Prozess

Einschlägig Vorbestrafter soll Kind immer wieder missbraucht haben

Ein Mann hat vor dem Bonner Landgericht gestanden, einen kleinen Jungen immer wieder sexuell missbraucht zu haben. Er steht nicht zum ersten Mal wegen sexuellen Missbrauchs vor Gericht.
Vor dem Bonner Landgericht muss sich seit Dienstag ein 39-jähriger Angeklagter aus Troisdorf wegen Kindesmissbrauchs in insgesamt 40 Fällen verantworten. (Symbolbild) © picture alliance/dpa

Vor dem Bonner Landgericht muss sich seit Dienstag ein 39-jähriger Angeklagter aus Troisdorf wegen Kindesmissbrauchs in insgesamt 40 Fällen verantworten. Opfer des Missbrauchs war laut Anklage ein zehnjähriger Junge, Sohn einer kinderreichen Familie aus Wuppertal. Der Angeklagte war mit dem Vater des Jungen seit Schulzeiten befreundet gewesen.

Da die Familie bei der Erziehung des Sohnes Probleme gehabt haben soll, hatte der Angeklagte der Familie angeboten, sich um den Jungen zu kümmern. Anderthalb Jahre lang hatte er das Kind regelmäßig an Wochenenden in seine Wohnung in Troisdorf mitgenommen. Dabei kam es laut Anklage zu den Übergriffen.

Angeklagte gestand sexuellen Missbrauch

Der einschlägig vorbestrafte Angeklagte gestand am ersten Prozesstag den sexuellen Missbrauch. Ihm sei wichtig, dass der heute Zwölfjährige im Prozess nicht als Zeuge gehört werden müsse. Allerdings bestritt der Angeklagte, dass er der befreundeten Familie die Betreuungshilfe angeboten habe, um „seine sexuellen Ideen zu verwirklichen“.

Aufgeflogen war der Missbrauch im Dezember 2019, weil der Zehnjährige sich seiner älteren Schwester anvertraut hatte. Dabei habe er bitterlich geweint, berichtete die 17-Jährige als Zeugin. Gleichzeitig habe er Angst gehabt, bestraft zu werden. Die Tochter weihte die Eltern sofort ein, wenige Tage später gingen sie zur Polizei. Der Angeklagte wurde umgehend festgenommen und sitzt seit Dezember 2019 in Untersuchungshaft.

Das Landgericht Freiburg/Breisgau hatte den Angeklagten bereits 2011 wegen 341 Fällen des sexuellen Missbrauchs eines Schutzbefohlenen zu fünf Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Das damalige Opfer war der Sohn seiner Ex-Frau gewesen. Die Strafe hat der Angeklagte bis Ende 2016 voll verbüßt.

dpa

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