Der Angeklagten beim Prozessauftakt im Juni 2020 an der Seite seiner drei Verteidiger. © Werner von Braunschweig
Landgericht Bochum

Fall Marvin: Urteil verzögert sich weiter

Im Prozess um den Fall Marvin fällt ein Urteil wohl erst im März. Die Verteidigung des Sexualtäters, bei dem der 16-Jährige im Schrank entdeckt worden war, hat noch Beweisanträge gestellt.

Weitere Verlängerung im Prozess um den Fall Marvin: Die 8. Strafkammer am Bochumer Landgericht hat über den bislang planmäßigen Urteilstermin (29. Januar) hinaus noch sechs weitere Verhandlungstage bis zum 8. März anberaumt. „Das Beweisprogramm der Kammer ist erschöpft“, bestätigte Landgerichtssprecher Michael Rehaag am Freitag. Zahlreiche Beweisanträge der Verteidiger von Lars H. (45) müssten allerdings noch beraten und entschieden werden, hieß es.

Der wegen Kinderporno-Besitzes vorbestrafte Lars H. soll den anfangs 13-jährigen Marvin in seiner Wohnung im Süden von Recklinghausen jahrelang untergebracht, mit Geld und Zigaretten belohnt und in mehr als 450 Fällen sexuell missbraucht haben. Entdeckt worden war Marvin Ende 2019 bei einer Razzia in der Wohnung des Angeklagten in einem Kleiderschrank.

Nach den zuletzt im Prozess erstatteten psychiatrisch-psychologischen Gutachten könnte Lars H. bei einer Verurteilung nach Anklage neben einer Gefängnisstrafe auch die spätere Sicherungsverwahrung drohen.

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