Belvona-Mehrfamilienhäuser in Herne geräumt Lage in Wohnungen ist „lebensbedrohlich“

Feuerwehrleute stehen hinter einem Einsatzfahrzeug.
Die Feuerwehr musste in Herne zwei Mehrfamilienhäuser räumen. Die Lage in den Wohnungen dort sei „lebensbedrohlich“. © Philipp von Ditfurth/dpa/Symbolbild
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Etwa 30 Personen sind in Herne evakuiert. Grund dafür seien teilweise lebensbedrohliche Zustände in den zwei Mehrfamilienhäusern. Der Fall erinnert an die Räumung des Dortmunder Hannibal-Komplexes 2017.

Die Wohnungsaufsicht der Stadt Herne habe bei einer Prüfung am Dienstag festgestellt, dass die Wohnungen unbewohnbar seien, teilte die Kommune mit.

Das Wohnungsunternehmen Belvona, um dessen Objekte es sich handele, werde die Unterbringung der Mieterinnen und Mieter in Ersatzwohnungen sicherstellen. Es handele sich um sieben Familien und etwa 30 Personen, sagte eine Stadtsprecherin am Mittwoch. Auch der Westdeutsche Rundfunk hatte berichtet.

Bei der Prüfung auch mit Kräften der Feuerwehr seien gravierende Mängel festgestellt worden, darunter massive Wassereinbrüche, die im Zusammenhang mit einem defekten Heizungssystem stehen könnten. Man sei zudem auf ungesicherte Stromquellen gestoßen. Wegen akuter Gefahr seien Strom- und Wasserversorgung der Häuser sofort abgestellt worden.

Für die Familien habe Belvona Ersatzwohnraum in anderen Gebäuden des Komplexes in Aussicht gestellt. Bis diese bezugsfertig sind, muss das Unternehmen laut Stadt vorübergehend eine anderweitige Unterbringung sicherstellen.

Zu einer ähnlichen Räumung kam es 2017 auch in Dortmund beim Dorstfelder Hannibal-Komplex. 753 Mieter mussten 412 Wohnungen von einem Tag auf den anderen verlaassen. Das Bauordnungsamt und die Feuerwehr hatten erhebliche Brandschutzmängel festgestellt. Nachträglich Ein- und Umbauten hätten dafür gesorgt, dass vor allem eine Entrauchung des Komplexes nicht mehr gewährleistet war.