Die Zahl der Menschen, die unter Grippe- und Erkältungskrankheiten leiden, hat sich drastisch erhöht. © Foto: unplash/ Silviarita
Neue Zahlen

Grippe- und Erkältungswelle schlägt voll zu – Jüngere Menschen mehr als sonst betroffen

Beim Coronavirus beträgt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 72,7. Bezogen auf Grippe und Erkältungskrankheiten liegt sie bei 6.400, ist also 93 Mal so hoch. Vor allem trifft es jüngere Menschen.

Die Grippe- und Erkältungswelle hat voll zugeschlagen. Das geht aus Daten hervor, die das Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlicht hat. Es beruft sich dabei auch auf die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI), die Daten zu Grippe- und Erkältungskrankheiten im ambulanten Bereich erhebt und auswertet. Dabei ermittelt die AGI die sogenannte „Rate akuter Atemwegserkrankungen“ (ARE). Dieser Wert gibt an, wie viel Prozent der Bevölkerung an einer solchen Erkrankung leiden.

In der Woche zwischen dem 4. und 10. Oktober lag die ARE-Rate bei 6,4 Prozent. Das entspricht 6.400 Fällen pro 100.000 Einwohner in einer Woche. Das bedeutet, anders ausgedrückt, eine Inzidenz von 6.400. Zum Vergleich: Bei einer Infektion mit dem Coronavirus liegt dieser Wert bei 70,8.

Vor allem trifft es jüngere Menschen

Eine Woche vorher lag der Wert noch bei 5,1, vor zwei Wochen erst bei 4,6 Prozent. Das heißt: Die Zahl der Betroffenen ist sehr deutlich gestiegen. Insgesamt waren damit in der vergangenen Woche rund 5,3 Millionen Menschen in Deutschland an einer Grippe oder einer Erkältungskrankheit erkrankt.

Vor allem, so berichtet das RKI weiter, liege die ARE-Rate der 0- bis 14-Jährigen zum Teil deutlich über den Vorjahreswerten zur gleichen Zeit. Hier macht sich ganz offensichtlich ein Nachholeffekt bemerkbar, da es im vergangenen Jahr aufgrund der starken Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus auch kaum andere Atemwegseffekte gegeben hat. Die Immunabwehr konnte daher im vergangenen Jahr keine Abwehrstoffe gegen solche Infekte aufbauen.

Auch die Zahl der Arztbesuche wegen einer Atemwegserkrankungen hat stark zugenommen. Das RKI spricht für die Woche zwischen dem 4. und 10. Oktober von rund einer Million Arztbesuchen wegen akuter Atemwegsbeschwerden. Gerade für die Altersgruppe der 0- bis 4-Jährigen wurden im Vergleich zu den Vorjahren deutlich mehr Arztbesuche registriert.

Die schweren Fälle landen im Krankenhaus

Schwere Fälle von Atemwegserkrankungen, die unter dem Kürzel „Sari“ zusammengefasst werden, werden im Krankenhaus behandelt. Dabei hat sich die Zahl derer, die wegen solcher Beschwerden in einer Klinik behandelt werden müssen, zwar insgesamt nicht erhöht, wohl aber die Zahl der Kinder und Jugendlichen bis 14 Jahren. Sie ist laut RKI vor allem bei den Kindern bis vier Jahren bereits sehr hoch und liegt deutlich über den Werten, die sonst üblicherweise zu dieser Jahreszeit beobachtet wurden.

Auch bei den 35- bis 59-Jährigen ist die Zahl der SARI-Fälle laut RKI erhöht und „liegt leicht über den Werten der Vorjahre“.

Übrigens: Der Anteil der Covid-19-Infektionen an den Sari-Fällen ist in der ersten vollständigen Oktoberwoche im Vergleich zur Vorwoche von 18 auf 14 Prozent zurückgegangen.

Über den Autor
Redakteur
Ulrich Breulmann, Jahrgang 1962, ist Diplom-Theologe. Nach seinem Volontariat arbeitete er zunächst sechseinhalb Jahre in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten, bevor er als Redaktionsleiter in verschiedenen Städten des Münsterlandes und in Dortmund eingesetzt war. Seit Dezember 2019 ist er als Investigativ-Reporter im Einsatz.
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