Die Angeklagte soll einen „Sklavenvertrag" gegenüber ihrem Geliebten unterschreiben haben. © Jörn Hartwich
Gericht

„Ist ja nicht meine Tochter“: Mutter bot zehnjährige Stieftochter zum Sex an

Mehrfach hat eine Mutter aus Recklinghausen die zehnjährige Stieftochter im Internet zum Sex angeboten. Jetzt ist die 48-Jährige verurteilt worden.

Die Taten bleiben unfassbar. Gleich mehrfach hat eine Mutter aus Recklinghausen die zehnjährige Stieftochter ihres heimlichen Geliebten im Internet zum Sex angeboten. Zu echten Treffen kam es zum Glück jedoch nie.

Am Montag ist die 48-Jährige am Essener Landgericht verurteilt worden. Die Strafe: 21 Monate Haft auf Bewährung. Sie ist direkt nach der Urteilsverkündung auf freien Fuß gekommen – nach mehrmonatiger Untersuchungshaft.

Sklavenvertrag unterzeichnet

Was sie getan hat, ist offenbar nur mit einer extremen Abhängigkeit zu ihrem Mitangeklagten zu erklären, einem Familienvater aus Bottrop. Die beiden hatten sich über das Internet kennengelernt und sogar einen Sklavenvertrag unterzeichnet. Ihre Chat-Affäre war lange Zeit geheim geblieben.

Als einer der Männer, denen die Mutter aus Recklinghausen die Zehnjährige angeboten hatte, zurückschrieb, dass das verboten sei, lautete ihre Antwort so: „Das ist doch gerade der Reiz.“ Einem anderen Mann schrieb sie: „Ist ja nicht meine Tochter.“

Stieftochter schwer missbraucht

Ihr 39-jähriger Internet-Geliebter hatte zu diesem Zeitpunkt längst alle Grenzen überschritten. Er hatte seine Tochter in sexuellen Posen fotografiert, sie schwerst missbraucht, Bilder und Videos mit anderen Pädophilen geteilt. Gegen ihn haben die Richter am Essener Landgericht drei Jahre und zehn Monate Haft verhängt.

Beide Angeklagte hatten im Prozess umfassende Geständnisse abgelegt. Bei Wohnungsdurchsuchungen waren hunderte kinderpornographische Bilder und Videos gefunden worden. Manchmal handelte es sich sogar um Säuglinge, die von erwachsenen Männern missbraucht wurden. Einige waren sogar gefesselt.

Brutalste Gewaltphantasien

Auch die Angeklagten hatten im Chat immer neuer und immer brutalere Gewaltphantasien entwickelt. Dabei spielte vor allem auch die Stieftochter des Bottropers eine Rolle.

Das heimliche Doppelleben der Angeklagten kam nur heraus, weil der 39-Jährige vergessen hatte, dass sein Handy mit dem seines Sohnes gekoppelt war. Bis dahin hatte er nach außen hin ein tadelloses Leben geführt. Er war sogar mal Betriebsratsvorsitzender in einem Metallbetrieb, engagierte sich in einem Sozialprojekt. Auch die Frau aus Recklinghausen führte mit Mann und Kindern auf den ersten Blick ein ganz normales Leben.

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Gerichtsreporter

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