Langsam kommt eine deutliche Verbesserung der Infektionslage in Sicht. © Foto: @jeshoots/ unplash
Positive Wochenbilanz

Die Zahl neuer Corona-Fälle pro Woche sinkt stark – und nicht nur die

Erstmals seit mehr als einem Vierteljahr ist die Zahl neuer Corona-Fälle pro Woche unter die Marke von 100.000 gesunken – und zwar deutlich. Entspannung deutet sich auch an anderer Stelle an.

Das, worauf eigentlich alle sehnsüchtig warten, scheint jetzt einzutreten: Der Rückgang bei der Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus setzt sich in mittlerweile hohem Tempo fort. In den vergangenen sieben Tagen zwischen dem 25. Januar und dem 1. Februar registrierte das Robert-Koch-Institut 80.306 neue Infektionsfälle mit dem Coronavirus.

Das sind 20.690 Fälle weniger als in der Woche zuvor (18. bis 25. Januar), und rund 93.268 neue Infektionen weniger im Vergleich zur bisher schlimmsten Woche zwischen dem 14. und 21. Dezember, als mit 173.574 neuen Fällen der bisherige Höchststand gemessen wurde. In der vergangenen Woche ist der Anstieg bei den neuen Fällen also weniger als halb so hoch als kurz vor Weihnachten.

Inzwischen geht – und das ist besonders erfreulich – auch die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit einer Coronainfektion gestorben sind, kontinuierlich zurück. In den sieben Tagen zwischen dem 25. Januar und 1. Februar wurden dem Robert-Koch-Institut 5.033 Corona-Tote gemeldet. Sicherlich sind das noch immer zu viele, aber eben auch 421 Tote weniger als in der Vorwoche. Es ist der geringste Anstieg seit der Woche zwischen dem 28. Dezember und dem 4. Januar. Die höchste Zahl an Corona-Toten wurde in der Woche zwischen dem 4. und 11. Januar mit 6.112 gemeldet.

In der Woche zwischen dem 7. und 14. September wurden in Deutschland 25 Corona-Tote registriert. Seither kletterte die Zahl der Corona-Toten pro Woche nach oben, seit Anfang November in einer extrem steilen Kurve. Eine Ausnahme gab es lediglich in der Weihnachtswoche zwischen dem 21. und 28. Dezember, was aber mit Sicherheit auf Meldeverzögerungen an den Feiertagen zurückzuführen ist.

Die Zahl der Labortestungen liegt weiterhin bei knapp 1,1 Millionen pro Woche. Trotzdem sank die Zahl der neuen Fälle. Das ist ebenfalls positiv zu bewerten, denn: Der Anteil der positiven Ergebnisse bei den Tests ist weiter gesunken. Er liegt aktuell bei 9,97 Prozent. Dieser Anteil war seit Monaten kontinuierlich gestiegen. Waren Mitte Juli nur 0,74 Prozent der Getesteten tatsächlich auch mit dem Coronavirus infiziert, stieg dieser Wert in der Woche vom 28. Dezember bis zum 4. Januar auf 16,1 Prozent. Das war der bisherige Höchststand.

Trotz dieser guten Zeichen ist die Lage nach wie vor ernst. Das zeigt ein Blick auf die Entwicklung der 7-Tages-Inzidenz. Die Inzidenz beschreibt die Zahl der Menschen, die sich in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohnern mit dem Coronavirus angesteckt haben.

Als in der letzten Oktoberwoche der Lockdown light für November beschlossen wurde und unter anderem alle Kneipen und Restaurants schließen mussten, lag die Inzidenz bei etwas mehr als 80, doch der erhoffte Effekt blieb aus. Als Ende November der Lockdown light verlängert wurde, lag die Inzidenz bei rund 143. Auch diese Verlängerung konnte keine grundlegende Kehrtwende einleiten. Im Gegenteil.

Als der harte Lockdown daraufhin Mitte Dezember verkündet wurde, war die Inzidenz auf rund 176 gestiegen. Am 22. Dezember wurde mit 197,6 der bisher höchste Wert gemessen, dann ging er – mit einem zwischenzeitlich erneuten Anstieg – auf aktuell 91 zurück. Vor einer Woche lag er noch bei 107,7.

Dabei gibt es allerdings nach wie vor regional erhebliche Unterschiede. Ziel des harten Lockdowns war und ist es, die Inzidenz unter die Schwelle von 50 zu bringen. Das war zuletzt vor fast drei Monaten am 20. Oktober mit 48,6 der Fall. In Nordrhein-Westfalen liegt die Inzidenz aktuell bei 86, in Thüringen aber beispielsweise noch immer bei 161.

Über den Autor
Redakteur
Ulrich Breulmann, Jahrgang 1962, ist Diplom-Theologe. Nach seinem Volontariat arbeitete er zunächst sechseinhalb Jahre in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten, bevor er als Redaktionsleiter in verschiedenen Städten des Münsterlandes und in Dortmund eingesetzt war. Seit Dezember 2019 ist er als Investigativ-Reporter im Einsatz.
Zur Autorenseite
Ulrich Breulmann

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.