Internet Polizei

Facebook-Konto des Kölner Polizeipräsidenten gehackt

Es erwischt manchmal auch die, die sich eigentlich damit auskennen: Kölns Polizeipräsident Uwe Jacob klickte auf ein Video - und löste so bei Facebook eine Kettenreaktion aus. Er sieht auch etwas Gutes in der Sache.
Uwe Jacob, Kölner Polizeipräsident, blickt während einer Pressekonferenz in die Runde. Das private Facebook-Konto Jacobs wurde gehackt und verschickte Videos an seine Kontakte. (zu dpa: «Facebook-Konto des Kölner Polizeipräsidenten gehackt») © picture alliance/dpa

Unbekannte haben mit einem automatischen Virus ausgerechnet das private Facebook-Konto des Kölner Polizeipräsidenten Uwe Jacob gehackt. Das bestätigte ein Polizeisprecherin am Samstag auf Anfrage. Jacob sagte der „Bild“ (Samstag): „Ich habe mich unglaublich geärgert, dass gerade ich da in die Falle getappt bin. Es zeigt, wie perfide dieser Hacker-Angriff gemacht worden ist.“

Jacob hatte nach eigenen Angaben via Facebook eine Nachricht von einer pensionierten Kollegin bekommen. Darin war demnach ein Video und die Nachricht „Schau mal, was ich gefunden habe“. Der Polizeipräsident habe drauf geklickt – und einen Virus in Form des Videos an alle seine Freunde weiter geschickt. Einer meldete sich nach einer Minute.

Sofort mit Experten in Verbindung gesetzt

„Ich hatte ein frisch gegrilltes Hähnchen aus dem Backofen genommen, das dann erstmal warten musste“, sagte Jacob. „Ich habe mich selbstverständlich sofort mit dem Leiter unseres Kommissariats zur Bekämpfung von Cyberkriminalität in Verbindung gesetzt, um abzuklären, wie mit der Situation zu verfahren ist.“

Bevor weiterer Schaden an seinem Account angerichtet werden konnte, änderte Jacob sein Passwort – und warnte seine Kontakte in dem Sozialen Netzwerk.

„Am meisten ärgern mich die Unannehmlichkeiten, die meinen Facebook-Freunden dadurch entstanden sind“, sagte Jacob. Allerdings sehe er auch etwas Positives in dem Fall: „Ich hoffe, meine Kontakte haben nun ebenfalls ihr Passwort geändert.“

Über die Ermittlungen sagte Jacob: „In meinem Fall konnten wir eine Spur zu den Tätern bis nach Berlin nachverfolgen. Sie führte zu einem Handy mit englischer Kennung. Ab da verlor sich die Spur. Die Angriffe können weltweit erfolgen – sie verbreiten sich wie ein Virus.“

Sichere Passwörter sind wichtig

Der Polizeipräsident ergänzte: „Es ist wichtig, ein sicheres Passwort zu wählen: Zum Beispiel Groß-, Kleinbuchstaben und Sonderzeichen sind dabei sehr wichtig. Auch sollte man für verschiedene Konten unterschiedliche Passwörter wählen. Die Präventionskampagne des LKW NRW „Mach Dein Passwort stark“ gibt hier viele Tipps.“

dpa

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