Coronavirus

Dramatische Rückgänge bei Blutspenden wegen Corona und Hitze in 2020

Zu Beginn der Pandemie wurde aus Verunsicherung und Angst weniger Blut gespendet. Das hat zeitweise zu knappen Blut-Vorräten geführt. Die Hitzeperiode im Sommer hat die Situation noch verschärft.
Durch die Corona-Krise haben in 2020 weniger Menschen Blut gespendet. © picture alliance/dpa

Die Corona-Pandemie und die Hitze im Sommer haben 2020 zeitweise zu dramatischen Rückgängen bei den Blutspenden geführt. „Normalerweise haben wir einen Vorrat für vier Tage im Kühlschrank – manchmal war unser Kühlschrank aber nahezu leer“, sagte der Sprecher des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) West, Stephan David Küpper. Auch an der Uniklinik Köln war es im Sommer einige Wochen lang „sehr eng“, wie die Leiterin der Transfusionsmedizin, Prof. Birgit Gathof, der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Es hätten jedoch keine Operationen wegen eines Mangels an Blutkonserven abgesagt werden müssen. Während des ersten Corona-Lockdowns im Frühling hatten fast alle Kliniken planbare Operationen verschoben, um Kapazitäten für Covid-19-Patienten frei zu halten. Dadurch wurden zum Beispiel an der Düsseldorfer Uniklinik nach Angaben einer Sprecherin zu der Zeit etwa 20 Prozent weniger Blutkonserven benötigt als normalerweise. Als die Zahl der OPs nach dem Lockdown wieder zunahm, sei die Situation bei den Blutspenden mancherorts sehr ernst geworden, sagte Küpper.

Verunsicherung und Angst zu Beginn der Corona-Krise

Bei bestimmten Blutgruppen sei damals ein Drittel weniger Blutkonserven verfügbar gewesen als benötigt. Zur Verschärfung habe zusätzlich die Hitzeperiode im Sommer beigetragen. „Da geht man halt nicht so gerne zum Blutspenden.“ Das DRK deckt nach eigenen Angaben 75 Prozent des Blutbedarfs der Krankenhäuser in NRW. Von März bis Dezember habe das DRK rund 50 000 ursprünglich eingeplante Blutkonserven nicht erhalten, sagte Küpper. „Das größte Problem für uns ist, dass wegen Corona feste Blutspende-Termine in Unternehmen oder Universitäten ausgefallen sind und auch nach wie vor nicht stattfinden.“

Zu Beginn der Corona-Krise seien aus Verunsicherung und Angst natürlich auch weniger Stammspender gekommen. Nach Spendenaufrufen und verstärkter Öffentlichkeitsarbeit hätten aber bald wieder mehr Menschen Blut gespendet. DRK und Unikliniken appellierten an Freiwillige, trotz des erneuten Lockdowns zum Blutspenden zu gehen. Auch bei einem Rückgang der Operationszahlen sei der Bedarf groß, weil zum Beispiel Krebspatienten für Langzeittherapien regelmäßig Blut benötigten. Spender könnten online Termine reservieren, um Wartezeiten und Menschenansammlungen zu vermeiden.

dpa

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