Nach dem Tod einer dreifachen Mutter hat das Bochumer Schwurgericht gegen den Ehemann zwölf Jahre Haft verhängt. © Werner von Braunschweig
Landgericht Bochum

Mann erwürgt Ehefrau und dreifache Mutter – Kind sagt im Prozess aus

Ein Mann hat seine Frau, eine dreifache Mutter, zu Tode gewürgt. Jetzt wurde er verurteilt. Der Angeklagte bestritt bis zuletzt die Tat. Stärkstes Beweismittel war die Aussage eines der Kinder.

Nach dem Tod einer dreifachen Mutter in Herten hat das Bochumer Schwurgericht am Freitag gegen den Ehemann (40) zwölf Jahre Haft verhängt. Die Richter hatten am Ende keinerlei Zweifel, dass der 40-Jährige seine Ehefrau Ende Juni nach einem anfänglich verbalen Streit zu Tode gewürgt hat. Das Urteil lautet auf Totschlag.

Anders als die Staatsanwaltschaft sah das Schwurgericht sich nach der Beweisaufnahme außerstande, ein Mordmerkmal, „insbesondere das der niedrigen Beweggründe“ (O-Ton Richter Josef Große Feldhaus), zweifelsfrei festzustellen.

Angeklagter bestreitet bis zuletzt Tötung seiner Frau

Der Angeklagte hatte eine Tötung seiner Ehefrau bis zuletzt bestritten und von einem Schicksalsschlag gesprochen. Er will seine Frau morgens leblos im Bad entdeckt, eine rituelle Waschung vorgenommen und die Leiche danach im Schlafzimmer aufgebahrt haben. „Meine Hände haben ihren Körper nur beim Waschen berührt“, beteuerte der Angeklagte am Freitag noch einmal.

Die Richter sahen den Mann aufgrund einer Vielzahl von Indizien aber sicher als Täter eines Totschlags überführt: Zum einen habe es nachweislich Streit um die Trennung und das Sorgerecht gegeben. Zum anderen waren auch DNA-Spuren des Ehemannes unter den Fingernägeln der 42-jährigen Mutter sowie Fasern von der Hose des Angeklagten im Gesicht der Mutter entdeckt worden – was auf einen Kampf hindeute. Darüber hinaus hatten sich auch bei der Obduktion der Leiche starke Hinweise für einen Erstickungstod ergeben.

Kind sagt aus, dass Vater die Mutter gewürgt hat

Das wohl stärkste Beweismittel war aber wohl eine Spontanaussage eines der Kinder, das seinerzeit einer Polizistin berichtet hatte, dass der Vater die Mutter gewürgt hat. Dass die Kinder in der Tatnacht offenbar auf Anweisung des Angeklagten noch neben der Leiche ihrer Mutter schlafen mussten, nannte Oberstaatsanwalt Andreas Bachmann in seinem Plädoyer „abstoßend“. Zum Fundort der Leiche (zwischen Bett und Kleiderschrank auf dem Fußboden) sagte der Ankläger wörtlich: „Der Angeklagte hat sie abgelegt wie ein Wäschestück.“

Verteidiger Michael Emde hatte einen Freispruch beantragt. Für den Anwalt war besonders der Umstand bedeutsam, dass der (geistig behinderte) Bruder, der seinerzeit auch mit in der Elisabethstraße lebte, kürzlich in einem Heim eine Pflegekraft gewürgt haben soll.

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