Die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr sind eigentlich immer die Tage, an denen weniger passende Weihnachtsgeschenke umgetauscht werden. Das ist in diesem Jahr nicht möglich, denn mindestens bis zum 10. Januar bleiben die Läden geschlossen. © picture alliance / Roland Weihrauch/dpa
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Der Corona-Lockdown und die Folgen für den Umtausch von Weihnachtsgeschenken

Unterm Weihnachtsbaum landen viele Geschenke, die nicht so richtig gefallen. Sie werden dann nach den Feiertagen umgetauscht. Was aber, wenn die Geschäfte bis mindestens 10. Januar zu sind?

Die Frage hat es durchaus in sich. Wenn ich Weihnachten ein Geschenk bekomme, das nicht wirklich meinen Geschmack getroffen hat, wie lange kann ich es umtauschen? Die beliebteste Zeit waren dafür ja eigentlich immer die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr. Verlängert sich jetzt die Frist, wenn die Geschäfte erst am 11. Januar oder noch später wieder öffnen?

Frank Holland ist Rechtsanwalt und Geschäftsführer des Handelsverbandes Nordrhein-Westfalen. Im Gespräch mit unserer Redaktion räumt er zunächst einmal mit einem weit verbreiteten Vorurteil auf: „Im stationäre Handel gibt es kein Recht auf einen Umtausch.“ Wenn ein Händler einen Umtausch bei Nicht-Gefallen möglich mache, sei das reine Kulanz. Verpflichtet sei er dazu nicht.

Woher der Umtausch-Irrtum kommt

Dass sich die Idee von einem solchen Umtauschrecht in den Köpfen vieler Menschen festgesetzt habe, hänge damit zusammen, dass es bei Geschäften im Internet oder solchen, die per Telefon abgeschlossen würden, ein solches Widerrufsrecht gebe.

Der stationäre Handel sei dagegen nicht zu einem Umtausch verpflichtet: „Ich kenne aber wirklich keinen Händler, der einen Kunden mit einem solchen Umtausch-Wunsch abweisen würde. Er möchte ja, dass der Kunde wieder in seinen Laden kommt“, sagt Holland. Und wenn jetzt die Läden erst wieder am 11. Januar oder noch später öffnen würden, dann würden Händler seiner Einschätzung nach in der Regel einen solchen Wunsch nicht abschlagen.

Reklamation ist etwas anderes als Umtausch

Anders sehe es übrigens, ergänzt Holland, bei einer fehlerhaften Ware aus. „Dann kann der Händler ein-, zweimal versuchen, den Mangel zu beheben. Wenn das dann noch immer nicht möglich ist, gibt es das Geld zurück“, erklärt Holland. Das sei dann keine Frage der Kulanz mehr, sondern einklagbares Recht.

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Ulrich Breulmann, Jahrgang 1962, ist Diplom-Theologe. Nach seinem Volontariat arbeitete er zunächst sechseinhalb Jahre in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten, bevor er als Redaktionsleiter in verschiedenen Städten des Münsterlandes und in Dortmund eingesetzt war. Seit Dezember 2019 ist er als Investigativ-Reporter im Einsatz.
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