Geldautomaten-Sprengungen

Gesprengte Geldautomaten: Täter kommen aus den Niederlanden – LKA erklärt Hintergründe

Riesige Schäden haben in den letzten Tagen Geldautomaten-Sprengungen in Marl, Bochum, Bergkamen und Dortmund verursacht. Die Täter kommen aus den Niederlanden. Dort gibt es weniger Ermittler.
Der demolierte Geldautomat der Commerzbank in Bergkamen-Rünthe hat bei der Sprengung nur wenige 50-Euro-Scheine freigegeben. © Marcel Drawe

Marl, Bochum, Bergkamen, zuletzt in Dortmund-Oespel – gleich viermal hat es bei Geldautomaten im Ruhrgebiet in der letzten Woche geknallt. Groß war dabei vor allem der Sachschaden: Die Sprengsätze, mit denen die nicht gefassten Täter an das Geld kommen wollten, hinterließen in den betroffenen Gebäuden beträchtliche Spuren. Die Geldkassetten hielten dagegen meist stand. In Marl fehlte kein Schein, in Bergkamen lediglich einige 50-Euro-Noten.

Doch wer steckt hinter diesen Taten? „Diese Gruppierungen kommen aus den Niederlanden, es sind niederländische Staatsangehörige mit marokkanischem Migrationshintergrund. Von der Personenzahl etwa 350 bis 500 Personen, die in den Niederlanden wohnen und dann ausschließlich für diese Sprengungen dann zu uns nach Nordrhein-Westfalen einreisen“, erklärte Frank Scheulen, Pressesprecher des Landeskriminalamts NRW (LKA), dem WDR.

Banken verstärken Sicherheitsmaßnahmen – Täter nutzen mehr Sprengstoff

Auf eine vorherige Serie von Sprengungen hatten Banken mit verstärkten Sicherheitsmaßnahmen reagiert. Seitdem nutzen die Täter mehr Sprengstoff, was zu den noch massiveren Schäden an den betroffenen Gebäuden führt. Das gefährdet auch die dortigen Anwohner – weshalb die Sparkasse Bergkamen-Bönen einen Automaten abbaut. Weitere Standorte werden geprüft.


Die niederländische Polizei hat die Zahl der auf Geldautomatensprenger angesetzten Ermittler nun allerdings deutlich reduziert. Statt drei Ermittlerteams sei nur noch eins auf der Jagd nach den Gangstern, bestätigte ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Landeskriminalamts am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Eine Einheit für Fälle in ganz Deutschland

Im LKA sieht man den Schritt kritisch: „Ohne die enge Zusammenarbeit mit den Niederlanden sind unsere Möglichkeiten, Täter zu fassen, extrem beschränkt“, warnte Gerd Heitzer, Chef der zuständigen Ermittlungskommission „Heat“ nach Angaben der „Rheinischen Post“.

Die übrig gebliebene Einheit müsse sich nun mit Taten aus dem gesamten Bundesgebiet befassen. Die Zahl der Sprengattacken auf Geldautomaten hatte sich im ersten Halbjahr in NRW noch mehr als halbiert. In den letzten Tagen hatten sich die Angriffe allerdings wieder stark gehäuft.



hdk/dpa

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