Die Zahl der Menschen, die in Deutschland innerhalb einer Woche an oder mit Corona gestorben sind, ist auf ein dramatisches Allzeithoch gestiegen. © picture alliance/dpa
Coronavirus

Neuer dramatischer Allzeit-Rekordwert bei der Zahl der Corona-Toten

Der Horror geht weiter. Zwischen dem 4. und 11. Januar starben in Deutschland 6.112 Menschen an oder mit Corona. Es war die bisher tödlichste Corona-Woche. Auch andere Daten lassen Schlimmes ahnen.

In den sieben Tagen zwischen dem 4. und 11. Januar wurden dem Robert-Koch-Institut 6.112 Menschen gemeldet, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus in Deutschland gestorben sind. Das ist mit Abstand der bisher höchste Wert, der seit dem Ausbruch der Pandemie vor rund zehn Monaten gemeldet worden ist.

Der bisherige Rekordwert wurde in der Woche zuvor, also zwischen dem 28. Dezember und dem 4. Januar, mit 4.448 Todesfällen registriert. Jetzt sind es innerhalb einer Woche 2.164 Fälle mehr. Das bedeutet einen Anstieg von 48,7 Prozent. Das ist extrem beängstigend.

Als wenn diese Zahlen allein nicht schon schlimm genug wären, stehen sie zu allem Übel nach wie vor unter einem Unsicherheits-Vorbehalt, denn: Auch in seinem aktuellen Situationsbericht weist das Robert-Koch-Institut ausdrücklich darauf hin, dass wegen der vielen Feiertage noch immer nicht alle Neuinfektionen und Todesfälle aus den vergangenen beiden Wochen erfasst wurden und daher Nachmeldungen noch möglich sind.

Unter diesem Vorbehalt stehen natürlich auch die gemeldeten Daten zu den Neuinfektionen. In den vergangenen sieben Tage seit dem 4. Januar wurden dem Robert-Koch-Institut 145.511 neue Corona-Fälle gemeldet. Das sind zwar nicht so viel wie in der letzten vollen Arbeitswoche vor Weihnachten zwischen dem 14. und 21. Dezember, als mit 173.574 neuen Fällen der bisherige Höchststand gemessen wurde, aber eben doch rund 4.350 Fälle mehr als vor einer Woche.

Dabei muss allerdings beachtet werden, dass in der Vorwoche zwischen dem 28. Dezember und 4. Januar nur rund 790.000 Menschen und damit weniger als halb so viel Menschen auf Corona getestet wurden wie zwischen dem 14. und 21. Dezember (1,6 Millionen). Und auch in den vergangenen sieben Tagen seit dem 4. Januar har die Zahl der Tests noch nicht wieder das Standard-Maß erreicht, denn der Dreikönigstag war Feiertag in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen, außerdem waren bis zum 10. Januar deutschlandweit noch Schulferien.

Dabei ist ein Aspekt sehr beängstigend: Der Anteil der positiven Tests steigt seit Monaten kontinuierlich an. Waren Mitte Juli nur 0,74 Prozent der Getesteten tatsächlich mit dem Coronavirus infiziert, stieg dieser Wert in der Weihnachtswoche auf 12,96 Prozent. In der Woche vom 28. Dezember bis zum 4. Januar – aktuellere Daten liegen bisher noch nicht vor – kletterte der Wert auf 16,1 Prozent, so hoch wie nie zuvor.

Und dann bereitet auch noch der Blick auf einen weiteren Wert erhebliche Kopfschmerzen, nämlich die Entwicklung der 7-Tages-Inzidenz. Die Inzidenz beschreibt die Zahl der Menschen, die sich in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohnern mit dem Coronavirus angesteckt haben.

Als in der letzten Oktoberwoch, der Lockdown light für November beschlossen wurde und unter anderem alle Kneipen und Restaurants schließen mussten, lag die Inzidenz bei etwas mehr als 80, doch der erhoffte Effekt blieb aus. Als Ende November der Lockdown light verlängert wurde, lag die Inzidenz bei rund 143. Auch diese Verlängerung konnte keine grundlegende Kehrtwende einleiten. Im Gegenteil.

Als der harte Lockdown daraufhin Mitte Dezember verkündet wurde, war die Inzidenz auf rund 176 gestiegen. Am 22. Dezember wurde mit 197,6 der bisher höchste Wert gemessen, dann ging er – wohl auch aufgrund der Feiertags-Lücke – bis Anfang Januar zurück. Jetzt steigt er wieder und liegt aktuell bei 166,6. Ziel des harten Lockdowns war es, die Inzidenz unter die Schwelle von 50 zu bringen. Das war zuletzt vor fast drei Monaten am 20. Oktober mit 48,6 der Fall.

Über den Autor
Redakteur
Ulrich Breulmann, Jahrgang 1962, ist Diplom-Theologe. Nach seinem Volontariat arbeitete er zunächst sechseinhalb Jahre in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten, bevor er als Redaktionsleiter in verschiedenen Städten des Münsterlandes und in Dortmund eingesetzt war. Seit Dezember 2019 ist er als Investigativ-Reporter im Einsatz.
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