Forsa-Umfrage

Immer mehr Menschen wollen noch strengere Corona-Maßnahmen

Die Angst, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, wächst. Das geht aus einer bundesweiten Studie hervor. Gleichzeitig steigt die Zustimmung zu strengen Maßnahmen.
Die Zahl der Menschen in Deutschland, die noch strengere Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie fordern, hat sich seit Juni verdoppelt. © picture alliance/dpa

An der sogenannten Corona-Bund-Studie sind unter anderem das Institut für Wirtschaftsforschung (ifo) und das Meinungsforschungsinstitut Forsa beteiligt. Nach einer ersten repräsentativen Befragung im Juni folgte im Oktober eine zweite Befragung. Dabei zeigte sich, so berichtet Forsa-Chef Manfred Güllner, dass der Alltag der Menschen zunehmend von der Coronakrise beherrscht wird.

Während in der ersten Befragung noch 73 Prozent angaben, sich häufig oder fast immer mit dem Thema zu beschäftigen, waren es im Oktober bereits 86 Prozent. Dabei nimmt die Zahl derer zu, die die zur Eindämmung beschlossenen Maßnahmen für zu lasch halten. Im Juni bewerteten noch 65 Prozent der Befragten die Maßnahmen für richtig und nur 17 Prozent für nicht ausreichend.

Im Oktober waren aber nur noch 50 Prozent der Meinung, dass die Maßnahmen richtig sind, aber 34 hielten sie für nicht streng genug. Das ist eine Verdoppelung der Zahl derjenigen, die eine strengere Politik der Kontaktbeschränkungen befürworten. Die Akzeptanz für einschneidende Maßnahmen ist also sehr hoch und nimmt zu.

Kontakte nicht weiter eingeschränkt

Interessant ist vor diesem Hintergrund das Ergebnis, das die Studie zur Entwicklung der persönlichen Kontakte liefert. Die von allen Verantwortlichen dringend angemahnte Reduzierung der persönlichen Kontakte ist bisher nämlich den Zahlen der Studie nach zu urteilen, nicht erfolgt.

Im Juni gaben 57 Prozent der Befragten an, viel weniger persönliche Kontakte zu haben, 32 hatten „etwas weniger“ und 11 Prozent gleich viele Kontakte. Im Oktober sank die Zahl derjenigen mit viel weniger Kontakten auf 43 Prozent, während die Zahl der Menschen mit „etwas weniger“ Kontakten auf 40 Prozent und mit „gleich vielen“ auf 17 Prozent gestiegen ist. Sollen die Infektionszahlen sinken, ist das keine gute Entwicklung.

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