Wer seinen Baum nicht nur einfach kaufen, sondern selber erlegen möchte, kann das auch im Corona-Winter tun. © Volker Engel
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Hier kann man in der Region seinen Weihnachtsbaum selber sägen

Weihnachtsbäume kaufen kann jeder. Dabei gibt es allerdings unterschiedliche Typen. Wer seinen Baum selber schlagen möchte, für den haben wir hier sieben Ausflugstipps parat.

Es sind noch knapp vier Wochen, dann muss der Weihnachtsbaum stehen, dann ist Weihnachten. In Sachen Weihnachtsbaumbeschaffung gibt es dabei in Deutschland die unterschiedlichsten Typen.

Die sieben deutschen Baumkauf-Typen

1. Der Wissenschaftler: Der eine macht aus dem Baumkauf eine Wissenschaft, geht mit exakten Maßvorstellungen zu Höhe und Umfang des guten Stücks an die Sache heran, klappert zur Not mehrere Händler ab, ehe er das vermeintlich Idealstück gefunden hat. Diese Menschen wissen auch, wie der Koeffizient von Baumhöhe zu Lichterzahl sein muss, um die perfekte Wirkung zu erzielen

2. Der Baumflüsterer: Es gibt aber auch Menschen, die gehen genau gegenteilig an die Sache heran. Sie lassen sich vom Bauchgefühl treiben, lassen die Bäume auf sich wirken: Der Baum wird mir sagen, ob ich ihn nehmen soll. Solche Baumflüsterer verwenden niemals Lametta. Niemals. Giftig.

3. Der Gelegenheitskäufer: Daneben gibt es den Gelegenheitskäufer. Ihm fällt nebenbei ein, dass da ja auch noch ein Baum her muss, hält an der erstbesten Stelle bei einem Baumverkäufer an und kauft den erstbesten Baum, der ihm in die Hände fällt. Dieser Baumtyp hat es nicht so mit Sentimentalität.

4. Der Schnäppchenjäger: Nicht zu vergessen ist der Schnäppchenjäger. Er wartet gern bis zur letzten Minute mit dem Baumkauf, macht sich am 24. Dezember zur Mittagszeit auf den Weg und versucht, ein möglichst mickriges Tännchen für möglichst kleines Geld zu ergattern. Baumverkäufer lieben diese Baumkäufer. Nicht.

5. Der Familienmensch: Dann kommen wir noch zu den Familienkäufern. Hier sind Mama, Papa, alle Kinder, dazu noch Opa und die Erbtante gemeinsam unterwegs, um das Prachtstück für die Wohnstube zu suchen. Alle müssen ihren Senf dazu geben, der Baumkauf dauert mindestens 2 Stunden und am Ende entscheidet eh die Mama. Immer.

6. Der Praktische: Kommen wir zur Spezial-Spezies, den Plastik-Käufern. Sie haben sich Äonen über nadelnde Bäume, die viele Arbeit mit Anschaffung und Abtransport des Baumes geärgert. Nun ist Schluss damit, der Klappbaum aus robustem Kunststoff muss her. Echte Kerzen gibt es hier nicht. Garantiert.

Säge oder Axt? Das ist eine Glaubensfrage bei privaten Weihnachtsbaumfällern. Die meisten Baumhöfe stellen Sägen zur Verfügung.
Säge oder Axt? Das ist eine Glaubensfrage bei privaten Weihnachtsbaumfällern. Die meisten Baumhöfe stellen Sägen zur Verfügung. © Volker Engel © Volker Engel

Und dann gibt es noch die Selberschlager

7. Die Selberschlager: Und dann, ja dann, gibt es noch die Menschen, die den Baum nicht einfach nur kaufen wollen, sondern aus dem Kauf noch ein Erlebnis für die ganze Familie machen wollen, bei dem sich der Herr des Hauses mit Axt oder Säge auch noch als echter Jäger austoben kann.

Das macht man besser nicht einfach so im angrenzenden Forst, denn das wäre Diebstahl. Aber in den vergangenen Jahren sind bei den Tannenbaumproduzenten zahlreiche Möglichkeiten in der Region hinzu gekommen, sich den Wunschbaum selbst in der Tannenschonung zu suchen und ihn zur Strecke zu bringen.

Verbunden war das in den vergangenen Jahren natürlich gern mit einem Weihnachtsbasar, mit kulinarischen Angeboten und der Gelegenheit, auf die erfolgreiche Baumpirsch mit einem Becher Glühwein für die Erwachsenen und einem Pott Kakao für die Kinder anzustoßen.

Corona fordert auch hier seinen Tribut

Neben privaten Anbietern solcher Baumschlag-Events hatten auch öffentliche Unternehmen wie der Regionalverband Ruhr (RVR), dem große Waldflächen in NRW gehören, solche Angebote für sich entdeckt.

Etwa in Castrop-Rauxel, wo der verantwortliche Revierförster Matthias Klar seit Jahren an einem frühen Adventssonntag gemeinsam mit der örtlichen Jägerschaft im Grutholz zum Weihnachtsbaumschlagen eingeladen hat. Das ist allerdings im Corona-Winter 2020/21 abgesagt worden. Nicht nur wegen der Corona-Gefahr, sondern auch, weil der RVR in diesen Zeiten den gebeutelten Privatanbietern nicht das Geschäft streitig machen will.

Wer trotz Corona nicht vom Baumschlagen lassen möchte, wird im und rund ums Ruhrgebiet aber trotzdem die Gelegenheit haben, sich einen Baum nach eigenem Gusto schlagen zu können. Wir haben uns umgeguckt, was da möglich ist.

Sieben Tipps, wo man den Baum schlagen kann

1. Gut Halstenberg, Schwerte: Die Familie Wassermann, die das Gut betreibt, bietet trotz Corona Weihnachtsbäume zum selber Schlagen an. Diesmal aber ohne das übliche Rahmenprogramm mit Ponyreiten, Streichelzoo, Lagerfeuer, Glühwein, Waffeln und Wildbratwurst vom Grill. Wohl aber mit Wildfleisch, Wildbratwurst für den heimischen Grill und weitere Leckereien für zu Hause.

Öffnungszeiten: Von Freitag, 4. Dezember, bis Mittwoch, 23. Dezember, montags bis freitags 10 bis 17 Uhr, samstags und sonntags 9 bis 17 Uhr.

Anschrift: Gut Halstenberg, Gut Halstenberg 7, 58239 Schwerte

2. Weihnachtsbaumhof Tacke, Halver: Seit etwa 1970 verkauft die Familie Tacke in Halver an der Grenze zwischen Bergischem Land und Sauerland Weihnachtsbäume. In den Schonungen stehen auf einer Fläche von über 50.000 Quadratmetern verschiedene Sorten aller Größen (Blaufichten bis 2,50 Meter, Nordmanntannen sogar bis 8 Meter und Nobilis bis etwa 3,50 Meter) bereit, die man selber sägen kann. Dazu gibt es auch in Corona-Zeiten einen Weihnachtsbasar in einer neuen, Halle mit über 800 Quadratmetern Größe, um mehr Luftraum zu haben.

Öffnungszeiten: Selberschlagen täglich (auch an Wochenenden) von 9 bis 17 Uhr, Heiligabend 9 bis 12 Uhr. Der Basar öffnet am 12. und 13. sowie am 19. und 20. Dezember ebenfalls von 9 bis 17 Uhr.

Anschrift: Hof Tacke, Eickerloh 1, 58553 Halver

Handschuhe, Säge, wetterfeste Kleidung, festes Schuhwerk: So gerüstet, kann man sich zur Baumsuche aufmachen.
Handschuhe, Säge, wetterfeste Kleidung, festes Schuhwerk: So gerüstet, kann man sich zur Baumsuche aufmachen. © Volker Engel © Volker Engel

3. Nüfer-Hof, Hattingen: Auf dem Hof der Nüfers kann man täglich bis 23. Dezember Weihnachtsbäume selber sägen. Da es an den Adventswochenenden erfahrungsgemäß voller ist, empfiehlt man gerade in diesen Corona-Zeiten, lieber wochentags zu kommen. Die Schonungen (auf 15 Hektar wachsen rund 90.000 Bäume) sind dabei vom Hof aus fußläufig erreichbar. Nach Angaben der Familie können können Kunden Sägen und bei Bedarf auch einen Bollerwagen ausleihen. Handschuhe und eine Unterlage für das Knie müssen die Baumfäller aber mitbringen. Es gilt die Abstandsregel und auf der gesamten Hoffläche ist ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen. An verschiedenen Stellen sind Desinfektionsständer installiert.

Öffnungszeiten: Täglich bis zum 23. Dezember von 8.30 bis 16.30 Uhr.

Anschrift: Nüfer-Hof, In der Porbecke 10, 45529 Hattingen

4. Haus Westhemmerde, Unna: Die Familie Schulte betreibt in Unna das Haus Westhemmerde. Neben bereits geschlagenen Bäumen bietet man auf dem Hof die Möglichkeit, zusammen mit der Familie einen Weihnachtsbaum im Weihnachtswald rund um den Hof auszusuchen. Wenn man seinen Baum gefunden hat, kann man diesen wahlweise selbst direkt mit Beil/Säge fällen, oder aber sich den Baum reservieren und diesen erst wenige Stunden vor dem Weihnachtsfest fällen, um die maximale Frische zu gewährleisten.

Zusätzlich kann man auf dem Hof Wildbret von Wildschwein, Reh, Hase, Fasan und Wildente kaufen, außerdem Kaminholz, Stangenholz, Heu und Stroh sowie Einkellerungskartoffeln.

Öffnungszeiten: Immer montags bis sonntags von 9 bis 18 Uhr

Anschrift: Familie Schulte, Gutsweg 3, 59427 Unna

5. Hof Hinnebecke, Wetter: In Wetter kann man bei Hans-Jörg Beckmänning auf seinem Hof Tannenbäume selber schlagen. Man kann sich seinen Baum in der Schonung aussuchen und selbst schlagen (Handsägen werden gestellt). Für die Suche in der Schonung sollte man an robustes Schuhwerk, Handschuhe und wetterfeste Kleidung denken. Die Bäume stehen direkt am Hof, man muss also nicht weit laufen. Es gibt Nordmanntannen, Blaufichten und Rotfichten.

Öffnungszeiten: Ab 4. Dezember täglich von 9.30 bis 18.30 Uhr (auch an Wochenenden).

Anschrift: Hof Hinnebecke, Schwelmer Straße 43, 58300 Wetter (Ruhr)

6. Hof Bösing, Dorsten-Deuten: In Deuten kann man sich beim kleinen Familienunternehmen mit Bäumen zum Fest versorgen. Im Tannenwald in der Üfter Mark wachsen mehrere tausend Weihnachtsbäume, natürlich auch zum selber schlagen – ein Erlebnis für die ganze Familie. Durch eine Vielzahl verschiedener Weihnachtsbaumsorten (Nordmanntannen, Koreatannen, Blaufichten und Rotfichten) ist für jeden Geschmack ein passender Baum dabei. Anspitzen und Einnetzen gehören zum Service, der angeboten wird.

Öffnungszeiten: Ab dem 5. Dezember täglich von 9.30 Uhr bis 17.30 Uhr geöffnet.

Anschrift: Bösing, Soerheide 38, 46286 Dorsten-Deuten

7. Baumschulen Norbert Reckermann, Dülmen: Am Baumschulenweg in Dülmen kann man seit dem 1. Adventswochenende einen Baum erlegen. Fürs Do-It-Yourself-Erlebnis darf der Weihnachtsbaum vor Ort gefällt werden. In diesem Jahr findet man laut Reckermann die umweltfreundlich gepflegten Bäume in einem doppelt so großen Bestand wie in den letzten Jahren.

Öffnungszeiten: Montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr. An jedem Wochenende im Advent samstags von 8 bis 16 Uhr und sonntags von 11 bis 16 Uhr.

Anschrift: Baumschulen Reckermann, Baumschulenweg 61, 48249 Dülmen

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1961 geboren. Dortmunder. Jetzt in Castrop-Rauxel. Vater von drei Söhnen. Opa. Blogger. Interessiert sich für viele Themen. Mag Zeitung. Mag Online. Aber keine dicken Bohnen.
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Thomas Schroeter

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