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Flughafen Düsseldorf: Passagiere in NRW starten mit Chaos in die Pfingsttage

Pünktlich zur Feriensaison droht Chaos am Düsseldorfer Flughafen. Passagiere in NRW müssen an den Sicherheitskontrollen lange warten. Jetzt kommt ein weiteres Problem hinzu.
Passagiere drängeln sich vor den Check-In-Schaltern am Düsseldorfer Flughafen.
Am Flughafen in Düsseldorf müssen Passagiere oft lange warten. Chaos ist über Pfingsten möglich. © picture alliance/dpa

Das Flughafen-Chaos in Düsseldorf geht auch über Pfingsten weiter. In den vergangenen Wochen mussten sich Reisende häufig in lange Schlangen an den Sicherheitskontrollen des Flughafens einreihen. Eine Entspannung der Lage sei aufgrund des Personalmangels an den Sicherheitsschleusen aktuell nicht absehbar, sagte der Verdi-Experte Özay Tarim.

Jetzt gibt es ein weiteres Problem am Düsseldorfer Flughafen. Wie die Rheinische Post berichtet gibt es nun auch erhebliche Verzögerungen beim Ausladen des Gepäcks. Das betrifft vor allem die Airlines Eurowings und Condor. Bei den deutschen Airlines wurde am Wochenende das Gepäck der Passagiere so spät ausgeladen, dass die betroffenen Familien teilweise bis zu zwei Uhr morgens am Airport verbringen mussten.

Personallage bleibt angespannt: Folgen der Pandemie

Reisende können sich in den nächsten Wochen auf noch mehr Ärger einstellen: Der beauftragte Dienstleister zum Ausladen von Koffern habe aktuell grundsätzlich zu wenige Leute in Düsseldorf, erklärt Eurowings. Das läge auch am Personalabbau im Zuge der Corona-Pandemie.

Die angespannte Personallage führt laut der Gewerkschaft zu körperlichen und psychischen Belastungen der Mitarbeiter. „Die Beschäftigten brauchen gute Arbeitsbedingungen, um Gefahren an den Kontrollen abzuwehren“, sagte Tarim. „Wenn sie sehen, wie die Warteschlange quer durch die Halle geht oder wie Menschen ihren Flieger nicht verpassen wollen, dann macht ihnen das Druck.“ Dies gefährde sowohl die Sicherheit der Passagiere als auch die Gesundheit der Kontrollkräfte. „Wir haben aktuell einen Krankenstand von über 20 Prozent“, sagte Tarim.

Der Flughafen Düsseldorf sieht die Bundespolizei und ihren Sicherheitsdienstleister in der Verantwortung. Für die Kontrollen hatte die Bundespolizei im Juni 2020 den Dienstleister Deutscher Schutz und Wachdienst (DSW) beauftragt. Anders als vertraglich vereinbart könne das Sicherheitsunternehmen jedoch nicht genügend Personal für die Kontrollen bereitstellen, so ein Flughafensprecher. Pro Schicht fehlten aktuell bis zu 140 Kontrollkräfte. „Aus unserer Sicht ist ein zweiter Sicherheitsdienstleister am Standort Düsseldorf unabdingbar“, sagte der Sprecher.

Bürgermeister fordert zweite Sicherheitsfirma

Auch Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) schließt sich der Forderung nach einer zweiten Sicherheitsfirma an. „Die aktuelle Situation mit langen Schlangen vor den Sicherheitskontrollen ist mit einer Belastung für alle am Prozess Beteiligten verbunden, insbesondere für Fluggäste und Beschäftigte“, sagte Keller. Er wolle sich in den kommenden Tagen mit den Verantwortlichen der Bundespolizei in Verbindung setzen.

Neben dem Flughafen Düsseldorf kommt es laut Verdi auch in Köln immer häufiger zu Warteschlangen und Verzögerungen. In der Domstadt fehlten demnach aktuell etwa 100 Kontrollkräfte am Flughafen.

Airline Easyjet bedient sich eines einfachen Tricks

Wegen fehlender Flugbegleiter sah sich Billigflieger Easyjet bereits zuvor zu einem drastischen Schritt veranlasst: In der britischen Teilflotte wird in diesem Sommer bei sämtlichen Flugzeugen vom Typ Airbus A319 die hintere Sitzreihe ausgebaut. Sechs Sitzplätze weniger bedeuten, dass die Airline nach geltenden Sicherheitsschlüsseln für die verbliebenen 150 Passagiere nur noch drei statt bislang vier Flugbegleiter in der Kabine einsetzen muss.

Der Flughafen Frankfurt hat wie Dauer-Konkurrent Amsterdam angekündigt, zur Entlastung des Systems den Flugplan auszudünnen, also einzelne Verbindungen zu streichen. Natürlich in enger Absprache mit den Airlines, die darüber alles andere als glücklich sind und Entschädigungen verlangen. Die niederländische KLM hat zwischenzeitlich sogar den Ticketverkauf eingestellt, um Luft für Umbuchungen zu bekommen.

dpa

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