Mit welcher Corona-Strategie findet Deutschland den richtigen Weg durch den nahenden Herbst mit wieder steigenden Infektionszahlen? Was sind die richtigen Schritte? Was kommt auf uns zu? Dazu fallen in dieser Woche wichtige Entscheidungen. © picture alliance/dpa
Corona-Wochen-Bilanz

Die Suche nach dem richtigen Weg durch die Pandemie steht vor der Entscheidung

Die Zahl neuer Corona-Fälle steigt. Die Zahl der Todesfälle sinkt. Welche Strategie ist richtig für den Herbst? Bund und Länder wollen das am Dienstag (10.8.) festlegen. Was zeichnet sich ab?

Die Daten, die als Basis für den am Dienstag (10. August) geplanten Corona-Gipfel dienen, sind klar: Die Zahl der neuen Coronainfektionen steigt weiter langsam, aber stetig. Erstmals seit längerem geht auch die Zahl der Menschen, die mit einer Covid-19-Infektion auf einer Intensivstation behandelt werden müssen, wieder leicht in die Höhe. Die Zahl der Menschen, die an oder mit einer Coronainfektion sterben, sinkt weiter. Inzwischen sind 54,8 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft, 62,4 Prozent mindestens einmal.

Das sind die Rahmendaten, an denen sich die Vertreter von Bund und Ländern am Dienstag bei der Ministerpräsidentenkonferenz orientieren müssen, wenn sie die Eckpunkte der Pandemie-Strategie für den Herbst festlegen wollen. Dabei zeichnen sich vor allem drei Kernfragen ab:

Drei entscheidende Fragen

1. Welche Rolle soll künftig noch die Sieben-Tage-Inzidenz spielen? Dass sie nicht mehr ausreicht, um alleine über Einschränkungen oder Lockerungen zu entscheiden, darüber herrscht inzwischen weitestgehend Einigkeit. Aber bleibt die Inzidenz der Leitindex? Wie will man Krankenhaus-Situation, Impfquote und Sterberate einbeziehen? Das ist völlig offen.

2. Wird aus der 3G-Regelung eine 2G-Regel? Das heißt: Werden Geimpfte und Genesene künftig selbst bei steigender Inzidenz mehr dürfen als nur Getestete? Dass viele private Veranstalter vom Restaurantbetreiber bis zum Fußball-Club künftig genau diese 2G-Regel anwenden werden, kann man schon jetzt erkennen. Aber was macht der Staat?

3. Der dritte Streitpunkt, der für heftige Diskussionen sorgen wird, ist die Frage, ob Corona-Tests weiterhin für alle Menschen kostenlos sein sollen. Hier deutet sich eine Regelung an, bei der zumindest diejenigen diese Tests ab einem noch ungewissen Zeitpunkt im Herbst selbst bezahlen müssen, bei denen es keine gesundheitlichen Gründe gegen eine Impfung gibt.

Der Blick auf die aktuellen Wochenzahlen verrät, dass die Zahl der Neuinfektionen seit der ersten Juli-Woche wieder steigt. Zwischen dem 2. und 9. August gab es 19.840 neue Coronafälle. Damit haben wir wieder etwa den Stand von Anfang Juni erreicht. Vor genau einem Jahr lag die Steigerung in der ersten Augustwoche bei 5.925, ist jetzt also mehr als dreimal so hoch.

Der genaue Blick auf die Altersgruppen

Schaut man genauer hin, welche Altersgruppen sich am meisten infizieren, so sind das weiterhin die Jüngeren, vor allem in der Altersklasse der 15- bis 39-Jährigen. Je älter die Menschen, desto höher die Impfquote und desto geringer die Zahl der Neuinfizierten. Deutlicher lässt sich die Wirksamkeit der Corona-Schutzimpfungen nicht belegen.

Auf den Intensivstationen werden heute 444 Menschen behandelt, 82 mehr als vor einer Woche. Das entspricht etwa dem Stand von Anfang Juli. 202 Covid-19-Patientinnen und Patienten werden beatmet, 21 mehr als vor einer Woche. Dieser Anstieg ist zwar bedauerlich, allerdings spielt er sich aktuell noch auf einem sehr niedrigen Niveau ab. Wir sind weit von den Spitzenzahlen in den ersten Pandemie-Wellen entfernt.

Das gilt natürlich auch für die Zahl der Corona-Toten, denn die ging weiter zurück – um 9 auf 124. Das ist der niedrigste Wert seit der Woche vom 5. bis 12. Oktober 2020, als es 87 Tote zu beklagen gab.

Über den Autor
Redakteur
Ulrich Breulmann, Jahrgang 1962, ist Diplom-Theologe. Nach seinem Volontariat arbeitete er zunächst sechseinhalb Jahre in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten, bevor er als Redaktionsleiter in verschiedenen Städten des Münsterlandes und in Dortmund eingesetzt war. Seit Dezember 2019 ist er als Investigativ-Reporter im Einsatz.
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