Polizei warnt Eltern

NRW: Mann lockt Kinder ins Auto – Polizei: „Wir nehmen das ernst“ – Neuer Fall in Dorsten

Ein Mann hat in mehreren NRW-Städten versucht, Schulkinder in sein Auto zu locken. Die Fälle im Ruhrgebiet und Münsterland häufen sich. Jetzt gibt es einen neuen aus Dorsten.
Ein Mädchen steht mit seinem Tornister an einer Fußgängerampel.
Ein Mädchen auf dem Schulweg. In Essen, Gelsenkirchen und in Schöppingen haben unbekannte Männer versucht, Kinder in Autos zu locken. © picture alliance/dpa/dpa-tmn

In mehreren NRW-Städten sind in den vergangenen Wochen Schulkinder von einem unbekannten Mann angesprochen worden. Die Polizei spricht von mehreren bekannten Fällen und warnt die Eltern.

Den neuesten Fall meldet jetzt eine Schulleiterin aus Dorsten. Sie warnt Eltern in einem Brief vor einem Unbekannten, der Mitte der Woche eine Grundschülerin aus einem Auto heraus angesprochen haben soll.

Sie schreibt: „Welche Absichten der Mann hatte, wissen wir nicht, denn das Kind hat besonnen und klug reagiert, die Ansprache ignoriert und sich sofort auf dem schnellsten Wege von dem Wagen entfernt und Hilfe gesucht!“ Die Polizei in Recklinghausen ist über den Vorfall informiert.

Bochum: Auf dem Schulweg angesprochen

Auch in Bochum gab es zuletzt einen solchen Vorfall. Die zehnjährige Schülerin war laut WAZ am Donnerstagmorgen mit ihrem Fahrrad auf dem Weg zur Schule. In der Nähe einer Kleingartenanlage wurde sie laut Polizei von einem Unbekannten angesprochen. „Nach derzeitigem Stand ist nicht auszuschließen, dass dieser sexuelle Handlungen an sich durchführen lassen wollte“, so die Polizei weiter.

Das Kind konnte schnell wegfahren und den Mann wie folgt beschreiben: älter als 65 Jahre, 1,80 bis 1,85 Meter groß, dickere Statur, graue Haare/Glatze, keine Brille, kariertes, blaues Hemd, blaue Jacke mit weißem Logo, große silberfarbene Schnalle am Gürtel, Jeanshose, FFP2-Maske.

An einer Grundschule in Dortmund soll ein Mann am vergangenen Freitag in der Pause ein siebenjähriges Mädchen auf Englisch angesprochen haben. Der Mann habe sie weglocken wollen und am Handgelenk ergriffen – das Mädchen konnte sich befreien und rannte weg. Die Polizei bestätigte, dass ein solcher Vorfall gemeldet wurde, die Grundschule an der Gneisenaustraße in der Nordstadt hat die Eltern informiert.

Schnell kursierte bei Instagram und in Whatsapp-Gruppen der Eltern ein Foto von dem Mann. Das zeigt jedoch den Falschen, wie sich schnell herausstellte. Denn das Foto ist an einer anderen Grundschule in Dortmund entstanden.

In Essen haben gleich vier Grundschulen in einem Elternbrief darüber informiert, dass es Berichte über einen unbekannten Mann gibt, der versuche, Kinder in sein Auto zu locken.

Mann zeigt Mädchen in Essen Fotos von Hundebabys

Der Mann soll im Essener Süden am Freitagnachmittag (2.9.) versucht haben, ein Mädchen in seinen weißen Kastenwagen zu locken. Dafür zeigte er der Schülerin Fotos von Hundebabys. Dabei soll es sich um ein Auto mit Gelsenkirchener Kennzeichen handeln.

Die Ermittlungen der Polizei in Essen laufen aktuell weiter. „Wir nehmen das ernst“, sagte Polizeisprecherin Sylvia Czapiewski am Montag (12.9.). Neue Erkenntnisse gebe es allerdings noch nicht. Aus ermittlungstaktischen Gründen gebe die Polizei keine weiteren Einzelheiten bekannt.

Auch in Gelsenkirchen wurden der Polizei in den vergangenen Wochen mehrere Fälle gemeldet, in denen Unbekannte Kinder angesprochen haben. In diesen Fällen hat die Polizei Kontakt zu Betroffenen und Schulen aufgenommen und die Präsenz dort erhöht.

Polizei ermittelt bereits gegen 70-Jährigen in Gelsenkirchen

Die Polizei in Gelsenkirchen hat bereits einen Tatverdächtigen ermittelt. Sie hat gegen einen 70-jährigen Gelsenkirchener ein Strafverfahren eingeleitet. Die Ermittlungen dauern an.

Die WAZ berichtet auch von weiteren Fällen in Gelsenkirchen. An einer Grundschule im Süden der Stadt sollen zwei Männer Kinder auf dem Schulweg angesprochen und diese am Arm gezogen haben. So steht es in einem Elternbrief der Schule.

Schöppingen: Grundschulkind sollte in Transporter einsteigen

Ende August hat es im Münsterland einen ähnlichen Vorfall gegeben. Ein Mann hat in Schöppingen ein Grundschulkind gefragt, ob es in seinen Kleintransporter einsteigen möchte. Das Kind lehnte ab. Angeblich soll derselbe Wagen auch in Horstmar gesehen und dort Kinder angesprochen worden sein.

Auch aus Marl gibt es jetzt ähnliche Berichte. Die Polizei hat Hinweise darauf bekommen, dass ein Unbekannter sich wiederholt verdächtig gegenüber Schulkindern verhalten hat. In der vorigen Woche soll er Kinder aus der Goetheschule auf dem Heimweg begleitet haben. Als sich Eltern näherten, entfernte er sich. Und schon am 5. September soll ein Mann ein Kind am Zaun einer weiteren Grundschule angesprochen und Worte wie „Komm mit nach Hause“ gesagt haben. Das Kind ignorierte den Mann jedoch einfach.

Ob die Fälle in Essen und Gelsenkirchen oder auch die aus dem Münsterland zusammenhängen oder ob es sich um mehrere Täter handelt, ist nicht bekannt. Generell rät die Polizei allen Eltern, ihre Kinder für das Thema zu sensibilisieren und ihnen Verhaltensregeln für den Schulweg und die Freizeit mitzugeben.

In Marl lernen Kinder, was zu tun ist, wenn sie von fremden Erwachsenen angesprochen werden. Die Marler Wing-Tsun-Kung-Fu-Schulen über das zurzeit mit ihren Schülern. Wir waren beim Training dabei.

Das rät die Polizei den Eltern:

  • Wenn Ihr Kind über einen solchen Vorfall berichtet, rufen Sie sofort die Polizei.
  • Loben Sie Ihr Kind dafür, dass es sich Ihnen anvertraut.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind über brenzlige Situationen, ohne Panik zu schüren und geben Sie dem Kind Verhaltensempfehlungen an die Hand.
  • Ermuntern Sie Ihr Kind laut und deutlich „Nein“ zu sagen und wegzurennen, wenn ihm etwas „komisch“ vorkommt oder es sich in Gefahr wähnt. Üben Sie lautes Schreien und Rufen. Im Notfall ist alles erlaubt, was Sie Ihren Kindern sonst nicht erlauben: von hauen, treten, boxen, über kratzen und beißen bis spucken.
  • Machen Sie Ihrem Kind klar, dass es nicht aus falsch verstandener Höflichkeit mit Menschen, die es nicht kennt, sprechen soll. Kinder sollen üben, Abstand zu Fahrzeugen zu halten, wenn sie z.B. nach dem Weg gefragt werden.
  • Legen Sie mit Ihrem Kind fest, wer es abholen darf. Für Kinder ist der Begriff „Fremder“ oftmals zu abstrakt. Schon ein Unbekannter, der vorher den Namen gehört hat und das Kind richtig anspricht, ist für das Kind möglicherweise kein Fremder mehr.
  • Überlegen Sie mit Ihrem Kind, wo und bei wem es sich im Notfall Hilfe holen kann. Zum Beispiel in dem es andere Erwachsene um Hilfe bittet. Oder Sie suchen auf dem Weg zur Schule/zum Sportverein verlässliche Anlaufstellen, wie beispielsweise mit einem Aufkleber speziell gekennzeichnete „Notinseln“.

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