Phishing-Mails

Ganoven wollen beim Paket-Boom mit gefälschten E-Mails abkassieren

Das ist schon perfide. Gerade jetzt vor Weihnachten, wo viele Menschen wegen des Corona-Lockdowns mehr Pakete schicken als jemals zuvor, gehen Ganoven mit gefälschten E-Mails auf Beutezug.
DHL ist aktuell Opfer von Ganoven, die mit Firmennamen und -logo in gefälschten E-Mails versuchen, an Geld und Daten zu kommen. © picture alliance/dpa

Auf den ersten Blick sieht die Mail, die vermeintlich von der Post/DHL abgeschickt wurde und gerade viele Menschen erreicht, ganz seriös aus. Da steht unter dem Absender „Verteilerzentrum“ in der Betreffzeile „Verfolgen Sie Ihr Paket“, ergänzt um eine lange Nummer. Alles so, wie man das inzwischen ja von allen Paketdienstleistern kennt: Man bekommt eine Mail, sobald die Ware verpackt ist, auf dem Weg ist, wann sie voraussichtlich ankommt und dass das Paket abgeliefert wurde.

Und wenn man dann in die Mail schaut, taucht da das vertrauenswürdige DHL-Logo mit dem Hinweis auf, man habe die Transportkosten von 4,95 Euro nicht bezahlt. Die Lieferung erfolge nach Bezahlung.

Ein Klick kann teuer werden

Da kann man schon ins Grübeln kommen: Habe ich da wirklich irgendwas bestellt, aber keine Transportkosten bezahlt? Wer dann auf den Button „Lieferkosten bezahlen“ drückt, der hat alles falsch gemacht, sagt Rainer Ernzer, Pressesprecher bei der DHL. Und dieser Klick könnte teuer werden.

Es handle sich ganz eindeutig um eine sogenannte „Pishing-Mail“. Mit ihnen werde versucht, an das Geld und/oder Kontodaten von Menschen zu kommen. Solche Mails, sagt Ernzer, solle man gar nicht erst öffnen, geschweige denn auf irgendwelche Anhänge klicken, sondern sofort löschen.

Mit dieser gefälschten DHL-Mail versuchen Betrüger, an das Geld anderer Leute zu kommen. © Screenshot: Breulmann, Ulrich © Screenshot: Breulmann, Ulrich

Die Post, sagt Ernzer, erstatte in solchen Fällen immer Strafanzeige, aber der Erfolg sei relativ überschaubar, denn: „Wenn wir das eine Loch gestopft haben, kommt die nächste Phishing-Mail aus einem anderen Loch. Und die meisten Server stehen irgendwo im Ausland, da kommt man kaum ran.“

Bei der Polizei in Dortmund ist bekannt, dass gefälschte DHL-Mails im Umlauf sind. Dort mahnt man zur Vorsicht. Man sollte sich die Mail genau anschauen. Allein der Blick auf den Absender reicht meist schon, um zu erkennen, dass hier etwas faul ist.

Kryptischer Absender

Die aktuell kursierende DHL-Mail wurde beispielsweise von einem Absender mit der Mailadresse „<idcmtzlyyneg@tvguide.outletstartup.com“ verschickt. Bei solchen oder ähnlichen abstrusen Mailadressen sollte man keine Sekunde länger überlegen, nicht auf irgendeinen Link klicken, sondern direkt die Lösch-Taste drücken. Und in jedem Fall solle man darauf verzichten, irgendwelche Daten von sich preiszugeben.

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