Coronavirus

Keine Priorisierung auf Impftermine mehr – Impfzentren und Praxen fehlt Impfstoff

Seit Monaten warten Millionen Impfwillige bis ihre Gruppe endlich an der Reihe ist. Jetzt fallen alle Priorisierungen. Ärzte warnen jedoch vor enttäuschten Hoffnungen auf die schnelle Spritze.
Aktuell fehlt es noch an ausreichend Impfstoff, um alle Terminwünsche erfüllen zu können. © picture alliance/dpa

Auch in Nordrhein-Westfalen fallen an diesem Montag die Vorrangregelungen für Coronaschutzimpfungen. Grundsätzlich können sich jetzt alle um einen Termin im Impfzentrum, bei Haus- oder Betriebsärzten bemühen. Allerdings ist der Impfstoff noch Mangelware. In den Impfzentren sind deswegen laut NRW-Gesundheitsministerium mindestens bis Mitte Juni nur Zweitimpfungen möglich.

Die Betriebsärzte kommen jetzt ebenfalls an den Start, verfügen aber auch nur über begrenzte Lieferungen. Am 7. Juni tritt eine geänderte Impfverordnung des Bundes in Kraft, in der keine feste Reihenfolge nach „höchster“, „hoher“ und „erhöhter“ Priorität mehr steht.

Geweckte Erwartungen können nicht erfüllt werden

Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe warnte bereits vor unrealistischen Erwartungen: „Die Aufhebung der Priorisierung führt nicht zu sofortiger Impfung“. Der Vorstand kritisierte in einer Mitteilung: „Aus unserer Sicht ist es fahrlässig, den Menschen zu suggerieren, jeder könne sich nun impfen lassen, ohne zu erwähnen, dass der Impfstoff weiterhin stark rationiert wird.“

Die so geweckten Erwartungen könnten weder die Impfzentren noch die niedergelassenen Ärzte erfüllen. Die Ärzte seien in den vergangenen Wochen einem hohen Druck seitens der Impfwilligen ausgesetzt gewesen. „Teilweise wurden die Grenzen des solidarischen und respektvollen Miteinanders nicht nur erreicht, sondern deutlich überschritten“, erklärte der Vorstand.

Besuch von Schule oder Kita wird nicht von Impfung abhängen

Diese Situation könne nur dadurch beendet werden, dass die Politik endlich für ausreichend Impfstoff sorge. Auch alle Kinder ab zwölf Jahren können sich nun um eine Impfung mit dem Biontech-Präparat bemühen. Der Besuch von Schule oder Kita wird aber nicht von einer Impfung abhängen, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) versicherte.

Bundesregierung und Robert Koch-Institut (RKI) erwarten, dass es noch Wochen dauert, bis so viele Menschen in Deutschland einen Immunschutz haben, dass die Corona-Beschränkungen weitgehend aufgehoben werden können.

dpa

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