Bahnverkehr

Letzter voller Tag des GDL-Streiks in Nordrhein-Westfalen – Streit dauert an

Am vollen letzten Tag des Lokführerstreiks ist unter anderem in NRW erneut mit Einschränkungen zu rechnen. Weiterhin ist keine Lösung gefunden. Der Streit dauert an.
Der Streik soll am Dienstag um 2 Uhr enden. © Fabian Strauch/dpa

Am vollen letzten Tag des Streiks der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) am Montag ist im Bahnverkehr in Nordrhein-Westfalen erneut mit Einschränkungen zu rechnen. Der Verkehr sei am Morgen stabil angelaufen, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn (DB). Wie in den vergangenen Tagen greife ein Ersatzplan, der gut funktioniere.

Am Wochenende wurde 30 Prozent des regulären Fernverkehrs von der DB angeboten. Dieses Angebot soll auch am Montag aufrechterhalten werden, so die Pressesprecherin. Im Regional- und S-Bahnverkehr seien rund 40 Prozent der Züge unterwegs. In Nordrhein-Westfalen verkehren nur drei Linien nach Plan: Der RE 17 (Hagen-Warburg), die RB 52 (Dortmund-Hagen) und die S 5 (Dortmund-Hagen).

Streik soll Dienstag um 2 Uhr enden

Der Streik soll in der Nacht zu Dienstag (07.09.) um 2.00 Uhr enden. Die Lokführergewerkschaft kämpft um mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen für ihre Mitglieder.

Mit dem auf mehr als fünf Tage angesetzten Streik in der laufenden Tarifrunde bei der Bahn will die GDL ihren Forderungen nach insgesamt 3,2 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 28 Monaten sowie einer Corona-Prämie von 600 Euro mehr Nachdruck verleihen.

Die Deutsche Bahn hatte ursprünglich eine deutlich längere Laufzeit von rund 40 Monaten angestrebt. Mit einem neuen Angebot hat sie nun 36 Monate in Aussicht gestellt sowie eine Corona-Prämie von bis zu 600 Euro.

Aktuell sieht die Lokführergewerkschaft GDL im Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn keine Basis für neue Verhandlungen. Die Gewerkschaft sei zu weiteren Gesprächen bereit, wenn ein verhandlungsfähiges Angebot von der Bahn komme, sagte GDL-Chef Claus Weselsky am Montag im ZDF-„Morgenmagazin“. Das sogenannte Angebot der Bahn sei nur eine vorgetäuschte Verbesserung.

GDL sieht keine Basis für Verhandlungen mit der Deutschen Bahn

Die Bahn wolle die GDL auf Lokführer und Zugbegleiter beschränken und dieser verweigern, Tarifverträge für die Werkstatt und Verwaltung abzuschließen. Hier würden Grundrechte tangiert. Es solle dauerhaft verhindert werden, dass die GDL die Mehrheit im Betrieb habe. „Und dagegen wehren wir uns“, sagte Weselsky: „Ich muss mich nicht einigen auf 3,2 Prozent, wenn die Bahn uns dauerhaft beschränkt auf Lokführer, Zugbegleiter, Bordgastronomen und damit verhindert, dass wir die Mehrheit im jeweiligen Betrieb tatsächlich auch erreichen können.“

Es gehe hier nicht um Vormachtstellung. Weselsky wies Kritik von DGB-Chef Reiner Hoffmann zurück und sieht die GDL zu Unrecht an den Pranger gestellt. Hoffmann hatte der GDL Partikularinteressen und Profilierungsversuche gegen die größere Bahngewerkschaft EVG vorgeworfen. Weselsky sagte, er würde sich wünschen, dass auch ein Vorsitzender eines Dachverbandes von Gewerkschaften Ursache und Wirkung im Blick behalte.

Der DGB-Chef sei derjenige gewesen, der das Tarifeinheitsgesetz initiiert habe. Und jetzt werde der GDL vorgeworfen, für mehr Mitglieder zu werben. „Also ich weiß nicht ganz genau, für was das Gesetz denn geschaffen worden ist.“ Dieses sage ganz klar: Wer mehr Mitglieder im Betrieb habe, dessen Tarifverträge bleiben in die Zukunft hinein erhalten. Mit dem bisherigen Streik bei der Deutschen Bahn sei die GDL „sehr zufrieden“.

dpa/leel

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