im April 2020.



Mittwoch, 13. Oktober, 13.10 Uhr

Die aktuellen Corona-Regeln auf Mallorca: Was Urlauber beachten müssen

Auf Mallorca ist die Corona-Lage, wie in ganz Spanien, insgesamt entspannt. Einige Vorgaben gibt es aber dennoch zu beachten: Die Mund-Nasen-Bedeckung muss nur noch dann getragen werden, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen nicht gewährleistet werden kann.

Auch am Strand ist ein Abstand von 1,5 Metern zu Personen, die nicht zum selben Haushalt gehören, verpflichtend. Strandliegen oder Hängematten müssen nach dem Gebrauch desinfiziert werden. Das Rauchverbot im Freien besteht weiterhin, wenn kein Abstand von zwei Metern eingehalten werden kann.

Mittwoch, 13. Oktober, 11.39 Uhr
Corona als Betriebsrisiko? – Urteil zu Minijobbern erwartet
Können Minijobber auf Bezahlung pochen, wenn ihre Arbeit während der Lockdownphasen in der Corona-Pandemie nicht gebraucht wurde? Das will das Bundesarbeitsgericht nun grundsätzlich klären. Die Richter gehen dabei auch der Frage nach, ob die Folgen einer Pandemie zum allgemeinen Betriebsrisiko von Unternehmern gehören, wie die Klägerin aus Niedersachsen meint.

Mit dem Fall rückt eine Arbeitnehmergruppe ins Blickfeld, die bisher in der Pandemie keine so große Rolle spielte: Minijobber, von denen es Hunderttausende vor allem in Dienstleistungsbranchen gibt. Allein im Einzelhandel waren es nach Zahlen des Handelsverbandes Deutschland (HDE) zu Jahresbeginn etwa 808.000 geringfügig Beschäftigte. „Die überwiegende Zahl arbeitet im Lebensmitteleinzelhandel oder in Drogerien, die im Gegensatz zum Fachhandel nicht von den Corona-Schließungen betroffen waren“, so ein Sprecher.


Mittwoch, 13. Oktober, 9.58 Uhr

Keine Entspannung für Intensivmediziner – Patienten haben eins gemeinsam

Die Intensivmediziner hoffen mit Blick auf die Belastung ihrer Stationen auf einen deutlichen Anstieg der Impfbereitschaft. „Die allermeisten Patienten, die wir behandeln – das wissen wir aus den Gesprächen mit vielen Kollegen großer deutscher Intensivstationen – sind gar nicht oder nicht vollständig geimpft“, sagte Prof. Gernot Marx, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), dem RND. Die geimpfte Minderheit auf den Intensivstationen bestehe zu großen Teilen aus älteren Patienten, deren zweite Impfung schon weit zurückliege. „Diese Menschen leiden in aller Regel zudem unter schweren chronischen Krankheiten“, sagte Marx.

Die Kapazitäten für freie Betten auf den Intensivstationen seien aktuell relativ stabil. „Im Moment sind wir in einer Plateau-Phase, wir stagnieren bei etwa 1300 Covid-Intensivpatienten. Die Lage ist unter Kontrolle“, sagte Marx. „Wir sind inzwischen handlungsfähig und haben im Schnitt zwei freie Intensivbetten pro Standort“, so Marx weiter. Von einer Entspannung sei aber keineswegs zu sprechen.

Mittwoch, 13. Oktober, 8.02 Uhr
Fallzahlen in Deutschland stagnieren

Bei der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland gibt es wenig Dynamik. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Mittwochmorgen mit 65,4 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 65,8 gelegen, vor einer Woche bei 62,3 (Vormonat: 81,9). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 11 903 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 4.23 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 11 547 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 92 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 76 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.330.258 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.


Mittwoch, 13.Oktober, 5.10 Uhr
Unsichere Impfquote: Drosten nimmt das RKI in Schutz

In der Debatte um die präzise Impfquote in Deutschland hat der Virologe Christian Drosten das Robert Koch-Institut (RKI) in Schutz genommen. Die einseitige Schuldzuweisung ans RKI und Lothar Wieler halte er so nicht für gerechtfertigt, sagte der Experte von der Berliner Charité im Podcast „Coronavirus-Update“ bei NDR-Info.

Nach einem Bericht zu einer RKI-Impfbefragung, der vorige Woche erschienen ist, sind unter Erwachsenen hierzulande vermutlich mehr Menschen geimpft als die Daten aus dem Meldesystem nahelegen. Es hieß, dass die Quote bei einmal und vollständig Geimpften ab 18 Jahren bis zu 5 Prozentpunkte höher sein dürfte.



Letztlich sei die öffentliche Aufregung um die Diskrepanz „komplett umsonst“, sagte Drosten. Die Situation habe sich nicht geändert. „Das ist einfach der totale Klamauk, was da passiert ist.“ Rechnen müsse man mit der Impfquote der Gesamtbevölkerung (und nicht der Erwachsenen), sagte Drosten. Dabei sei der Unterschied zwischen dem Meldesystem und der RKI-Begleituntersuchung gering und für die Bewertung der Gesamtsituation „irrelevant“.

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