Loveparade-Katastrophe

Landesregierung legt zweiten Hilfsfonds für Opfer auf

Zehn Jahre nach der Loveparade-Katastrophe erhalten die Hinterbliebenen und Verletzten weitere finanzielle Unterstützung. Die Landesregierung hat einen Hilfsfonds in Millionenhöhe aufgelegt.
Kränze, Blumen und Kerzen erinnern an der Gedenkstätte am 10. Jahrestag der Loveparade-Katastrophe an die Opfer. © picture alliance/dpa

Die Hinterbliebenen und Verletzten der Loveparade-Katastrophe erhalten zehn Jahre nach dem Unglück weitere finanzielle Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen. Wie die Staatskanzlei am Dienstag mitteilte, hat die Landesregierung auf der Grundlage eines Landtagsbeschlusses einen zweiten Hilfsfonds in Höhe von fünf Millionen Euro aufgelegt.

Die Anspruchsberechtigten würden derzeit von Ministerpräsident Armin Laschet persönlich angeschrieben und über das Hilfsprogramm informiert. Am Rande der Technoparade waren am 24. Juli 2010 in einem Gedränge am einzigen Zu- und Abgang zum Veranstaltungsgelände 21 Menschen zu Tode gedrückt worden. Mehr als 650 wurden verletzt.

Anspruchsberechtigt seien die Hinterbliebenen und Verletzten, die im Strafverfahren vor dem Landgericht Duisburg erfasst wurden oder bereits Leistungen aus dem Soforthilfefonds des Landes erhalten haben. Die Hinterbliebenen seien seinerzeit mit jeweils 20 000 Euro unterstützt worden.

Katastrophe wie die Loveparade soll sich nicht wiederholen

Verletzte, die länger stationär behandelt werden mussten, bekamen bis zu 20.000 Euro. Im Rahmen des zweiten Hilfsfonds werden die Hinterbliebenen nun mit weiteren 50 000 Euro vom Land unterstützt, Verletzte erhalten 5000 Euro. „Erstmals haben auch solche Verletzten einen Zahlungsanspruch, die nicht stationär behandelt werden mussten“, betonte die Staatskanzlei.

Die Auszahlung der Hilfeleistung erfolgt über die Unfallkasse Nordrhein-Westfalen. Anspruchsberechtigte könnten dort bis spätestens 31. Dezember 2023 einen Antrag stellen. Die Landesregierung arbeite daran, dass sich eine Katastrophe wie bei der Loveparade nicht wiederholen könne, hieß es weiter.

Kommission erarbeitet Vorschläge zu besseren Aufarbeitung

Derzeit überprüfe und aktualisiere eine Expertenkommission im Innenministerium den kurz nach der Katastrophe herausgegebenen „Orientierungsrahmen für die Durchführung von Großveranstaltungen im Freien“. Beraten werde die Kommission unter anderem vom Sachverständigen im Loveparade-Prozess, Prof. Jürgen Gerlach.

Die Arbeiten der Kommission seien bereits weit fortgeschritten. Eine weitere Expertenkommission im Justizministerium soll in den nächsten Monaten Vorschläge erarbeiten, wie künftig eine bessere Aufarbeitung von komplexen Katastrophenfällen erfolgen kann.

dpa

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