Tönnies

Nach Brandsatz bei Tönnies: Zwei Tatverdächtige gefasst

Nach dem Fund eines Brandsatzes vor der Villa des Fleischunternehmers Clemens Tönnies im August hat die Polizei ein tatverdächtiges Paar in Berlin festgenommen.
Der 32-jährige, ehemalige Ahauser, der sich im Impfzentrum Hagen als Arzt ausgegeben hat, wurde am Montag festgenommen. Er ist mehrfach vorbestraft. © dpa

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Stuttgart werfen die Ermittler einer 39-jährigen Frau und einem 38-jährigen Mann zahlreiche anonyme Drohschreiben an Politiker, Behörden, Ministerien und Verkehrsverbünde vor. Neben der Festnahme gab es Durchsuchungen von Wohnungen und eines Büros in Stuttgart.

Außerdem soll das Paar im August einen Brandanschlag auf ein Gebäude der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg verübt haben. Der Brandsatz habe, wie auch im Fall Tönnies, nicht gezündet. Eine konkrete Gefahr bestand demnach nicht. Tönnies war in der Corona-Krise wegen seines Umgangs mit Werksarbeitern erneut in die Kritik geraten.

Nötigung, versuchte Brandstiftung, Verabredung zum Verbrechen

Dem Duo wird versuchte Nötigung, versuchte Brandstiftung und die Verabredung eines Verbrechens zur schweren Brandstiftung vorgeworfen. Dem Mann und der Frau wird zur Last gelegt, seit Dezember 2019 in insgesamt fünf Wellen Drohbriefe an eine Vielzahl von Empfängern verschickt zu haben. Die Ermittler kamen dem Paar unter anderem durch Videoaufzeichnungen an einem Tatort auf die Spur. Außerdem seien DNA-Spuren an Drohschreiben und Tatorten gefunden worden, teilte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft mit.

Das Paar sei bisher nicht wegen politisch motivierter Straftaten aufgefallen. Es hatte unter anderem in Stuttgart gewohnt, war aber zuletzt ohne festen Wohnsitz.

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