Merkel

Kanzlerinnen-Double will sich die Merkel-Raute wieder abgewöhnen

Blazer, Bernsteinkette und Raute: Mehr braucht Sauerländerin Ursula Wanecki nicht, um für die Kanzlerin gehalten zu werden. Das Ende der Merkel-Ära bringt Veränderungen für das Merkel-Double.
Ursula Wanecki, Kanzlerinnen-Double, hebt ihre Hände. © dpa/Dieter Menne

Zum Ende der Merkel-Ära fällt es Kanzlerinnen-Double Ursula Wanecki schwer, die „Raute“ wieder aus ihrem Gesten-Repertoire loszuwerden. Inzwischen mache sie die für Bundeskanzlerin Merkel so typisch gewordene Handbewegung in vielen Gesprächen beinahe automatisch.

Wanecki freut sich auf die Ruhe

„Ich muss mir das irgendwann abgewöhnen“, sagte die 65-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Schließlich sei nun auch damit zu rechnen, dass für sie als gefragtes Double mehr Ruhe einkehre: „Das war eine sehr schöne Zeit, wirklich ein schönes Lebensabenteuer. Aber ich freue mich, dass es langsam ausklingt. Dass ich mehr zur Ruhe komme“, sagte sie.

Die Büroangestellte aus Attendorn im Sauerland hat eine große Ähnlichkeit mit der scheidenden Kanzlerin und tritt seit vielen Jahren immer wieder als Doppelgängerin in Werbeclips, Sketchen oder anderen Videos auf. Das sei immer wieder auch „stressig“ gewesen.

Ihre Berliner Doppelgängerin schätze sie als „große Demokratin“. „Ich bewundere die Frau Merkel, dass sie sich in der Männerwelt so behaupten kann“, sagte Wanecki. Doch ihr zu sehr nacheifern wollte sie nie: „Ich wollte mir von Frau Merkel eigentlich nichts abgucken. Ich wollte einfach noch Ursula Wanecki bleiben, meine Persönlichkeit behalten“, sagte sie.

Die Merkel-Raute wurde zur Angewohnheit

Doubles, die werden wollten wie ihr Original, wirkten häufig lächerlich, findet sie. Die Raute „rutsche“ ihr nach zehn Jahren mit regelmäßigen Auftritten als Merkel-Double dennoch „immer wieder in die Hände“. Tatsächlich braucht es nicht viel, um Wanecki auf den ersten Blick für Angela Merkel zu halten. Sie muss nur in einen ihrer vielen bunten Hosenanzüge schlüpfen und ein dezentes Make-up auflegen.

Die Frisur habe sie schon vor Merkels Aufstieg zur Kanzlerin gehabt. Auch die Ähnlichkeit in Gang, Körperhaltung und Gesten habe sie nie trainiert, sagte Wanecki. „Meine Karriere hat sehr schleichend angefangen“, berichtete sie. Sie sei schon früh auf ihre optische Ähnlichkeit zur Kanzlerin angesprochen worden.

Schließlich hatte sie die Idee, sich zu Karneval mit ihrem orange-farbenen Blazer als Merkel zu verkleiden. „Das ist wirklich sehr gut angekommen“, erinnerte sich Wanecki. Sie sei dann überredet worden, ein Foto zu einer Double-Agentur zu schicken.

Ihren Durchbruch erlebte sie nach mehreren Auftritten im Fernsehen 2013 – die echte Merkel war damals auf Wahlkampftour für ihre dritte Legislaturperiode. Seither habe sie weit über 100 Aufträge angenommen: Vom Besuch bei einer Hochzeit bis hin zu Drehs für das ZDF oder Pro7.

dpa

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