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Genießer-Stücke aus der Region

Dieser Hagener macht Ihr Gartenobst zu einzigartigem Schnaps

Obstbäume im Garten sind schön - doch wohin bloß mit der Ernte? Klaus Wurm „brennt“ die Antwort. In seiner Märkischen Spezialitätenbrennerei in Hagen macht er daraus einen eigenen Obstbrand.

Die Luft in der engen Schlucht in Hagen-Dahl, etwas abseits des Autobahnzubringers, ist leicht alkoholisch und süßlich, vielleicht etwas rauchig in der Nase. Früher war hier die Dorfschmiede, doch wer jetzt die schwere Schiebetür mit beherztem Ruck aufreißt, steht in der Märkischen Spezialitätenbrennerei.

Herzstück des Betriebs ist die blinkende kupferne Destillationsanlage, mit der Klaus Wurm seit 2010 edle Destillate produziert. Wurm ist ein Hagen-Dahler Urgestein, sein Großvater betrieb ein paar Meter weiter bis in 1950er Jahre eine Stellmacherei, in der er Kutschen baute. Noch heute werden die Whiskys der Märkischen Spezialitätenbrennerei in Kutschen in die Dechenhöhle zum Reifen gebracht.

Serie

Genießer-Stücke aus der Region

In unserer Serie „Genießer-Stücke aus der Region“ stellen wir besondere kulinarische Produkte aus Dortmund oder der Region vor.

Whisky ist in den letzten 30 Jahren in seinen lokalen Ausprägungen jenseits von Schottland immer populärer geworden. „Der deutsche Whisky ist im Markt zweifellos angekommen“ stellt Wurm fest. Und dann sei der Gin explodiert, während der gute alte westfälische Korn noch am Opa-Image leidet.

Birnen aus Südtirol und Ingwer aus Thailand

„Obstbrand ist eine Nische in der Nische“, sagt Wurm. Eine Nische allerdings, in der die Idee des Regionalen am besten realisiert werden kann. „Wir kaufen Äpfel, Zwetschgen, Beeren oder Mirabellen soweit es geht regional. Doch in NRW bekomme ich zum Beispiel die Menge an Williams-Christ-Birnen in der Qualität, die ich brauche, nicht. Also kaufe ich die in der Gegend um Meran in Südtirol. Und der Ingwer für den Ingwergeist wächst hier gar nicht. Den kaufe ich in China oder Thailand.“

Region pur findet sich hingegen in den Privatbränden, die Klaus Wurm im Rahmen der Lohnbrennerei herstellt. Kennengelernt hat er das in der Pfalz. Streuobst wurde in eine Brennerei gebracht, wo es dann gebrannt wurde. „Man hat das Recht auf 50 Liter reinen Alkohol für den Eigenbedarf. Diesen Alkohol darf man allerdings nicht verkaufen.“ So kam er auf die Idee, den Service auch in Hagen-Dahl anzubieten.

Mindestmenge für einen Obstbrand sind 350 Kilo

Und der Zulauf ist groß. Auf die Frage, wie viel privates Obst er als Dienstleister verarbeitet, deutet Klaus Wurm nur auf die unzähligen Plastikfässer und -container, die auf dem Brennereihof und in der Destillerie stehen.

Die Märkische Spezialitätenbrennerei in Hagen-Dahl. In den blauen Fässern sind die Destillate von privaten Kunden.
Die Märkische Spezialitätenbrennerei in Hagen-Dahl. In den blauen Fässern sind die Destillate von privaten Kunden. © Peter Krauskopf © Peter Krauskopf

„Das kommt alles von Privatleuten, Bauern und Organisationen wie Naturschutzzentren, die auf Streuobstwiesen Äpfel und Birnen geerntet haben“, erklärt er. „Aus den Sammlungen von Äpfeln, Birnen und Quitten eines Rotarierclubs machen wir beispielsweise einen Clubbrand, der als Geschenk dient oder für einen guten Zweck verkauft wird.“

Mindestmenge für einen Brand sind 350 Kilo. Das ergibt 300 Liter Maische, und damit wird die Brennblase einmal voll.

Die Produkte der Märkischen Spezialitätenbrennerei sind im Fachhandel erhältlich oder im hauseigenen Online-Shop (maerkische-spezialitaeten-brennerei.de).

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